kunstsommer-rückblick 7. august: inszenierungen

langsam aber sicher nähern wir uns der kunstnacht am samstag, die durch alle meisterklassen gestaltet wird. also auch durch die lyriker. während wir die ersten drei kurstage mehr bei uns waren, bei unseren texten, lesungen, eindrücken von lyrik und gedichten, schreibprojekten und herausforderungen, werden wir ab heute uns stärker auf den samstag vorbereiten, und gestern gab es dazu bereits einen kleinen vorgeschmack.

die inszenierung eines gedichts. das ist ein thema, mit dem ich mich bislang wenig beschäftigt habe. natürlich habe ich an meine geplante ausstellung gedacht, und ja, auch das ist eine art der inszenierung, aber bislang mehr der visuellen akustischen art. gestern nun die frage im kurs, wie wir ein gedicht auf die bühne bringen würden. es sind genau diese fragen, vermeintlich einfach, aber doch für mich absolut neu, die den kunstsommer ausmachen: ich werde aus dem üblichen denken, den üblichen gedankengängen in eine ganz neue richtung gelenkt. eine kurze und einfache frage, und doch weckt sie auf und bindet eine bislang völlig unberücksichtigt gelassene ebene ein. dabei liebe ich das theater und möchte mich bald wieder mehr in richtung dramatik und theaterstückschreiben bewegen. ich fühlte mich sehr angesprochen.

auch war es gut, dass wir selbst einen sehr kurzen fremdtext, also nicht einer der unsrigen, zusammen als gruppe inszeniert und damit gespielt haben. auch das bislang ein gedanke, mit dem ich mich zu wenig beschäftigt hatte. wie kann statt einer einzelperson eine ganze gruppe ein gedicht vortragen, darstellen, inszenieren? der kunstsommer ist ein geschenk. für mich. täglich packe ich ihn aus und entdecke in dem wunderhübschen geschenkpapier mit schleife drum herum ein noch schöneres und auf mich zugeschnittenes geschenk.

die mittagsgespräche sind ebenso hervorragend. sie werden immer mit den meistern der bildenden künste gestaltet. nach dem gespräch mit dem großartigen illustrator quint buchholz am montag, waren gestern die beiden maler thomas bechinger (abstrakt) und holger bunk (figürlich) zum gespräch bereit. es ist schön zu sehen, wie viel ich auch aus anderen künsten ziehen kann oder bereits gezogen habe, und auch, welche parallelen es oftmals im entstehungs-, reifungs- und wirkungsprozess der malerei und der lyrik gibt. so war die aussage von bechinger etwa, dass einem gemälde nicht anzusehen sein soll, wie viel zeit und mühe darin investiert worden war. auch ein text lebt von seiner wirkung und nicht davon, wie viele schleifen es gebraucht hat, bis er in dieser form besteht. wann ist ein bild, wann ein gedicht fertig und gut in seiner abgeschlossenheit? warum sollte ein maler seine bilder erklären müssen oder sich als besser-als-der-betrachter-versteher verstehen? warum nicht die interpretation des bildes dem betrachter überlassen, ohne sich zu erklären?

es sind inspirierende mittagsgespräche mit den anderen meistern und ebenso interessante gespräche am tisch mit den teilnehmern der anderen klassen. eine gute sache, dieser kunstsommer. ein geschenk.

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