#frapalymo 18nov16: eisblumenblick

an einem tag im winter hänge ich blumen
zum gefrieren vors fenster
rosen dahlien hagebutten auch
suche ich am nächsten morgen
den frost außerhalb der wände

 

das ist gedicht no. 18 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „faszination fensterblick: eisblumen“. danke, liebe birgit, für den schönen bildimpuls, der gewiss unseren üblichen facettenreichtum an texten hervorbringen wird!

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @fraupaulchen

39 thoughts on “#frapalymo 18nov16: eisblumenblick

  1. Matthias Doellert says:

    Die weite Landschaft in winterlichem Weiß.
    Glitzernde Eisblumen am Fenster.
    Die Kinder hauchen kleine Muster in die Scheibe.
    Gedankenverloren der Vater:
    Eingefrorener Schneemann sucht liebevolle Eisblume.

  2. ach, könnten die regen
    tropfen fest frieren
    zu eis blumen
    die himmel winter blauen
    ach, könnten meine tränen
    in schimmernde perlen
    sich wandeln im verhärten
    die lösung liegen
    und nicht im weichen
    im fließenden

  3. Gerda Steger says:

    Fensterblick

    Festmahl für die Sinne
    dieser Winteratemhauch
    starr im weißen Reif

    frostzerrieben das Netzgewebe:
    filigrane Blütensterne im milchigem Flaum
    die Glaskargheit des Fensters füllen und

    Gedanken gleich federnden Wolken
    mäandern über den Staub des Alltags hin
    in flockendichte Wortlandschaften
    einer mir lichtfüllenden Eisblütenzeit

  4. eisblumen

    hexagonal dendritisch resublimiert
    die schönsten floralen
    muster entstanden
    durch kratzer und unreinheiten
    heutzutage ist alles egalisiert
    wegklimatisiert

    • Gerda Steger says:

      Deine Verse, liebe Yumami, haben es auf den Punkt gebracht: !alles wegklimatisiert“! Leider pflücken wir Eisblumen mehr und mehr nur noch im Land unserer Kindheit. Erinnerungsbilder tragen noch den unvergleichlichen Duft von Schneesternen und Eisblumen.

      • Liebe Yumami, auchbei mir setzt das Erinnerungen frei – allerdings bin ich ein wenig froh, dass meine „eiskalten Füßchen“ nter viel zu dünner Decke am Morgen in den ungeheizten Räumen meiner Kindheit auch „wegklimatierisert“ wurden…..wenngleich die Fenster blühende Schönheiten hervorbrachten, die ich bestaunte.

  5. Feiner Eisbruch
    auf Fensterglas
    Gesichter erkennen
    ein Spiel

    – wann sind sie gefroren? –
    dahinter ein Leuchten
    die schneebedeckten Felder
    im Abendlicht

    – und Zuversicht –
    wir hauchen
    einmal um die Welt
    es knirscht

    die kalte Luft befreit

  6. roteFrau says:

    52513 Min.,Schmuddelwetter,regnerisch,Sprühschnee,Eisblumenfolie auf dem Fenster,Sonderangebot,Discounter…instantFesttagsstimmung

  7. Stephanie says:

    Eisblume
    schönes sensibelchen
    schmilzst dahin
    und stirbst
    beim ersten heißen
    kuss der sonne

    glanz der vergänglichkeit
    unwiederbringlich

  8. Wenn morgens an den Fensterscheiben
    kristallene Blumen haften bleiben
    und abends in dem mollig warmen Zimmer
    Kakao getrunken wird bei Kerzenschimmer,
    dann ist mit Sicherheit
    Winterzeit.

    (Ich komme heute mit einer „Konserve“, weil der Tag ohne Frost mich in den Garten zieht….my excuse for today ; Teil des Gedichts „Winterzeit“, 1992 – lange her -)

  9. Als nach dem Frost
    das Fenster noch zuwuchs
    mit Eisblumenranken
    zum Anlecken schön
    Schutzwall aus Kristall
    tausendfach gezackt
    dann spielten wir
    Winter-Dornröschen
    das war die kurze Zeit
    in der wir die Sonne nicht mochten

  10. stille zeit

    grell blitzten sie
    auf im xenonlicht
    um wieder zu verschwinden
    in der dunkel lilanen nacht
    eisblumen als zartes
    spiel gemacht
    um abzulenken
    dass alles still
    stand
    in der grellen stadt

    • Stephanie says:

      die schnellsten sind ja oft die schönsten. … ohne anspruch und so ! Gefällt mir sehr , zum anfassen schön , haptisch. danke !

  11. Oh, so lange ich gelesen habe, was die anderen so geschrieben haben, warst du „bei mir“. Danke für deinen Kommentar, das freut mich. Und ja, du hast recht, manchmal sind die ganz schnell geschriebenen Zeilen die besten.
    Dein „sensibelchen“, ob schnell fabriziert oder mit mehr Muse geschrieben, gefällt mir auch gut.

  12. Wie fragil und stimmungsvoll, eure Eisblumen
    ich danke euch sehr und stelle das Bild der Eisblumen, das mich morgens überraschte und an meine Kindheit denken ließ, auf meine website
    liebe Grüße, birgit

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