#frapalymo 11nov18: wunsch in kapiteln

wunsch in kapiteln

prolog
gegen etwas sein

kapitel 1
fühlen

kapitel 2
fühlen

kapitel 3
denken

kapitel 4
denken

kapitel 5
abwägen

kapitel 6
miteinander reden

kapitel 7
abwägen

kapitel 8
miteinander reden

kapitel 9
denken

kapitel 10
selber reden

epilog
sein

 

 

das ist gedicht no. 11 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „über das aufbegehren“. nach welchem kontra war euch zumute?

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @fraupaulchen

38 thoughts on “#frapalymo 11nov18: wunsch in kapiteln

  1. Rona Duwe says:

    Über das Aufbegehren
    an einem Abend des Aufgebens.
    Denn was ich begehrte,
    (und um das ich viele Wochen kämpfte,)
    gab ich auf.
    Das Gestern lässt sich nicht aufbegehren.
    Und etwas,
    das längst gestorben ist,
    holt Begehren nicht zurück.

    Dennoch:
    Das Aufbegehren ist mir ins Herz geschrieben.
    Gegen Lügen,
    Ungerechtigkeit
    Und verdrehte Sichten.
    Gegen rosa Brillen
    in dunklen Kellern.
    Gegen das,
    was wir als
    „Mach das so!“
    lernten
    und das jede einzelne Frau
    ins Gefängnis führt.

    Sobald sie zu schön ist
    zu stark,
    zu schwach,
    zu hässlich.

    Sobald sie ein Kind gebiert,
    sich trennen muss,
    geschlagen wird,
    alt und gebrechlich wird.

    Sobald sie sich lernt
    zu schämen
    für ihr Blut,
    ihre Lust,
    ihre Wut,
    ihren Körper.

    Sobald sie begrapscht wird,
    verfolgt,
    angemacht,
    ausgezählt
    am Arbeitsmarkt.
    Allein,
    weil ihr Körper
    Leben schenkt.

    Dabei hält sie
    die Welt zusammen.
    Aus ihrem Bauch.
    Mit ihrer Kraft.
    Schon immer.

    Das,
    all das
    und vieles mehr,
    speist das Feuer
    meiner Wut.

    Und diese Flammen
    aller Frauen,
    die es leid sind
    zu schweigen,
    zu tragen,
    zu verzichten,
    zu klagen,
    wird ein großes Feuer.

    Irgendwann.
    In naher Zukunft.

  2. Sie rollt Augen
    ballt Fäuste
    stampft auf
    will treten schlagen beißen
    spuckt Lava
    bellt bis sie heiser ist
    ihr Herz ein Maschinengewehr
    feuert Vorwürfe
    aber keiner hört ihr zu hört
    hinter dem Schrillen die leise Angst
    die stumme Verzweiflung

  3. @Maremmafotos says:

    Aufbegehren….nicht leicht
    …trotz Sturm und Trockenheit
    Wärme im November
    Inseln versinken
    Kriegslärm und
    Sterben leis und unbemerkt
    Hunger Durst und Flucht
    Steht auf tut es
    das Aufbegehren

  4. Paradox

    Damit du Bescheid weißt:
    ich bin der Zeitgeist!
    In alter Zeit war ich allen bekannt.
    Nun hab ich mich, Teufel auch!, umgenannt –
    bin neuerdings ohne Hörner und Huf –
    bleibt noch … mein überaus übler Ruf.

    Die Lüge lieb ich in jeder Gestalt,
    Hassworte und -gesten und die Gewalt
    hau ich als Bot in die Netzwerke rein
    und reib mir die teuflischen Hände: fein!
    Eins meiner Lieblingsworte ist: ist schuld!
    Doch geifer ich gern auch vom „Schuldkult“.

    Ganz genau: du bist superschlau –
    kannst stolz sein, sag ich dir, wie ein Pfau;
    hast viel geleistet, brauchst einen Orden
    (bist leider stets übersehen worden …) –
    dann träufel ich Angst in deinen Bregen,
    setz alles daran, dich aufzuregen:

    Schau in die Stadt, es wird alles immer
    verrückter, böser und täglich schlimmer.
    Lass deinen Mut auf den Nullpunkt sinken:
    nimms Pfefferspray mit zum Kaffeetrinken.
    Ich höre dich gerne jammern und klagen,
    sehnsuchtsvoll schielen nach alten Tagen –

    als alles noch gut war … (dein Blick ist leer)
    als Frau noch Frau war und Herr noch Herr –
    heut, heulst du, darf man ja gar nichts mehr
    „politisch korrekt“, ätz ich, bitte sehr!
    Souffliere dir Genderwahn tief ins Ohr
    geh lieber sofort dagegen vor …

    Und diese schreckliche Ehe für alle
    ist eine seeehr gefährliche Falle:
    Woher denn sollen noch Kinder kommen?
    Man hat dir damit die Rente genommen …
    Ich mahne: Hör auf den Zeitgeist nich‘!
    Aber der Zeitgeist, der bin ja ich –

  5. Meernotizen says:

    Die Kleine im
    Schaukeln von gestern und morgen
    wohnt heute im Haus des Windes,
    der ihr Hände, Halt und Heimat bietet
    gegen das, was war, ist und
    nicht mehr sein wird.

    Wut wandelt Trauer und bewegt.

    Wenn der Sturm aufzieht,
    hört sie das Meer und
    spürt barfuß den Sand zwischen
    ihren Zehen.
    Denn mit den Füßen verwurzelt,
    die Nase in die Luft gereckt,
    lässt sich das Leben an diesen Tagen
    lachend lieben.

  6. Gerda Steger says:

    Gefühlsausschnitt

    wolkenüberflaggt zerfleddert ver
    heddert meine Insel der Stille,
    treffen Wortmesser den Atem zer
    splittern sie das Gesicht von
    Freiheit Wahrheit Recht,
    gehen die Lichter aus
    in meinem Seelenhaus
    faucht der Wind
    steigt die Flut der Dunkelheit
    und häuten mich
    im ausgewaschenen Sand

  7. yumami says:

    er kannte sie lange
    aber nicht sehr gut
    sie teilten die wohnung
    doch nicht das leben

    er war es gewöhnt
    daß sie ihn liebte
    ihr aufbegehren
    nahm er nicht wahr

    ein blick eine geste
    ein verstummen

    er vermisste sie erst
    als sie gegangen war
    doch ihre entscheidung
    war unwiderruflich

    er hatte sie
    verloren

  8. @lose_gedanken says:

    „Aufbegehren“ – das

    Der Duden sagt,
    du bist ein schwaches Verb.
    Aber heftig und empört!
    Und.
    Es gäbe viele Worte,
    die häufiger vorkommen.
    Mag sein.
    Wie gut, dass nicht nur deine Buchstaben viele Facetten haben.

  9. von @tauscher57:

    zeitgeist
    aufbegehren einfach mal dagegen
    ohne nachzudenken mit der masse mitmaschieren

    hier eine demo da ein protestmarsch wir mischen mit
    montags wird berichtet wie demokratisch ihr am wochenende ward
    denkt nach bevor ihr euch für interessen benutzen lasst

    • Dagmar says:

      hoffen wir es so*lächel ja wir Frauen, wir haben die macht die Kraft und die Möglichkeiten… Zusammen mit allen klaren bewussten anderen Menschen

  10. Das kleine Füßchen
    stampft sobald
    es kann –
    der Widerpart
    im Seelenkind
    ein MUSS
    des Werdens
    dann und wann
    im scheinbar
    ausweglosen
    es bleibt dabei
    wer lieblos
    ohne Licht
    ins Irre läuft
    anstatt der freien
    Meinung Raum
    zu lernen.
    Zu früh bricht,
    was im Keim
    erstickt:
    Duckmäuser
    oder
    zügellos.

  11. roteFrau says:

    ‪aufbegehren sich beschweren und sich wehren sich nicht fügen protestieren rebellieren sabotieren wenn es muss sag: nun ist Schluss ‬

  12. das authentische NEIN
    am richtigen Ort
    zum besten Zweck
    mit ganzem Herz
    zum wahren Ziel
    ein für und auch ein Widerwort

    und jedes falsche Spiel
    erkennen und benennen
    aufstehn Rückgrat zeigen
    sich bekennen
    wenn das Menschenrecht sonst stirbt
    dann nicht schweigen
    Aufbegehren
    feiges Schweigen
    wäre hier Verrat

    gemeinsam handeln
    Bewusstsein wandeln
    und bei Zeiten
    nicht mehr kämpfen nicht mehr streiten
    hin zum
    JA der Möglichkeiten

  13. Bei den eisgrauen Wassern
    zwischen Steinmehl und Sand
    steht nichtswürdig
    im pfeifenden Wind
    ein letzter braungrüner Halm
    hier bleibe ich
    mein Freund
    bei mir
    auch Du hast sich preisgegeben
    bis zur Nacht
    auch Dir wurde Kleinheit
    mit auf den Weg gegeben

  14. Dagmar says:

    all eure tollen Gedanken hier machen mir Mut, geben mir Hoffnung. Wir sind auf dem richtigen Weg. Lasst aus Gedanken Taten und Ergebnisse werden lasst uns GEMEINSAM…
    diesen Beitrag hier, also diesen Kommentar, versuche ich nun schon seit geraumer Zeit zu posten. Ich stoße auf Barrieren, die es mir nicht möglich machen, einfach mal eben so zu kommentieren…
    diese Zeilen hier sind auch eine Art Aufbegehren! Und ja, ich weiß, nein und doch… sollte ich an dieser Stelle nerven, so sprecht mich doch einfach an.

  15. von @springvogel:

    pastiche

    was ich auf
    begehre ist viel
    leicht ein glas
    brombeermarmelade
    oder ein leeres und
    darin ein see
    pferdchen ringelnass
    auf einmal steht es
    neben mir an mich
    angelehnt was ich auf
    begehre

  16. von @morgaine620:

    Dies ist vielleicht kein #frapalymo aufbegehren aber trotzdem wichtig:

    Drei Fragen fuer Brexitputtel

    Wo kann ich Heimat begehren?
    Hier oder im Gestern?
    Und welche Zukunft wird rosig sein?

    Das wundere ich mich und suche in mir ein Aufbegehren das Sinn machen wuerde

  17. von @nichterfasst:

    von @nichterfasst:

    stiere Himmel
    Stirn gebreitet
    Hoffnung marschierte
    alles Gefühl
    Begehren gärte auf

    Anti, Anti
    Seit an Seit
    tutti, tanti
    Der Himmel breitet seine…
    …Schlagstöcke
    auf Abwegen
    Seit an Seit
    dagegen
    (Schlagstöcke lehren
    gegen Aufbegehren)

    Anti, Anti
    tutti, tanti
    avanti, avanti
    kam ein Stürmle
    warf das Würmle
    ins Türmle –
    Jeder stirbt für sich allein

  18. ruth says:

    und wenn ich will
    dann will ich
    dann red ich
    dann argumentier ich
    dann schweig ich

    innen aber
    da fühlen
    und streiten
    und wagen
    und fordern
    sie
    und ziehen
    die eisen an
    und
    und malen plakate
    und testen
    die prägensten parolen

    und dann
    kopf hoch
    kopf raus
    mit festem schritt voran
    denn wenn ich will
    dann will ich

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