Vermutlich

Vermutlich liebe ich dich.
Ein wenig.
Ein bisschen.
Ganz und gar.

Atemberaubende Kopfspülung.
Verzweifelte Tat.
Möchte dich bei mir haben.

Sag doch was, mein Liebster.
Bist so.
So.
Ich weiß auch nicht.

Was drängt dich nach vorn?
Weg.
Drängen.
Ein Kampf.

Vermutlich wärst du.
Du.
Anders.

Aber du bist es nicht.

Mein liebstes Lieb

Wenn ich dich seh, und mein Herz zu rasen anfängt,
Wenn ich mit dir spreche, und meine Worte sich wie Balsam um meine Seele legen,
Wenn ich deine Hand halte, und sich tausend kleine Härchen wie von Zauberhand aufstellen,
Wenn ich deine Augen sehe, und ich mich mannigfach darin verlieren könnte,
Wenn ich bei dir bin, und ich weiß, dass ich genau dort an genau diesem Moment genau richtig bin,
Wenn ich dich fühle, weiß ich, dass dies Liebe ist.

Urlaub vom Du

Ich bekenne mich ja dazu, einmal im Jahr alleine in den Urlaub zu fahren und das auch ganz bewusst zu wollen. Und wo wir diese Woche schon beim Thema Liebe sind, so möchte ich hier klarstellen, dass dieser "Urlaub vom Du" - wie es einst eine liebe ältere Dame bezeichnet hat - in keinster Weise eine Abkehr vom Du ist, sondern, wie ich es empfinde, viel mehr eine Besinnung auf das, was einem selbst und in dieser Beziehung wichtig ist und was man gerne weiter und intensiver pflegen möchte. Und für diese Erkenntnis, für dieses Bewusstsein braucht das Ich auch ab und zu mal Zeit.

Dichter und Worte – ein Verhältnis

Natürlich muss ich an der Stelle von Liebeslyrik auch Erich Fried erwähnen und ihm eigentlich ein eigenes Weekly widmen. Das kommt vielleicht später, aber an dieser Stelle seien Gedanken aufgegriffen, die wunderschön sind und die Arbeit, das Wesen und die Schmerzen eines Schriftstellers, Lyrikers, Wörtermenschen so klar umreißen, dass nicht mehr viel hinzuaddieren bleibt.

Fügungen (von Erich Fried)
Es heißt
ein Dichter
ist einer
der Worte
zusammenfügt

Das stimmt nicht