#kuso15: willkommen in anders

ich habe mich nicht vorbereitet. auf diesen kunstsommer in irsee. meinem vierten. nicht wirklich. ich habe mich beworben. ich bin zugelassen worden, einige wochen später gefahren. und nun bin ich hier und bin nicht vorbereitet. der alltag hängt in den koffern und der kopf ist voll mit vielem. was war was ist.

also gilt es für mich, diesen kopf mit seinen gedanken zu drehen, auszustülpen, damit platz raum zeit leere ist für hier. ich habe mich nicht vorbereitet. ich bin aber vorbereitet. mit jeder minute, die ich an meinem schreibtisch in meinem zimmer sitze. wie schon im vergangenen jahr. und dazwischen ist nicht da. als hätte sich zwischen der einen klösterähnlichen künstlerenklave und der anderen nichts getan. und doch alles. und dieses alles muss bedacht gewürdigt erinnert verarbeitet werden. eine zäsur mitten im jahr wie es andere nur mit dem jahreswechsel bekommen. es ist ein jahreswechsel. der anderen art. also, so beschließe ich, ist es gut, dass der kopf voll ist. damit ich ihn in seiner ausstülpung würdigen kann. um die leere wieder würdigen zu können. und das nächste, das kommt. ich bin vorbereitet.

[zwei anekdoten von den ersten stunden: ein mitschüler der meisterklasse meinte, als ich mich ihm vorgestellt hatte: „ach, du bist die, die so nen blog hat“. genau. dachte ich. die bin ich und wusste nicht, ob ich über diesen stempel schmunzeln oder bestürzt sein sollte. ich entschied mich für das schmunzeln. und die zweite bemerkung war eine frage während der abendunterhaltung im stiftskeller: „arbeitest du noch?“ ich glaube nicht, dass die person einen möglichen (schreib/dichter)ruhm, finanziellen erfolg und damit einen luxuriösen vorruhestand ansprach, insofern muss ich es auf den eindruck meines alters beziehen. soviel also zu meinem derzeitigen äußerlichen zustand. ich bin kurz darauf ins bett gegangen.]

6 thoughts on “#kuso15: willkommen in anders

  1. Liebe Sophie,
    wie schön. Irsee. Kenne ich gut von Fortbildungen, die ich dort in einem früheren Berufsleben gegeben habe. Genieße jede Sekunde diesen Verwöhn. Stülpe ein und aus und schenke uns Daheimgebliebenen deine Eindrücke. Bin gespannt.
    Ganz liebe Grüße,
    Birgit

    • oh, das will ich gerne tun, birgit. euch und mir meine eindrücke schildern. schön, dass uns also auch dieser ort in der zeit verbindet. lieben gruß an dich!
      sophie

  2. Also, liebe Sophie, ähnliches kenne ich aus meinen Seminaren in Wolfenbüttel, wo ich mich auch überflüssig und dumm fühlte und erstarrte. Manchmal ist es der falsche Zeitpunkt oder die falschen Menschen, die man trifft. Und vielleicht benötigt man auch gerade keinen neuen input sondern muss das alte erst einmal verarbeiten.
    Dennoch: mir erscheint ein solches Klosterseminar sehr reizvoll zum auftanken.
    l.g.
    Barbara

  3. Gerda Steger says:

    Liebe Sophie, ich freu mich für dich, in musischen Gefilden wieder daheim sein zu „dürfen“. Gewiss, ein unbeschreibliches Gefühl, und dank deinen interessanten Rückmeldungen und Farbgedanken lässt du auch uns daran kleinwenig teilnehmen. Bewundernswert, wie du das schaffst! DANKE für diese Einblicke in eine uns so nahliegende Welt kreativen Schaffens.
    Auch ich drücke dir die Daumen für erfolgreiches Gelingen!!!
    Freue mich schon auf ein baldiges Wiedersehen – ja, diese Woche wäre ich dafür frei gewesen.
    Mit lieben Grüßen
    Gerda

    • danke dir, liebe gerda! und wenn wir uns das nächste mal sehen, bekommst du zusätzlich zu den blog-berichten noch den persönlichen bericht! bis ganz bald. sophie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO