#frapalymo no. 10: taschenfund

taschenfund

zwischen kalender
und börse ein kiesel

plötzlich den ganzen
fluss in meiner hand

Das ist Gedicht No. 10 von Frau Paulchen für den #frapalymo, und der Impuls lautete „taschenfunde“.

30 Tage, 30 Gedichte, no excuses: Wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und nichts sagen (was ja schade wäre) – oder im unten stehenden Kommentarfeld den Link zu seinem Blog/Webseite hochladen – oder das Gedicht selbst über das Kommentarfeld hochladen – oder auch einfach sonst einen Kommentar hinterlassen. Ähnlich über Twitter mit Link und Kennung #frapalymo und @FrauPaulchen

34 thoughts on “#frapalymo no. 10: taschenfund

  1. sandrastrazzi says:

    Taschenkund

    Sieh dir diese Tasche an,
    was die alles zeigen kann:

    Schlüssel, Kuli, Taschentücher,
    Fahrplan, Zettel, Lippenstift.

    Sieh Dir diesen Inhalt an,
    was der so verbergen kann:

    Was du öffnest, was du schliesst,
    was du schreibst, was du verschweigst,
    was du trocknest, wenn du weinst,
    wo du hingehst, wo du bleibst,
    was du täglich überstreichst.

  2. Taschen-Sachen

     

    Nebenunterobenüber

    Handybörsepatatü

    Bonbonsstocher

    Zitrotüchervom

    Chinesenparapluie

     

    Einkaufszettelschonerledigt

    Wäschereibonabernie

    Find ich

    Nebenobenüber

     

    auch ein Quäntchen Fantasie

  3. Was für wunderschöne Fundstücke …es macht große Freude, Eure Texte zu lesen. 🙂

     fährticket

    weißt du noch?
    sommerferien
    du und ich

    unterwegs
    über den fluss
    augen geschlossen
    beinahe eine
    seereise

     

  4. Esther Ackermann says:

    Dritter Tag

    Fernab vom Kopf
    Schiebt sich die Hand
    In den Mantel
    Spürt fleischig Weiches
    Zuckt zurück
    Wagt sich
    Mit Rückendeckung
    Noch einmal
    Holt
    Das Weiche

    Die Rose
    Drei Tage zuvor
    Aufs Grab gelegt
    Am nächsten Tag
    Gefroren befingert
    Wie dünnes Glas
    Klirren oder knacken
    Eingesteckt
    Heute
    Lebendig wie deine Hand
    In meiner

  5. Esther Ackermann says:

    Da (- bei „verstand“ -) ist Kleinschreibung wieder einmal ein Volltreffer! Danke auch, Michaela, für dein Echo zum ‚Dritten Tag‘!

  6. Gast Rike says:

    TaschenAnhänger

    unbeschwert schwerelos
    schwebend
    am Schlüsseltäschchen immer dabei
    mein Talisman Symbol für
    Zuflucht Geborgenheit
    mit viel Ausblick Offenheit
    und Leseplatz Kuschelplatz
    voll Erinnerungen an Glücksmomente
    Mutmacher für Alleinsamkeit Zweisamkeit
    voll Meeresrauschen Winderfrischung
    mein MiniStrandkorb

  7. Liebe Esther, ich mag das „Fernab vom Kopf Schiebt sich die Hand“! Das Unbewusste ertastet sich seinen Weg ins Wesentliche der Erinnerung, sehr schön!

    Grüßle, Birgit H.

  8. Och ihr Lieben, macht mir euer Zuspruch Freude!!! Das ist u. vielem a. das Tolle an Sophies Frapalymo, dass wir uns zusammen freuen können    🙂     🙂  ! Einen schönen Abend, Birgit H.

  9. taschenstress

    humorloser blick
    die fahrkarte bitte
    gewühl mit geschick
    das ist hier so sitte
    über funde erstaunt gummi zerkaut
    tempo benutzt münzen verschmutzt
    ergraute papiere
    in der tasche geschunden
    da ist die gesuchte
    zum glück noch gefunden

  10. elbée says:

    so ein schönes, kurzes, bündiges, aussagekräftiges gedicht wie dies vom kiesel, der zum fluss in der hand wird – da bin ich hin und weg !

Schreibe einen Kommentar zu Michaela Neger Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO