#frapalymo 28nov15: gegenteilifizierung

gegenteilifiziert:
erdstand

frei gekerbt du findest die erde
diese langeweile unfrei diese
auf füßen

frisch eingepackt
regenabwehr eingeholt

sofort bist du
beamter
angsthasig erdkerbig

 

und im original:
himmelfang

wie rotz nase suche ich den himmel
nach abenteuern ab frei fallen
sie nicht auf den kopf

also
angel ausgepackt
sonnenköder ausgeworfen

drei stunden später bin ich
pirat freibeuter furchtlos die nase
noch immer im himmel


das ist gedicht no. 28 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „gegenteilifizierung“. mein ausgangstext war no 13 beim #frapalymo dieses mal: himmelfang. und na ja, was soll ich sagen? es bringt das nötige chaos in den text, und das ist gut so. und ein paar interessante überlegungen und wortspielereien. wie ging es euch dabei?

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @FrauPaulchen

23 thoughts on “#frapalymo 28nov15: gegenteilifizierung

  1. Aus der Sicht einer Ameise

    Von der Dämmerung Kühle
    erdschwer angezogen
    nicht wahrhaben wollen dass
    kleinste Kiesel lasten
    wie Sisyphossteine

    (dies als Gegenteilifizierung von meinem Beitrag für den
    1.11.2015:

    Aus der Vogelperspektive

    Von des Morgens Röte
    beflügelt abheben
    augenblicksweise erkennen dass
    Sisyphos‘ Stein ein Kiesel ist)

  2. roteFrau says:

    kein Schritt,kein Voran,bodenverhaftet,unbewegt, Am Boden kleben,Trübsalblasen,grundgefangen,ewig Leid…Schattenprinz tanz mit mir

    ./.
    Schritte,Stufen,Treppen,Tanzgewirbel,Mauersims,übers Dach,welterobern,wolkenwärts,himmelweit…liebste Lichtprinzessin tanz mit mir

  3. Ruth says:

    um uns herum
    die wasserflaschen
    leer
    fahl
    wie meine faust
    kühles aneinanderreihen
    von mir und von dir
    die unerdenkliche
    antwort
    dann schweigen
    wir warten
    auf den tod
    die erfrierenden münder
    ohne
    wärmende
    geschichten
    die erleuchtete blindheit
    erbricht
    beim schweigen
    den geöffneten kreis
    rund um den mund

    ich darf dich
    zum weinen bringen
    zu weinseelig wird’s
    wenn die flaschen sich füllen
    und sag dann doch
    es ist zu früh
    die uhr steht auf acht
    ich will bleiben
    sage ich und
    spüre meine hand
    in deiner
    und mir ist
    als sei das sitzenbleiben
    die geburt
    von etwas unendlichem

    das original ist vom frapalymo 2014, 7. november:

    zwischen uns

    die gläser

    randvoll mit wein
    rot

    wie meine wangen

    glühend erzählen

    von dir und von mir

    die unausprechliche
    frage
    dann ausgesprochen

    was zum henker

    machen wir hier?

    die rauchenden ohren

    voller

    abkühlenden

    worte
    die geblendeten augen

    verzehren
    beim reden

    die gefaltenen ecken
    rund um den mund

    ich will dich
    zum lachen bringen
    zu bierernst wird’s

    wenn die gläser sich leeren
    und sag dann doch

    es ist schon spät

    dabei seh ich keine uhr

    nur in mein herz
    ich muss gehen
    sag ich und
    spüre deine hand
    auf meiner
    und mir ist
    als sei der gang

    hinaus

    ein gang
    zum schafott

  4. Gerda Steger says:

    lichtüberflaggt *

    Sonne in den Augen,
    die Freude tanzt sich aus

    sieht die Liebe,
    dich in meinem Spiegel

    knisterndes Verlangen wie Glut
    der Blätter uns entflammt

    * gegenteilifiziert zu meinem früheren Gedicht „Intermezzo“

    Intermezzo

    in den Augen Tränen,
    der Schmerz weint sich aus

    sucht nichts nur
    dich heilende Stille

    die Sehnsucht hält aus
    sich weint der Schmerz

  5. Spannend, wie Ihr Bild für Bild ins Gegenteil verkehrt habt (Absoluter Favorit von mir: Beamter als Gegenteil von Pirat Freibeuter), manchmal auch die Perspektive. Dabei entstehen sehr besondere Bilder. Ich habe was anderes versucht, Thema, Form und Ton gegenteilig gestaltet. Bin sehr gespannt, wie die Aufgabe noch gelöst wird.
    Am Rande: Auch interessant ist die Frage, welchen meiner Ausgangstexte nehme ich her f

  6. Oh, ich hatte mich zum 18.11. verlaufen. Jetzt noch mal richtig:
    Wegen der besseren Vergleichbarkeit habe ich meinen Text vom 18.November für den Widerspruch gewählt, und so heißt es nun auch „Contradictio XVIII.Novembre“ (der Rest ist aber deutsch, wiederum antiquiertes)
    http://wp.me/p3Rppc-c3

  7. @sandrastrazzi says:

    Liebe Sophie,
    es ist sagenhaft, welch tollen Texten Du hier durch den frapalymo Platz lässt. Eine wundervolle Plattform für alle Teilnehmer! Dir und allen ein herzliches Danke für den immer schönen November und die Gelegenheiten, über Worte und Dinge zu reflektieren, Verse und Zeilen fliessen zu lassen und daran rum zu tüfteln. Eure Texte sind immer Inspiration, ein Lächeln, Nachdenklichkeit, Freude. Ich musste mich leider schon ausklinken, wünsche Euch allen noch viel Freude an den letzten Tagen und Gedichten und eine freudvolle Adventszeit.
    Herzlich, Sandra

  8. elbée says:

    a contrario

    im stoff der mythologie
    verdorren wälder
    und kämmen
    rohe wolle
    ausfransender einfallslosigkeit

    —–
    ausgangstext:

    am saum der landschaft
    wachsen die moose
    und flechten
    einen teppich
    verwobener inspiration

    —–
    [gar nicht so einfache übung]

    elbée

  9. philosophina says:

    felsenfest

    schwer wie Blei
    am Boden liegend
    festgesetzt
    unbewegt
    felsenfest
    in alle Ewigkeit
    hockst du neben mir
    siehst mich nicht
    davon schweben

    halt mich doch fest
    und lass mich nicht los
    nur unten im Feuer
    bin ich ganz groß

    Auf der Basis meines Beitrages vom 1.11.15:

    schwerelos

    getragen vom Wind
    mal hierher
    mal dorthin
    getrieben
    von Leichtigkeit
    zeitlos ohne Zeit
    schwebst du
    an mir vorbei
    siehst mich liegen
    im Staub

    nimm mich mit
    lass mich fliegen
    von oben
    bis Blau

  10. Durch dicke Mauern
    mühen sich Geschichten,
    frei und ohne Schuld.
    Das Glück hält
    und feiert Auferstehung.
    Greifbar die Stille
    hinter der offenen Tür.

    Die Vorlage war diese hier vom16.11.2015 (wenn ich mich nicht täusche):

    Dünne Wände.
    Zersplitterte Worte.
    Schuldbeladen.
    Berstendes Glas.
    Dumpfer Fall.
    Erstickter Schrei.
    Eine Tür schlägt zu.

  11. ausserrandundband

    ich bin außer takt
    losgelöst von mir in dir
    einsamkeitsinfarkt

    ausgangsgedicht aus frapalymo 15.11.2015:

    in takt

    ich bin ganz im tanz
    schmiegsam ich selbst behutsam
    im tanz bin ich ganz

  12. Gegenteilifiziert:

    Dahingesagtes
    vertreibt uns

    den Abend
    während der Fernseher läuft

    und unsere Gedanken
    schweifen

    sind schon
    beim nächsten Arbeitstag

    sind nie da
    wir sehen uns nicht
    sind nur Flächen

    Wandflächenwelt

    Original (fragmentarisch):

    Zwei, drei Worte
    jeden Abend

    vorgelesen
    im Zwischenraum

    Hören
    Sprechen und Schweigen

    ein Diskurs

    mit Konnotationen
    und Blicken

    „Fragmente der Sprache der Liebe“
    Gedanken – Gefühle

    und Wege im Möglichen

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