#frapalymo 20nov16: lichtscheu

die nebelgestalt
aus den mooren ausgespuckt
jammert sich ins farn

 

das ist gedicht no. 20 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „lichtscheue wesen“. nach längerer zeit mal wieder ein haiku geschrieben. spaß gehabt.

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @fraupaulchen

61 thoughts on “#frapalymo 20nov16: lichtscheu

  1. manche worte leben
    im dunkel
    raum zwischen ich und du
    in nischen höhlen aus
    schmerz angst
    häuslich eingerichtet
    treiben sie
    giftendes unwesen
    zerrt man sie ans licht
    würgt man sie heraus
    (unter gefühlter Lebensgefahr)
    verlieren sie
    an größe an schärfe
    in nullkommanichts
    zum lachen

  2. Matthias Doellert says:

    In dunklen Ecken kauern
    In schmalen Fugen lauern
    in tiefen Höhlen sich verstecken
    heimtückisch Sicherheit erwecken
    um blitzschnell dann hervor zu schnellen
    und seine Beute mit einem Griff zu stellen
    einerlei ob draussen oder doch drinnen
    treiben dabei sie so manchen von hinnen
    die Spinnen

  3. roteFrau says:

    riesenäugig,fledermausohrig,zwergknirpsig,leicht,sprungfedernd,langbeinig,langschwänzig,nachtaktiv…kleiner Maki scheut das Licht

  4. der Tag des Falken*

    ..

    dieser Fluch
    hat unsere Wege
    in den bösen Traum verbannt
    wo zwischen Tag und Nacht
    nur flüchtig
    unser beider, eigen Leben weilt

    als Falke
    drehst du deine Runden
    wenn die Sonne scheint
    des Nachts
    schleich ich als wolf im Dunkel
    durch den Wald

    wenn doch
    die Nächte hell
    und schwarz die Tage wären
    ein einzig mal nur
    der Mond sich
    vor die Sonne schiebt

    nur
    dieser eine Augenblick
    würd schon genügen
    in ewiger Liebe wär
    der Fluch besiegt

    (*) Fantasyfilm mit Michelle Pfeiffer und Rutger Hauer

  5. moritat

    ein bläßlicher nerd
    tageslicht-schüchtern und darknet-afin
    hängt mausetot über seinem keyboard
    virtuell ausgeblutet
    um fünf uhr sieben
    kichernd und schmatzend flattert
    ein vampir in die schwindende nacht

  6. im angstlicht

    sagst du
    sehe man alles
    schärfer
    was nütze es
    sterbende welten
    auf worte zu betten?
    in deinem seelenkeller suchst du
    nach einem feind
    besser sei’s
    sagst du
    einen gegner zu haben
    als die ätzende süßigkeit
    guter absichten aufzulecken
    suchst du denn nicht
    frage ich
    einen gott?
    ich habe keinen
    sagst du
    (nie gehabt)
    doch wenn er
    verdammt
    einen falschen namen hat
    monde zerteilt
    hasse ich ihn
    und meine angst
    wird zur kraft

  7. Gib mir Auskunft
    Nacht
    bring mich voran
    fast blind
    und in Stille
    lass den teigigen Tag
    versinken
    mit seinen lärmenden Reizen
    wo ist mein Klang
    geblieben
    schick mir
    Kühle
    Töne
    Antwort
    und nüchternen Trost

  8. modern times

    wer sitzt nicht hinter’m herd
    liebt pizzadienst und neonlicht
    die sonne kennt er schon lange nicht
    mehr die nacht ist sein revier
    am bildschirm bis frühmorgens um vier
    wer sitzt nicht hinter’m herd
    … der nerd

    (impuls: : „lichtscheue wesen“ von @fraupaulchen)

  9. Stephanie says:

    Wie wunderschön, diese ganze Vielfalt der lichtscheuen , bin fasziniert, berührt und im staunen ! Danke Euch allen. Meine kleine Dichterin hat leider heute eine ganz akut-lichtscheue Phase….

  10. Wer ahnt sie, hört sie, sieht sie

    Es dämmert. Silbern steigen erste Sterne,
    scheinen fahl am Himmel, blinken auf,
    erreichen ihrer Nächte steten Lauf;
    nah, zum Greifen fast, doch sind so ferne.

    Leuchtend hinter faserigen Wolken
    in trauter, aber nebelhafter Galaxie
    chaotisch-kosmisch schimmern sie,
    heiße Sonnen, milchstraßen-gemolken,

    tief aus der Schwärze ungezählter Zeiten
    sind nur sie es, die es wohl zuwege bringen:
    <b<Chimären, Harpyien und andere ähnlich Scheue

    himmelstürmend aus den Himmelweiten
    erdgefangen wie auf Adlerschwingen
    uns Menschen heimzusuchen, jede Nacht aufs Neue.

    (Achrostichon

    • So ist es, wenn zu lichtscheuer Zeit noch etwas gechrieben wird. Fehler schleichen sich „lichtscheu“ ein, deshalb noch einmal:

      Wer ahnt sie, hört sie, sieht sie

      Es dämmert. Silbern steigen erste Sterne,
      scheinen fahl am Himmel, blinken auf,
      erreichen ihrer Nächte steten Lauf;
      nah, zum Greifen fast, doch sind so ferne.

      Leuchtend hinter faserigen Wolken
      in trauter, aber nebelhafter Galaxie
      chaotisch-kosmisch schimmern sie,
      heiße Sonnen, milchstraßen-gemolken,

      tief aus der Schwärze ungezählter Zeiten
      sind nur sie es, die es wohl zuwege bringen:
      Chimären, Harpyien und andere ähnlich Scheue

      himmelstürmend aus den Himmelweiten
      erdgefangen wie auf Adlerschwingen
      uns Menschen heimzusuchen, jede Nacht aufs Neue.

      (Achrostichon)

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