lyrik
delir
delir
einmal aus der geraden gefallen
in der ungeraden eines tages das vertikale
ge sucht horizontal
abgelehnt abgelegen abgestanden
dieses leben ist abgestanden ab ge stan den
trübt ein gärt
im bereich des möglichen ist alles
nicht näher bezeichnet
morph
die augen
sie haben genug gesehen genug genug genug genug
genug genug genug genug genug genug genug genug
genug genug genug genug genug genug geh
aus diesem hier
und such nicht weiter
my love
#eingestilt: text o / idee no 1
an einem grauen morgen, die nacht war perforiert, der tag noch nicht erwacht, stand die junge frau an der haltestelle und wartete auf den bus mit der nummer siebzehn. ein auto nach dem anderen fuhr vorbei, dazwischen ein lieferwagen, ein laster. sie stand und wartete, und der regen durchtränkte sie. eine stunde verging. eine zweite. der tag blieb grau wie der morgen. immer wieder setzten die gedanken in ihrem kopf aus wie das dunkel der nacht. irgendwann, es war nach mittag geworden, ging sie nach hause. überzeugt dass es keinen bus mit der nummer siebzehn gab. dass es die zahl siebzehn nicht gab. dass es sie nicht gab.
mein neues projekt: #eingestilt
bei der suche nach einem impuls für den #frapalymo vor wenigen wochen fielen mir zwei dinge in die hände: das buch „exercices de style“ von raymond queneau sowie ein kreativkartenspiel. flupp, war die idee geboren: auf basis eines neutralen ausgangstextes werde ich unterschiedliche texte/gedichte/fragmente schreiben – und zwar im laufe des kommenden jahres. genauer gesagt: ich habe 34 kreativkarten, also wird es nach plan 34 unterschiedliche texte geben.
queneaus stilübungen – für den, der sie nicht kennen sollte – bietet 99 unterschiedliche texte zu ein und demselben ausgangstext an. darunter sind wahre kleinode. er wandelt seinen text in form eines alexandriners ab, eines offiziellen briefes, im imperfekt, als anagramm, als tanka etc. ähnlich, aber eben nicht gleich möchte ich mich auch an einem text „abarbeiten“. meine aufgaben ziehe ich aus den kreativspielkarten und das könnte dann etwa heißen „eine geschichte um das objekt erfinden und dem text einen charakter geben“.
