#frapalymo 18mai16: die müdigkeit

wende ich mich ab hindurch in das
innere falte glieder gesicht gefühle
zusammen für das wenig ruhe das sich beim
ineinanderstapeln auseinander wo das auge
das jenseits nicht berührt nicht einmal
die eigenen wimperngrenzen tangiert so
müde geworden so müde geworden so

 

das ist gedicht no. 18 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete: „die viele müdigkeit hat mein gesicht ganz nach innen gedreht gemacht“. vielen lieben dank, @einsilbig für die anregungen – jeden tag aufs neue!

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @FrauPaulchen

41 thoughts on “#frapalymo 18mai16: die müdigkeit

  1. Matthias Doellert says:

    Die Müdigkeit hat
    den Spiegel der Seele gedreht.

    Das Viel hat eröffnet und
    das Aussen nach innen verkehrt.

    Die Gedanken entflohen, den Blick verschlossen
    und dann das Ganze schnell in Gips gegossen.

    Die Maske der Müdigkeit
    als Kleinod der Gemütlichkeit!

  2. Genug
    der Einkehr
    verlasse ich Innen
    und wende mich
    einem Außen zu
    das den verstaubten
    geflickten Anzug
    von gestern noch trägt
    und tanze in leeren Hallen
    getrost
    ohne Schuhe diesmal
    möchte ich selbst
    erkaltet
    und müde noch
    die alten Traglasten
    spüren

  3. schlaflos

    die Nachttiere zucken
    und zerren an mir
    tot oder lebendig?
    nach innen-außen-innen-außen
    haspelt sich mein Gesicht –
    welches ewige Wach
    quält mich mehr?
    am Vorhängeschloss
    meiner Augen vorbei
    ins Nachtgrau zu blicken
    oder in meine taghell
    gezündete Seele?
    die Nachttiere zucken
    und zerren an mir

  4. Gerda Steger says:

    oftmals müde

    entziehen sich deine Worte
    meinem grünenden Licht
    mäandernder Tage in der Warteschlange,
    tränt der Himmel, dreht
    den Schirm mir ins Gesicht,
    ins blutleere mit grauen Asphaltadern,
    zerpflückten Wimpernschlägen, zer-
    knittert mein Zittergesicht
    an der Schattenwand
    atmet Schnee ent-
    ziehen sich deine Worte
    meinem grünenden Licht

  5. Dieses Gedicht Hertha Kräftner zu widmen, der sehr jung aus dem Leben gegangenen österreichischen Dichterin (im Jahr meiner Geburt, was für mich lebenslange Verbindung schuf) – der Anstoß dazu kam durch das nächtlichen Getwitter von @Downwrighter T.R.Brandt heute. Wenn ihr mich bitte nicht fragt, warum – ich wüsste das nicht zu beantworten.
    http://wp.me/p3Rppc-nS

    • Gerda Steger says:

      Liebe Ule, das ist ein Klasse-Gedicht! Wundervolle Wortklänge, Gedankengänge berühren meine tiefen Tiefsten. Emotional schön das Bild „kriechen gedanken/ganz von selbst/ aus dem nebel“, die weiter aufs Papier fließen, müde auf den Tasten torkeln. Die Frage nach dem letzten „klick“ steht im leeren Raum, lässt zwar alles offen und rundet dennoch fein dieses dichtende Textbild ab. Danke für dieses Herta-Kräftner gewidmete Gedicht, die mich lyrisch auch sehr anspricht.

  6. philosophina says:

    bei müdem Körper
    hilft schlafen
    sagt man
    ausruhen
    Kräfte tanken
    eine handvoll Wasser
    ins Gesicht gespritzt

    doch was wenn
    die Müdigkeit
    nicht nur das Fleisch befällt
    keine Sonne mehr
    das Herz erhellt
    da helfen diese Tipps
    alle nichts
    sie sind einfach
    zu praktisch
    für die Seele

  7. yumami says:

    deine augen
    müde mich zu sehen
    des lächelns müde
    deine lippen

    dein herz
    müde sich zu öffnen
    des kampfes müde
    mich zu lieben

  8. roteFrau says:

    Ewigkeit,Innensicht,soganzundgar,Müdigkeit,falten,gemacht,gelacht,schaue hinaus,Falten bleiben außen vor…scheren im Innen nicht !

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