"Die Gier nach immer mehr ist uns Menschen vorbehalten." (Bernhard Moestl)
Author: sophie
ausgeleuchtet (aus: Lyrik-Zyklus Farbenspiele)
ausgeleuchtet
aufgerissene münder erstarren
stehen vor einer wand ein
gemälde gaffen glotzen
auf kunst im kopf nichtfüllung
stieren sehenlos selbst
erkenntnis als unwort der
nacht treibt frühe stunden
in augen ausge
leuchtet wahnsinn der
keinen namen hat
Wie atmet ein Drache?
Von Michaela habe ich als neuen E-Mail-Impuls eine Aufgabe zum Hören von Gedichten bekommen und kann dabei auch nur auf die tolle Seite von Lyrikline verweisen. Unbedingt mal reinhören!
Prinzip der Entschlossenheit
Frau Paulchen liest gerade ein sehr interessantes Buch: Shaolin. Du musst nicht kämpfen, um zu siegen von Bernhard Moestl. Ich kann nur sagen: bislang sehr empfehlenswert. Nach dem Prinzip der Gegenwart und dem der Achtsamkeit bin ich bei dem Prinzip der Entschlossenheit angelangt. Und ich habe (mal wieder) festgestellt, wie einfach und doch unglaublich schwierig Entschlossenheit ist.
zirkusnummer
der gedankenzirkus dreht sich. du sitzt auf dem pferdchen als mädchen. du sitzt im feuerwehrauto. es ist ein junge. du wärst irgendwie. heute dreieinhalb. ich ließ dich los. schenkte dir freiheit. flieg, sprach ich, flieg in den himmel hinein. lass mich hier bloß allein. bin ich heute. denke oft an dich. was aus dir geworden wär’. streck manchmal meine hand aus. aus dem nichts kommt nichts. zurück. würde ich die zeit drehen und mich neu entscheiden. manchmal ja. nein. nein. und er dreht sich weiter, weiter, immer weiter.
Sind Sie sicher?
Manchmal kommt die Erkenntnis ja mit brachialer Wucht. So geschehen am vergangenen Sonntag, als Frau Paulchen müde in der Sonne lag, träge vom Licht und die neue Ausgabe der Federwelt durchgelesen hat. Booouuummm! Stand da dieser Satz: Sind Sie sicher, dass Sie schreiben wollen? Ich meine, allein diesen Satz in einer Zeitschrift übers Schreiben zu bringen, finde ich sehr mutig - und sehr richtig.
ist der frühling ein mittagsgericht
Es lohnt sich immer wieder, fixpoetry zu lesen und sich den Newsletter zu bestellen. Heute flattert er mit einem wunderschönen Gedicht von Marie T. Martin ins Haus. Unbedingt lesen! Dort stehen dann so wunderbare Fragmente drin wie: ist der frühling ein mittagsgericht / im eimer voller seife vielleicht fällt das jahr aus der hand / vielleicht fällt die leere in dich. Hach. Seufz. Schee.
zu alt
bin ich zu alt, frag ich und schau in die gesichter der um mich stehenden. glatte seen ohne tiefe schauen zurück, hier und da eine furche, berg und tal und ähnlich fortgeschritten. wann nur, wann bin ich alt geworden? überholt von einer jugend, die selbstbewusst im leben steht. rosengleich. haben veilchen daneben daseinsberechtigung? du bist nicht alt, sagst du und nimmst meine ungebügelte hand. wenn die natur zerklüftungen und ebenen zulässt, dann kannst du es auch. du machst das leben bunt. danke. flüstere ich dir ins ohr. für diesen kleinen höhenflug. ich lande sanft.
petit poème en prose: bei berührung
schon zwei diesen monat. sagst du. und schaust auf deine hände. zusammengelegt wie bettlaken nach der wäsche. schon zwei. ich kenne jetzt schon so viele, die, die. du drehst an deinem ring. schaust aus dem fenster. der frühling ist da. in deinem gesicht ein klatschmohnlächeln, das bei berührung zusammenfällt. zwei in einem monat. die karten bei müllers gehen bald aus. die haben nicht so viele verschiedene. da schreibt man sich besser auf, welche man wem verschickt. wie die kleider auf hochzeiten. da gab es auch zwei in einem monat.
Klarheit zu Mia
Dass ich dabei bin, an meinem Buch über Mia zu arbeiten, wisst ihr vielleicht schon. Jetzt bin ich in meiner Vorstellung ein gutes Stück weiter gekommen und habe für euch und vor allem für mich notiert, in welchem Genre das Buch geschrieben sein wird, warum ich es schreiben will, wie die Prämisse lautet und um was es in der Geschichte geht - also die Story in drei Sätzen. Here we go - was meint ihr dazu?