#frapalymo 9nov17: willkommen

willkommen

in der verweigerung
schweigen
einzig

eine eng beschriebene transparente lage
du
eine schicht haut

still
wo du bist
unaufhörlich unaufhörlich unaufhörlich

nimm:
zeit
ankunft leben
als synonym

 

 

das ist gedicht no. 9 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete: „zerschneidet und setzt neu zusammen – aus drei eigenen texten wird ein neuer“. die schnipselarbeit und das neu zusammenfügen hat mir viel spaß gemacht. ein ganz eigenes neuschaffen des bestehenden. famos.

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @fraupaulchen

49 thoughts on “#frapalymo 9nov17: willkommen

  1. Zwischen den Lärmtürmen kauern
    Holme wie vergessene Stoppeln
    am Nebelfjord ziehen zwei Raben
    fristen Luftschlossgerüste
    nackt und entledigt von allem
    vorüber – noch einmal hoch
    auf meinen Feldern das Meer glatt
    und warten auf andere Generationen

    Was einmal Sehnsucht war
    wie flüssiges, schwarzes Glas
    seelenkalt streifen die Blicke
    wie nasser Schnee lockt
    liegen verstreut und warten
    wie schon immer gehe ich jedenfalls
    ein Lichtregen über den Hängen

    Gestern wollte ich noch unter Menschen
    weiter und hoch
    Gesichter erkennen
    mich nüchtern auf Fensterglas
    – mein Nachmittagstraum –
    heute schule ich um
    auf einen Jungen nicht mehr
    ermutigt von Tänzen und Achtsamkeit
    zum Tiefseewesen

    Feiner Eisbruch – ein Spiel

  2. Gerda Steger says:

    ich will
    mein herbstlaub haus
    verlassen jenseits der
    fallenden blätter tage
    hinaus ins schweigen
    schwelgender weite
    mit dir ziehen

    durch das flammenrot
    der blätter meere waten
    ich will
    den tanz der freiheit
    im sonnenregen täglich
    mit dir sehen

  3. Nachtfahrt II (im Zug)
    .

    zerflossen und leer
    moderbraun
    gießt sich die Landschaft
    vors Fenster

    ich habe die Zeit
    auf meinen Schoß gebettet
    Sommerblumen Zitronen

    draußen die Gruft
    da rauscht es erdig
    Amöben füßeln
    in trüber Brühe

    ich träume
    von Sonnenzimmern
    von Samt und Musik

  4. von @tauscher57:

    Gefangen im nächtlichen Netz
    der Gedanken
    der neue Tag erwacht

    Novembertage, neblig grau
    verschleiern die Erinnerungen

    Ich zähle die Regentropfen an den Zweigen
    tropfen herab
    ziehen Kreise in der Pfütze

  5. Die Träume
    vom Gestern
    waren Schäume.
    Abrufbar,
    wenn der Alltag
    zum Himmel stinkt.
    Aus nächtlichen Schatten
    wollte ich ihn retten,
    den Kokon meines Traumes.
    ein neues Atmen
    liebevoll im
    Ein und Aus.
    Er entglitt mit der Wintersonne
    und zerfiel ins Alltägliche.

    (frapalymo 2016 – zerschnipselt, veschoben)

  6. Jutta@GEDANKENTaenze says:

    Jede Spur im Sand
    erzählt dem Wind Geschichten
    vom Wandel
    ein Zurückblicken
    Buchstabe
    für Buchstabe
    im Sonnenlicht
    mit Lichtfäden
    einatmen
    Unendliche Weite
    des Universums
    ein loslassen
    bevor die nächste Welle
    sie mitnimmt
    wie Schneeflocken
    schmelzen lassen
    leer atmen
    Worte von mir
    durchwirkte
    goldglänzende Gräser
    Worte von dir
    hauchend
    In der ewigen Sprache
    der Natur

  7. Andrea says:

    die scheidung!

    unüberbrückbar borderline werden
    sie erschufen die skala 2.0
    bis der rosenkrieg mich zusammenrinnt

    leben hat angst. ich außer tod?
    was doppeltes bringt dich
    schwärzer ins grab
    wenn eine es noch will
    die zweite zur welt gebracht

    ich brech die herzen und
    aus ihnen fragmentkörper

    vater will sie
    was schert’s mutter
    er sagt dass ich
    vor differenzen stehe
    den fingern gift zu geben

    von wo auf der welt
    vergehst du
    es bringt mich?
    sie sind ich

  8. yumami says:

    ver.rückt

    der morgentau der erinnerung
    verhallt im windschatten
    der schrei der regentropfen
    umhüllt die erwartung

    die irrlichter des schweigens
    fliegen aus der achterbahn
    die fugen der schwerkraft
    frösteln im kinderlachen

    die stille der klarheit
    tanzt mit der wahrheit
    die ecken der resonanz
    schäkern mit dem apfelbaum

    die geliebte der hoffnung
    flattert im vaterseelenfrieden
    herzensglücksessenz
    ich liebe dich

  9. Der Fluß aus meinem
    Gedanken-Labyrinth
    ist salzig
    ohne meine Träume
    und mündet
    in mir.
    Der Sinn ist zu erfragen,
    stundenlang und mit
    der Ausdauer
    jeder Welle im Meer.
    Mein Hez ist
    meines Lebens Kraft.
    Mein Atem am Fenster;
    ich warte schon lange
    auf mich.
    Manchmal
    sind Tränen
    ungeweint
    und dabei doch
    Energie pur.
    Das Meer:
    Sehnsucht breitet sich aus.
    Nirgendwo Menschen
    endlos Ruhe
    ich bin
    zu Hause.

    • yumami says:

      supergute Idee
      man kann auch Wörter und Satzfetzen im Internet sammeln
      und zu einem Gedicht zusammensetzen (einfach bestimmte Schlüsselbegriffe eingeben und dann sehen, was kommt)

  10. (So ganz sicher bin ich mir nicht, ob ich das Verfahren richtig verstanden hatte… So habe ich es nun gemacht: Ich habe drei Texte ausgewählt, in Zeilen zerschnitten und gemischt, draus verdeckt sieben Zeilen gezogen, die in Worte zerschnitten und zusammengebaut… und nun werde ich meine Bilder nicht mehr los…)

    unbeachtetes
    durchschaue
    lautlos

    durch gelb berührt
    holt sie
    die scheiben

    mit dem baum

    • ach ghislana, ich weiß nicht, ob es hierbei ein richtig oder falsch gibt. ich denke, schön ist, wenn bilder dich weiter beschäftigen – vielleicht wollen sie da ja neues werden. <3
      lieben gruß. sophie

  11. Am Anfang die 21cm Linie Wasserstoff h1
    der weißschwarzen Dekonstruktion
    Helium und Wasserstoff – was ist dabei …

    Mit den Augen der Krähe, ihren Flügeln besehen
    Leben als Wesung, Verwesung, Vermehrung, Verwendung
    in digitalen Wattlandschaften und Mischwaldsymbolen

    Bleibt nur: Das Schwarz umarmen bis die Dunkelheit
    im Funkenflug zerbirst und Sterne schlägt
    Die Nacht ist länger als du denkst mein Freund

    ————–
    aus meinen Texten:
    http://lebenswandeln.de/2016/texte/lyrik/2017/
    http://lebenswandeln.de/2017/texte/2748/
    http://lebenswandeln.de/2017/texte/lyrik/2708/

  12. @philosophina says:

    erst einzelne umgebracht
    dann immer mehr
    schließlich hielt sie mich wach
    Tag und Nacht

    diese Stille fein gewoben
    ich hörte sie schreien
    versunken bald die Fäden breit
    um mich herum die Stille schweigt

    Tropfen fallen zu Boden,
    dass endlich Ruh wär
    was kann man länger ertragen
    aus Tränen ein Leben
    wünscht ich mir nicht

    die Zeit war so laut
    sie lies mich ruhen
    in einem Meer konnte ich
    sie nicht noch hören
    und habe sie, diese Stille
    Tag und Nacht

    jetzt ist es nur Regen
    selbst wenn, dennoch zwei Leben

  13. von @katkaesk:

    Ich hab da ein Loch
    dass du mir rausreißt/
    Du streckst mir deine Gedankengänge wie die Hand entgegen /
    Jedes Mal, wenn ich an dich denke, entsteht ein neues Loch

  14. Esther Ackermann says:

    Kürbisse

    Das Fenster schielt
    mit schmalem Kreuz
    An mir vorbei
    Nur wenn dein Schatten
    Halt macht in ihm
    Schaut es mich
    Mit geweiteter Pupille an
    Der Rauch steht still
    Meine Träume kringeln sich
    Hinter die Kürbisse auf dem Sims

  15. von @lose_gedanken:

    Sätze!
    Buchstaben-Gespinste zwinkern mir zu.
    Feinste Zweigsätze.
    Verkettet.
    Meist übergroß.
    Braucht es Nicht!
    Wort sein genügt –
    kichert der Regen.

  16. Stephanie says:

    Zeit für Wunder

    Ein Hund bellt
    Das Meer singt
    Ein Mann liest
    Und am Himmel
    der grosse Wagen.

    Göttliches Licht
    Bei Tag und
    bei Nacht
    Zärtlich liebkosen
    uns Winde
    Stossen uns Stürme um.

    Strahlen die Sterne für uns ?

    Und für wen leuchten Sonnenblumen ?

    Das letzte Kichern von Grossmama
    Und atmende Delphine.

    Und irgendwo im Nirgendwo
    Spielt mozartös ein Cembalo.

    Zeit für Wunder

  17. kaleidoskop

    zweigen gleiten
    regenbogenpikiert
    zärtliches fließen gehörte
    den aufgetauten regentropfen
    lange gesänge am horizont
    im spiegelbild vexiert
    verschwanden wolken die platzen
    für klänge haftungsloser sepia

  18. Freundinnentreffen

    Wir haben das WIR zerschnippselt
    ganz ohne Schere
    Zettel für Zettel
    ausgebreitet
    auf dem Tisch
    wir haben
    gesprochen
    gegessen
    getrunken
    die Schnippsel gemischt
    zusammengefügt
    gelacht
    von Tisch gefegt
    noch mehr gelacht
    wir haben gesungen

    Scheiß auf die Schnippsel
    Wir können sie zusammenlegen
    wie wir wollen
    die Summe ist immer
    LIEBE

    @sargantanasal.com

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