Also, im Moment kommt es mir so vor, als müsste ich mir NY dieses Mal ganz schön vedienen. Zunächst der erste Schreck mit The Cell, dann die Erkenntnis, dass NY nicht so verkabelt und verdrahtet ist, wie ich es gerne hätte, mein Erstaunen über fehlende Bagel-Shops und Taco Bell-Ketten (wo seid ihr alle hin oder wo versteckt ihr euch?) und dann noch die Kopfschmerzen gestern, die mich den ganzen Abend im Bett gehalten haben zusammen mit Montetsumas fürchterlicher Rache, die mich schwach durch die Straßen tingeln lässt. Ich bin jetzt sogar schon so weit, dass ich einen einfach getoasteten und gebutterten plain bagel (bei Starbucks aufgetrieben, aber kein Vergleich mit den Klassikern, die mir bislang vertraut waren) noch nicht mal mehr bei mir behalten kann. Ein Graus. Jetzt bin ich im Moma und sitze hier im Café (ich schreibe wieder im bewährten Word, um den Eintrag später zu posten…) und trinke Coca-Cola, die bei solchen Sachen ja meist hilft. Zumindest ist es Zucker, und stärkt mich ein wenig. Und free refill – also etwas hat in diesem neuen Amerika noch überlebt. Gut so.
Also, ich kann euch sagen, dieses Mal ist es ganz schön hart. Dabei macht das Wetter absolut mit. Es ist wieder traumhaft sonnig, blauer Himmel – ein Gedicht. Abgesehen davon, dass ich auch echt viel friere, aber das führe ich auf meinen geschwächten Körper zurück. Immerhin komme ich morgens in den Genuss, kalt duschen zu dürfen und mich so etwas aufzuwärmen. Obwohl ich meinte, dass die Dusche heute etwas wärmer war. Jetzt kommt mein zweites Glas Cola. Rein damit.
Heute früh bin ich mit einer ganzen Gruppe Amerikaner in der U-Bahn gefahren. Nichts besonderes an sich. Aber ich hatte zum ersten Mal den Eindruck, dass es ganz normale und einfache arbeitende Amis waren, denn die Touristen waren noch nicht unterwegs. Das war eigentlich ein ganz gutes Gefühl, so mittendrin zu sein. Ich denke zwar, dass man mir an meinem Äußeren schon anmerkt, dass ich keine Ami bin, so wie eben auch ich bei allen anderen merke, dass sie keine Deutsche sind, wenn ich zuhause bin, aber das ist ja OK so. Alle haben in Zeitungen, Büchern oder sonstigen Magazinen gelesen und waren in sich vertieft. Wie Clara habe ich mir gut vorstellen können, was der ein oder andere wohl macht und habe dabei meiner Fantasie freien Lauf gelassen. Das ist schon cool. Recherche vor Ort hat definitiv was. Jetzt muss ich nur noch meine Gesundheit in den Griff bekommen.
Parallel lese ich auch gerade das Buch übers Schreiben von Elizabeth George. Das finde ich mal richtig gut. Ich habe ihre Art des Plottens gelesen und denke, dass dies meiner Art sehr nahe kommt, so dass ich das auf jeden Fall mal ausprobieren möchte. Mein Knackpunkt sind noch Konflikte. Hier ist mir irgendwie noch nicht so recht klar, was alles ein interessanter Konflikt ist, so dass er über einen längeren Zeitraum trägt und die Leser fesselt. Das muss ich noch etwas weiter ausprobieren und recherchieren. Wenn ich jetzt nachher wieder etwas fitter bin, werde ich hier aus dem Moma-Café zurück in die Ausstellung gehen. Das Café ist übrigens sehr nett, und die Ausstellungen wie immer sehr interessant, wobei ich sie bislang etwas eingeschränkt genießen konnte, aber vielleicht dank der Cola…Derzeit ist eine Ausstellung zu Tim Burton, wobei ich sagen muss, dass dieser Mann echt schräg war. Und wenn man sich nicht gut fühlt, kommen diese Fratzen gar nicht gut an. Da wirkt alles zu aufgesetzt, zu viel, zu bunt, laut, schrill. Also bitte: Tim Burton nur, wenn es einem gut geht und vermutlich auch dann nur in Dosen. So. Das war es jetzt mal hierzu. Ich hoffe, ich kann nachher irgendwo schnell posten und dann wieder mit etwas sicheren Beinen weiter ziehen. Wünscht mir Glück.