#frapalymo 12mai16: aktuelles

meine niedergeschlagenheitswahrscheinlichkeit
beträgt heute zwanzig prozent
mit höchstgefühlen
von lächeln bis bauchhalten (letzteres eher vom südwesten
her kommend) und niederzweifeln (in schreiblagen)
wehen wortböen
vor allem am morgen zum abend hin
leichtere heiterkeit (gefühlt: heiter)
die sonne scheint irgendwo ist immer sommer

 

das ist gedicht no. 12 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „die aktuelle wetterlage“. mein blick auf das wetter ließ mich über das schöne wort niederschlagswahrscheinlichkeit stolpern – und prompt war ich bei niedergeschlagenheit und allem weiteren spiel mit der wettersprache. in welche lagen führt euch heute der impuls?

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @FrauPaulchen

29 thoughts on “#frapalymo 12mai16: aktuelles

  1. Matthias Doellert says:

    Die aktuelle Wettermeldung!

    Frische, matte, böse und schlagende Wetter…
    unverbraucht, erstickend, giftig und explosiv…

    Kontrolliert und dokumentiert – exzessiv…
    so wird sie mitunter zum Lebensretter!

    Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt!

  2. Moin aus Hamburg!
    Dieser Tag verspricht
    das Blaue vom Himmel
    Sonnenaufgang früh und Sonnenuntergang spät
    dazwischen vierzehn Stunden Schein
    bewölkt nur manche Stirn hinter Bürofenstern
    gegen Abend vereinzelt Schauer aus
    Gießkannen auf Geranien
    Fortsetzung morgen

  3. Grollende Wellen
    und dampfendes Schwarz
    im Verlaufe
    Geriesel
    nachmittags
    frostige Schauer
    das Nackenhaarhoch
    verzieht sich
    nach Liebsäuseleien
    in den Niederungen
    heiß
    laue Nächte
    nach Neumond
    gefrorenes Tief

  4. Gerda Steger says:

    wetterbefangen

    nichts mit Pfingstwetter
    „festlich heiter glänzt der Himmel“* heute
    morgen weint der Tag:
    Südwestwind fegt den Himmel leer,
    Wolkenberge er verspricht widerwillen
    Eishautreste Pankratius wittert,
    wetten dass, auch
    im Blütenregen gläsernes Licht
    tagaufwärts uns erblüht!

    * J. W. Goethe, Reineke Fuchs

  5. Wetterfröschin

    Bin ich ein Regen- oder Sonnenwurm?
    Ein dickes Manteltier,
    ein leichtes Jackenmädchen?
    Cool komm‘ ich angestiefelt –
    mit Thermo-, Baro-, Hygrometern
    vermess‘ ich meine Welt,
    nach Norden, Osten, Süden, Westen
    – Westen? Sind die auch wetterfest? –
    schau ich durch meine Rosabrille
    und zähle Schäfchen-
    wolken, Cirren, Cumuli.
    Mit meiner Regenhaut bin ich
    die Schirmherrin aller Amphibien.
    Komm, lass uns Wetterkarten spielen
    mein Lieblingsspiel ist Meteor.
    Bis übermorgen sitze ich
    ganz oben auf der Leiter,
    dann folgen Niederschlag
    und Dauertief.
    (ach, schnief)

    .

    .

    ich bin schon beim allgemeinen Wettertext steckengeblieben:
    http://www.wetter.de/cms/wetterbericht-deutschland.html

  6. Hina Artemon (@HArtemon) says:

    mind map

    kaltluft kommt aus nordost
    schneefall und nebel behindern die sicht

    linien immer gleichen drucks
    verbinden schauer mit heiterem tief

    die warmfront trifft auf wolkige winde

    nur die wassertemperatur bleibt im dunst

  7. Thema: Aufsatzzeit

    Schwitzig griffeln Kinderhände
    in die Stille. Vorn der Lehrer,
    und draußen lacht es golden aus dem Blau.
    Zum Fenster schicken Kinderaugen
    sehnsuchtsvolle stumme Bände.
    Die große Uhr tickt immer schwerer;
    die Luft ist ahnungsvoll, ist dick und grau.
    Was sollen sie sich aus den Köpfen saugen,
    wenn Draußen unerreichbar ist,
    wenn jede kleinste Nervenzelle
    die Freiheit insgesamt vermisst?
    Der Aufsatz liegt auf leeren Seiten,
    der Lebensmühle geht es ebenso;
    was sind die schönsten Ausflugstage,
    wenn sie gedanklich uns entgleiten?
    Was macht uns wieder lebensfroh?
    Die Rettung ist ein erster Satz,
    ein Vorgefühl vielleicht, aus Kindermund:
    ***„Im schwarzen Anzug naht sich ein Gewitter!“***
    Ja, das gibt der Hoffnung Raum und Platz,
    die Seele fast sich wieder festen Grund.
    So kleine rettende Gedankensplitter!

    • Fühlbares Wetter gefällt mir tausendmal besser als langweiliges. Ein Auf und ein Ab und manchmal kommt es „rüpelhaft“ daher wie die Wellen der Nordsee, liebe Ule. Deshalb lebe ich gern mit den Jahreszeiten.
      Liebe Grüße

  8. roteFrau says:

    WETTER: stürmisch,aprilgleich,unwirsch,mürrischmild,ärgerlich,sonnepur,schneegestöbert,igitt,graupelgrauslig…einfach SAUMÄSSIG

  9. ruth says:

    feiner schleierregen küsst die haut
    da wo du fehlst
    lässt bäche rinnen
    in meinen furchen
    harren da der zeit
    bis du als zarter frühlingswind
    mit deinen lippen die wasser trocknest

    (ach herrje, ich glaub ich bin verliebt 🙂

  10. yumami says:

    zwischen hochnebel und bodennebel
    ein sturmtief aus nord-nord-ooost
    zieht mich in die mitte
    der unendlichen
    stille

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