#frapalymo 7nov17: schattenwerfer

schattenwerfer

sie legte die flügel ab
das federkleid achtlos über die stuhllehne
eine freiheitshusse auf holz
das einmal in die höhe wuchs
schattenwerfer sie beide

 

das ist gedicht no. 7 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete: nutzt folgenden tweet als impuls für euren text: „herbstlicht auf den dächern / schatten werden länger / in der brust vogelschwärme“ – mit herzlichem dank an @silemarlin für diese inspiration.

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @fraupaulchen

66 thoughts on “#frapalymo 7nov17: schattenwerfer

  1. Gestern sah ich Lichtsprengsel
    an Deinem Platz
    wo Du
    nun nicht mehr bist

    Silbernebel verhüllte die Bäume
    an Deinem Platz
    wo Du
    nun bist (?)

    Ein Rabe sah mich an und krächzte leise
    an Deinem Platz
    wo Du
    für mich noch bist

  2. Gerda Steger says:

    es herbstet

    im Fenster Wind
    abgeworfenes Gelb schwebt
    dir entgegen

    ein herzzerreißendes Stöhnen
    ein melancholisches Rauschen
    rings ums Haus: Herbst

    wächst auch dir ins Herz

    ein verfrühtes Dunkel für
    den Traum im Licht

  3. Gerda Steger says:

    DANKE, liebe Sophie, nicht nur dieser heutige Schreibimpuls war reiche Morgengabe, auch deine lyrisch feinsinnigen Zeilen berühren mich. So traurigschön dein Gedicht mit Blick für die feinen Zwischentöne.

  4. Herbstaquarelle

    wir saßen in dicken Jacken
    auf kaltem verpilztem Holz
    (von den Handschuhen hatten wir
    die Finger weggeschnitten)
    das Malpapier wölbte sich schütter
    der Wind fuhr hindurch
    von der Waldhöhe
    sahen wir auf die Stadt –
    spiegelnd die Dächer
    unter himmlischem Violett
    wir malten Wolken
    mischten Baumkronenrot
    das Gold der Stecknadellichter
    zur Dämmerstunde –
    das Malwasser wollte nicht trocknen
    unter den schwarzen Schlieren der Nacht

  5. yumami says:

    der schrei
    einer wildgans
    verhallt
    in der nacht

    der duft
    meiner träume
    verfliegt
    mit der zeit

    die macht
    der gewohnheit
    zerstört
    unser glück

    der tod
    deiner liebe
    zerbricht
    mir das herz

    das licht
    der laterne
    erhellt
    nur das nichts

  6. Sehnsucht im Herbst | saudade no outono

    So manches Mal im Herbst
    wenn das Licht golden wird und die Sonne schon Abschied nimmt
    wenn die Luft würzig, kalt und nach Äpfeln riecht
    wenn dicke weiße Wolkenberge sich am stahlblauen Himmel türmen
    wenn die Meere rauer werden und die Stürme kommen –

    dann möcht ich, so schön es auch ist, gen Süden fliegen
    in die andere Heimat, die mein Herz sich erkoren.
    Noch einmal Wärme in den alten Knochen speichern
    noch einmal den Fado hören und die Sehnsucht erneuern
    noch einmal am Leuchtturm stehen und bis nach Amerika schauen –

    und dann einfach da bleiben.

    http://fantasiafragile.de/sehnsucht-im-herbst/

  7. Stephanie says:

    Liebe Sophie , das sind ja wunderbare Bilder in Deinem „Schattenwerfer“ , es entsteht so ein kleines Naturkunstwerk vor meinen inneren Augen (nachdem mir Wikipedia erstmal „Husse“ definierte …

  8. das schon so zeitig
    tiefer stehende
    sonnenlicht
    streift im herbst
    durch die scheiben
    bis in die
    entlegenen
    ecken

    tastet ab
    ganz kurz nur
    und ganz behutsam
    liegengelassenes
    unbeachtetes

    holt es
    für einen moment
    aus dem vergessen
    ans licht

    ​verwundert
    schaue ich hin​

    ​berührt​

  9. roteFrau says:

    ‪schattengrau,das Himmel-V,so hört doch,hört ihr sie,sie fliegen,sie fliegen weit…es naht der Winter,wenn sie fliegen,die Kraniche

  10. Jutta@GEDANKENTaenze says:

    Tag 7 Impuls ein Tweet von @silemarlin
    herbstlicht auf den Dächern
    schatten werden länger
    in der Brust vogelschwärme

    Mein Beitrag hierzu:

    Was wenn der Herbst
    keine Lieder mehr singt
    keine Blätter mehr fallen
    weil der Frühling nicht mehr atmete

  11. Der 11. Monat
    Nassgrau, ersterbend unter fahlem Laube:
    Oh, Himmel, treib die Wolken weit;
    Von Ost springt uns in dieser Zeit
    Ein windiger Geselle in die Gaube.

    Mit Flügelschlagen wehrte sich die letzte Taube,
    Belauert unter seinem nebelhaften Kleid;
    Er gibt dem warmen Leben kalt Bescheid.
    Raureif liegt schon bald auf Fass und Daube.

    Gänse, die sich zu erinnern scheinen,
    Rufen ihre Warnung übers Feld.
    Aus sternenlosen Höhen rieselt erster Schnee.

    Unholde tanzen in dem Dunst von Hainen,
    Ein Irrlicht spiegelt sich im Licht der Welt;
    Noch sind wir ganz gelassen; in Stille ruht der See.

    PS
    Aus Gründen, die unvermeidbar sind, habe ich hier ein „Schubladengedicht“ eingestellt. Ich hoffe, es wird mir nachgesehen.

    • liebe margret, ich danke dir. wie du sagst, geht es hier darum, den impuls als anlass für neues schreiben zu nehmen. wenn man das mal nicht schafft wegen terminen, krankheit, reise etc., dann einfach aussetzen, das ist ja nicht tragisch 🙂 lg. sophie

  12. @MaremmaUrlaub says:

    Mein Beitrag Tag 7 Foto dazu auf Twitter @MaremmaUrlaub

    Blätterdach grün-gelb
    Licht-und Schattenspiel beginnt zu wandern
    versteckt die letzten süssen Trauben
    manch Vogel freuts

  13. https://kunstlyrikhermann.wordpress.com/2017/09/15/nur-diese-eine-nacht/

    am Steg
    dunkelt der See
    und schaukelnd treiben
    letzte Boote im Regen

    entschwebte Horizonte
    schluckten rote Ballons
    schon längst in die Nacht

    nur Träume
    kehren wieder
    steigen die nächtlichen Tiefen empor

    und ich tanze
    und lösche das Licht
    seinen grellen Schein

    und schließe die Augen
    den Sinn
    die eisige Zeit

    mein Glas
    ist von Tränen gespült
    und im Wein
    schläft die Erinnerung

    und fern
    spielt die Musik
    und ich tanze

    nur diese eine Nacht

  14. Liebe Sophie,
    nun ist der aushäusige Tag ein kürzerer gewesen als gedacht und so habe ich doch noch ein neues Gedicht, wie es die Vorgabe ist (die ich im übrigen auch gern befolge. Wenn du möchtest, darfst du meinen 11. Monat gern wieder löschen.
    Liebe Grüße – Margret

    Hier mein Betrag zum 7. November:

    Eine tiefe Sonne blendet
    und verschwendet
    letzte Strahlen
    ihres goldenen Lichts.
    Nebelgleiche Silhouetten
    reisen durch die Lüfte
    aus dem Norden
    in ein Nichts.

  15. Andrea says:

    Herbst

    Licht von oben, Licht von unten,
    Licht von überall her – Blau bis zum Horizont.

    Die Stämme stehen schon entblößt
    und werfen lange Schatten.

    Brauner Pelz auf Orange, Rot, Gelb
    raschelt und rührt sich im Laub.

    Nichts war je so in Harmonie,
    nichts beim Sterben schöner.

  16. hinterwald

    gegen süden ziehen
    unsre gedanken
    die weite suchen wir
    in der entflucht
    aus kälte und nässe
    dieses wintertums

    halt die ohren steif
    sagt sie und niest
    in ihr rotzkaltes nebeltuch

    ***********************************
    mehr auf http://www.kommvorzone.com

    Danke, liebe Sophie, für die grandiosen Inputs!!

  17. Extremadura

    Genug geflattert, kleiner Kranich!
    Ich öffne mein Herz
    und lass dich frei
    flieg los
    schließ auf
    finde
    im Schatten der Steineichen
    den allerschönsten Platz

  18. Im Licht der letzten Tage
    die verlassenen Städten des Herzens
    Du suchst du das Tor in die Tiefe

    Die Luft riecht scharf nach Schnee
    Bald wird es schneien
    Drehst dich nicht um, ein Schritt

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