#frapalymo no 1: mondspuk

in der nacht der mond durch fensterglas kein schatten wirft
die dunkelheit verhöhnt

sie wacht
er spielt mit ihr

knipst licht im zimmer an
als wäre es bewohnt

sie wacht

zwischen fünf und sechs
bleibt sein spiegelbild antwortlos

sie wacht

 

das ist gedicht no. 1 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „spukt es um mich spukt es in mir“.

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @FrauPaulchen

23 thoughts on “#frapalymo no 1: mondspuk

  1. Rike says:

    Nebelschwaden und Wolkengebilde
    schweben und schwanken
    nicht fassbar, doch da,

    erscheinen, verschwinden,
    täuschen und tändeln
    gaukeln beständige Formen vor

    Wahr nehmen wir
    die gespenstischen Illusionen
    und stolpern tastend durch wabernde Nebel

    Leben

  2. Corinna says:

    spuk im morgen kopf
    über in den nebeln der nacht
    hängen die wünsche
    tief drinnen im orangenen
    blinzelt ein kleines,
    ein warmes licht

  3. Gerda Steger says:

    schaurig viele gesichter
    das mondlicht trägt
    spinnfäden durch-
    zogen die geister-
    augen grell wie
    blitze diese nacht
    zerreißen

  4. @sandrastrazzi says:

    Mit müden Schritten im raschelnden Laub
    der Kauz ruft die Nacht herbei
    eIn Fuchs streift durch das diffuse Licht
    wirft einen geduckten Blick zurück

    »Da vorn, am Wegrand, sei auf der Hut!«
    hustet er in die Stille hinein und verschwindet

    Versteckt im aufsteigenden Nebel
    kauert die dunkle Gestalt
    lauert geschickt auf Beute
    der Schrecken hat mich im Visier

    »Jetzt seh ich es auch!«
    Mit wem sprech ich, ganz allein?

    Mein Herz pocht bis zum Hals
    es gibt kein zurück, ich muss mich stellen
    doch der Ast in meiner Hand
    Imponiert dem geknickten Baumstrunk nicht

  5. Monika S says:

    Versteinerte Tränen
    Schmelzen
    Bei Vollmond
    In Erwartung
    Alter Geister
    Rinnen wehklagend
    Den Fels hinab
    Erstarren
    Im Meer der Zeit zu
    Unechten Perlen

  6. Ruth says:

    nebel im kopf

    pochendes herz
    sammelt die finger ein
    die knackenden glieder
    wischt den staub von der haut
    die zunge
    verloren
    unter dem kissen
    lallt ein lied
    das ich nicht
    hören
    mag

  7. vanni says:

    deine beine lagen ge-
    häutet, neben mir eins
    über dem anderen
    entstellt, ge-
    stählt dein blick im

    licht des abendrots die
    blätter fallen aus
    beinen ab-
    seits der fluss-
    gruft du greifst nach
    meinen haaren

  8. von birgit h / märchenbrunnen.de:

    Verdächtig still
    ums Fenster schleicht
    bereits
    Novemberahnen…

    Klingelschellen
    Türenschlagen
    Angelnquietschen
    Schwarzer Mann buuht
    Kinderschreckschreckschreck
    mit Taschenlampenspukgesicht
    es rennen schnelle Beine eckenwärts
    und rum und weg
    bis bauchgeschluckte Angst sich freilacht
    und schiefes Grinsen eine Tüte offenhält für Süßes

  9. philosophina says:

    Die Geister

    Das klopfende Herz,
    das nicht meines ist
    Die Spuren auf der Seele,
    die niemand je hat berührt
    Das Läuten an der Tür,
    nur im Geiste existent
    Ein toter Schatten,
    der rennt und rennt
    Auf der Flucht vor mir
    die Geister, die ich vertrieb

  10. dunkel
    liegt unter unseren füßen
    das meer
    geheimnisvoll still
    schimmernd
    wir gehen

    sehr hell
    die laute straße
    voller hexen
    ungelenk
    greifen sie
    ins leere

    dunkel
    deucht uns der weg
    nein kein spuk
    kein spuk kein spuk
    wir wollen
    nach haus

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