#frapalymo 7mai16: im(aginäres) schlupfloch

jenseits der grenzen landkartenlos
befindet sich eden atlantis das einhornparadies
mir wurde es versprochen in salbenden worten
ins seelenherz eingeflößt dort dort
mein kind
ist es schön ist es
noch viel mehr ist es
grenzabsteckung dein eigenes außenvor
höhlengleichnis kehr nur nicht wieder
hörst du kehr nur nicht

wieder

wandert
mein ich
jenseits der grenzen landkartenlos

 

das ist gedicht no. 7 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „im schlupfloch“. danke @IVlisterX für die anregung!

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @FrauPaulchen

35 thoughts on “#frapalymo 7mai16: im(aginäres) schlupfloch

  1. roteFrau says:

    o Schlupfloch,ohoh,ich weiß ja nicht,was ihr euch denkt,geschenktgeschenkt,kommen wir zur Sache,bin kurz mal weg…versteckversteck

  2. Gerda Steger says:

    Liebe Sophie, wie gerne folge ich deinem „jenseits der grenzen landkartenlos“, denn da fühle auch ich mich so herrlich geborgen. Wie schön klingt deine Atlantis-Welt in verdichteten Worten! Danke!

  3. Matthias Doellert says:

    Das Schlupfloch,

    Ausweg
    raus und weg

    Zufluchtsort
    und fort

    Ausflucht
    verflucht

    Durchschlupf
    Ausschlupf

    Im Schlupfloch,

    ein kommen und ein gehen

    ein bleiben und ein sich drehen!

  4. „Da musst du durch“

    Manchmal
    ist es so klein
    wie ein Nadelöhr
    und man selbst
    höckrig und groß
    wie ein Kamel
    andernorts
    wartet die Weite

  5. Gerda Steger says:

    mein Refugium

    gezimmert die kleine Insel mir
    ein Raum des Lichts
    ohne Staub des Alltags,
    eine Oase der Stille im
    Tropfentanz der Worte mir
    blühende Staketen ins zerwühlte Herz
    Land setzt jenseits
    aller Zeiten mir
    die Himmeln tinten
    lichtbestickt ich
    Arkadien atme!

  6. yumami says:

    Das Schlupfloch
    des Lügners ist die Wahrheit
    mit einem glaubhaften Körnchen
    schmückt er seine stories aus

    Das Schlupfloch
    der Empfindsamen ist die Depression
    im Zeitlupentempo verkriecht sie sich
    ins vertraute Schneckenhaus

    Das Schlupfloch
    des Narzissten ist die Aggression
    er schaut zwar in sein Spiegelbild
    doch fühlt sich selber nicht

  7. Schlupfloch

    Fliesenlegers schmucke Arbeit
    von vor Jahren.
    Terracotta ohne Lücke –
    bislang.
    Letzten Sommer
    dieses Ärgernis –
    Ameisen!
    Zwischen der Terracotta-
    Regelmäßigkeit ein Spalt.
    Tief und regenausgeweitet.
    Morgen gehe ich dabei.
    Heute ist frei. Ist Sonne,
    Ist faul sein.
    Am Rande ins Gras
    geduckt,
    meine Katzen.
    Ohren jagdfieberflach angelegt.
    Da! Ich sehe das Objekt
    ihrer Begiere. Ein Mäuslein.
    Ein Sprung. Gleich werden sie sie
    haben. Unerbittlich. Katzen eben.

    Wie froh ich bin
    über meine Trägheit
    heute. In der Sonne.
    Und das Mäuslein erst!

    • Gerda Steger says:

      Wie bewegend schön, liebe Ule, ein Stück Wirklichkeit der Welt hier ins Wort zu holen! Ein suchendes Schlupfloch für menschliche Verzweiflung und zerfetzter Hoffnung – ein Bild der besonderen Art!

      • Danke, liebe Gerda. Von der Wirklichkeit leidender Menschen sich zu lösen ist so unbarmherzig einerseits, aber andrerseits so notwendig, um die eigene Kraft zum Helfen wieder zu stärken. Manchmal weiß man gar nicht, wohin zur Erholung schauen. Nicht mal die Natur kann uns uneingeschränkt trösten in all ihren Verletzungen durch uns „Gottesgeschöpfe“.

  8. SCHLUPF

    Ich Lebe,
    Lebe Breit.
    Vergebe,
    Ohne Streit.
    Verzieh‘ mich gerne
    Durchs schlüpfrig‘ Loch,
    In Irrsinns Ferne.
    Im Traum, als Koch,
    Mit Letternsuppen.
    Am heut’gen Tag,
    Im Mai Wortgruppen.
    So, wie mans mag.
    Rühr alle Worte,
    An jedem Orte.
    Selbst im November.
    Remember.

  9. Esther says:

    Lärmendes Licht

    Klingeln rückt meinen Stein
    Ein Stück weiter
    Sinnlos die Kraft
    Nachzukriechen
    Angstschlüpfrig darunter

    • Gerda Steger says:

      Sehr treffend zur Sprache gebracht: „im Schlupfloch seiner Ausreden/ verfangen“. So als Bild habe ich es noch gar nicht gesehen. Doch nur zu gut kennen wir dieses eigenartige Schupfloch, in dem wir für Momente uns geborgen spüren. Ausreden haben eben hier Platz gefunden. Toller Gedankengang!

  10. Im Schutt der Tage gilt es
    die Klänge zu finden
    freizulegen
    vom Schutt der Tage

    im Lärm des Gerölls
    im niederkommenden Krach
    die feine Spur zu finden
    gilt es

    sie leise zu singen

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