#frapalywo tag 6, text 6 – geräusche am lagerfeuer

eine nacht

es war im sommer vor sechsundzwanzig jahren
da gab es eine nacht der belanglosigkeit
menschen mit zukunft gespräche
kurz knisterten mit dem funkenschlag
in den nachthimmel des gesagten stoben
unerinnert erinnert der sommer
vor sechsundzwanzig jahren an menschen
mit zukunft

 

das ist tag 6, text 6 der #frapalywo zum impuls „am lagerfeuer“. hauptthema der woche lautet „geräusche“. lagerfeuer – viel zu selten haben wir die gelegenheit, um eines zu sitzen und uns geschichten zu erzählen. dabei scheint dies das ureigenste der menschen zu sein. welche geschichten haben sich bei euch verdichtet…?

7 tage, 7 texte, 1 thema: wer bei der #frapalywo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalywo und @fraupaulchen

19 thoughts on “#frapalywo tag 6, text 6 – geräusche am lagerfeuer

  1. Das Knistern in deinen
    Augen rot und wild
    zuckender Abglanz des Feuers
    leg noch ein paar Scheite nach
    öffne noch eine Flasche
    wir wollen uns wärmen
    am Züngelnden Zischenden
    gib mir Feuer

  2. prasseln des Feuer
    ungeheuer warme Töne

    Töne des Lichts

    *Später gibt es noch mehr… es wartet schon auf meinem Arbeitsplatzrechner… aber jetzt erst mal frühstücken euch ein wunderschönes Wochenende!

  3. Hina Artemon (@HArtemon) says:

    das holz knistert
    gitarrensaiten schwingen
    lieder klingen
    unterschiedslos seit 20
    vielleicht 30 jahren

    die worte stellt das smartphone bereit
    gesichter bläulich beleuchtet

    und textnachrichten zwingen
    die aufmerksamkeit hinaus
    aus dem engen kreis

  4. Jutta@GEDANKENTaenze says:

    Mein Text zum Tag 6

    All die ungesagten Worte
    im Feuer
    Wie würden sie knistern
    All die Worte der Liebe
    Im Feuer
    Wie würden Sie leuchten
    All die Worte
    die verletzten
    Im Feuer
    Wie würden Sie verzehrt
    All die Worte der Sehnsucht
    Im Feuer
    Wie würde es rauschen
    All die Tränen dieser Welt
    Im Feuer
    Wie würde es zischen
    Seine Asche ist die Poesie
    meiner ungelebten Träume
    die ich in deine kalten Hände schreibe

  5. von @lose_gedanken:
    Pfadfinderferien

    Der Tag war lang, laut und fröhlich gewesen.
    Nun waren wir die Hüter des Feuers.
    Die letzte Flamme züngelt noch unhaltbar
    im aufkommenden Wind.
    Dann
    legt auch sie sich schlafen,
    versinkt mit einem „pfff“ in der rötlichen Glut.

    Aus den Zelten ringsum jetzt
    kein Gemurmel, Gekicher, Geflüster mehr.
    Alle haben ihren Platz gefunden.
    Nur noch vereinzeltes Gedrehe,
    gewendete Schlaf- und Traumsuch- und Findegeräusche.
    Gelegentliches Schnarchen von links.

    Die Glut erlischt.
    Macht Platz für Frösteln,
    leises Zähneklappern.
    Eng in den Pulli verkriechen,
    den Schal bis zu den Ohren
    und die Mütze, die Mütze vergessen zuhause…
    Von fern: der erste Vogel tschilpt.

  6. das feuer prasselt
    ein holzscheit knackt
    es knistert der funke springt über
    liebkosende hände und lippen
    und der nachtwind kühlt
    die erlöschende glut

  7. Konnte dich nicht verstehen
    das Feuer war zu laut
    ich stieß gegen den Scheit
    vor Wut
    der Scheit kippte um
    mein Schienbein war im Weg
    ich schrie vor Schmerz
    Branding, riefen die anderen,
    ist in!
    Lagerfeuer,
    rief ich,
    ist das Allerletzte!

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