Du gehst fort von mir.

Ich hatte mal vor längerer Zeit in einem Buch (ich glaube, es war What if…) die Übung gefunden, eine Geschichte mit nur einsilbigen Wörtern zu erzählen. Das hatte beim ersten Versuch bereits eine unglaubliche Kraft und Erzählstärke. Jetzt mal wieder eine dieser Geschichten. Was haltet ihr davon?

Du gehst fort von mir.
Du küsst mich auf den Mund, dann stehst du auf. Ich frag dich: Wo willst du hin? Du sagst: Fort. Ich muss weg von dir. Ich kann nicht bei dir sein. Ich sag: Wenn du gehst, schmerzt mein Herz. Ich bin wie ich bin. Das musst du ver…Doch du stehst auf, ziehst dich an, machst die Tür auf, drehst dich um und sagst: Ich weiß. Du bleibst wie du bist. Das ist nicht das, was ich will. Was willst du denn, frag ich. Du schweigst und stierst mich an. Bleibst stumm. Bleibst still. Stehst nur da und schaust mich an. Es ist kalt im Raum. Es ist kalt in uns. Als Paar sind wir tot. Das weiß ich jetzt. Du gehst, schließt die Tür. Ich bleib hier und denk an den Kuss. Der Kuss, der mir bleibt von dir.

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