schmallippig sitzt sie
in der wartehalle des bahnhofs
ein kleiner koffer neben ihr
auf dem boden dieser gefließt
aus holz die bank ihre hände
gefaltet in sich gekehrt
laufen menschen vorbei
sie sitzt schmallippig
in der hetze auf ihrem platz
schon warm das holz
spürt sie nicht
die minuten gehen
an ihr vorbei unbeachtet
sitzt sie schmallippig
in der wartehalle des bahnhofs
[bin gerade dabei, das dichten zu verändern und mit wiederholungen anders zu spielen. auch die sprache ist etwas neutraler, mit mehr abstand. was bleibt, sind die umbrüche und die doppellesbarkeit, die sich hier ergibt. keine ahnung, ob ich bei dieser schreibart bleibe (vermutlich nicht), aber derzeit macht es spaß. das gedicht ist dann das dritte der reihe, die ich mit „im…“ betiteln könnte: im gebet, im winter und jetzt im bahnhof.]