#frapalymo 7nov15: frau

für falten bist du zu
milde geworden als dass sich
gefühlsschluchten bildeten und erinnerungsteiche
du hoffst nicht mehr weißt lebst die tage
wie geschenke früher
vom christkind
heute nur das
zurückgeschobene weiß das glatte glatte weiß


das ist gedicht no. 7 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „lasst euch von guido renis barockporträt einer alten frau zu einem text inspirieren“.

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @FrauPaulchen

44 thoughts on “#frapalymo 7nov15: frau

  1. Es wird
    weiß fühle ich
    nicht lang mehr dauern
    es wird
    weiß fühle es
    bald
    vielleicht Tage noch, Wochen?
    er wird
    weiß fühle ich
    kommen nicht klopfen
    mich finden
    am Herd im Schlafgemach bei der Klöppelarbeit
    er wird
    weiß fühle es
    mich holen auf ewig
    in sein schwarzes Land

    • elbée says:

      ja, deshalb trau ich mich immer gar nicht vorher hier reinzulesen…. damit ich nicht beeinflusst werde (oder eben überwältigt)

  2. Gerda Steger says:

    Ein herzliches Hallo in die Malerrunde, und deine Worte, liebe Birgit, kann ich nur bestätigen: wundervolle Bilder schon von Sophie, Corinna und Silbia zur Schau bekommen, die alles an Schönheit schon in sich tragen. Ja, mit welchen Pinselstrichen kann überhaupt noch was zum Ausdruck gebracht werden?
    Kann nur sagen „Chapeau!“

  3. Gerda Steger says:

    gemalte Poesie
    (Guido Reni, Bildnis einer alten Frau)

    ein verstecktes Leuchten wie Kupfer
    Glanz letzter Herbsttage deine Augen
    von Saat und Erntezeit erzählen,
    von gefüllten Krügen erfülltem Sein und
    ein Rest von Sommer noch
    in diesen Augen.Blicken mir erblühen über
    weißen Schleier still weise dein Geist
    bereit auch fürs ewig Weiße
    in sich schon ruht

    • nun komme ich auch mal wieder in den genuss von deinen gedichten, liebe gerda 🙂
      sehr stimmungsvoll dieses hier, es fließt, es leuchtet.
      so, wie es im herbst sein sollte.
      und es trifft den geheimnisvollen ausdruck des gemäldes.

      (liebe sophie, eine so schöne idee dein „frapalymo“!)

      ich lese zumindest ein wenig mit, wundervolle texte! 🙂

      herzliche grüße
      diana

      • Gerda Steger says:

        Liebe Diana, wie überrascht es mich jetzt, Dich hier zu lesen. Danke für die schönen, mich aufbauenden Worte!
        Kann sie im Moment gut gebrauchen – werde wahrscheinlich demnächst leider nicht mehr richtig dabei sein können (?).
        Dir und euch allen in der Schreibrunde noch farbenfrohe Gedicht-Tage!!! Bis dann, mit lieben Grüßen…

        Gerda

  4. Wie schön, euch alle wiederzulesen! Ich freue mich auf die restlichen Wo hen mit euch, obwohl ich mich leider etwas verspätet habe. Vielleicht schaffe ich es, noch etwas nachzuholen.
    Ihr habt schon so vielfältig das Bild und das Thema „Alter“ verdichtet, dass ich sehr beeindruckt und von vielen Gedichten berührt bin.
    Hier findet ihr meinen Beitrag:
    http://wp.me/p3Rppc-91

    Ule

  5. Finales Schauen

    Am Anfang wird Ultramarin zu Wasser,
    Rotes Gestein als stummer Widerhall
    Berührt die Seele wie Sterne aus dem All;
    Korallen zeigen sich ein wenig blasser.

    Olivengrün wird durch den Pinsel nasser,
    Möcht‘ fein sich mischen – das auf jeden Fall.
    Petrol bedeckt die weißen Ränder dick und drall;
    Orange dazu – schon wirkt die Leinwand krasser.

    So sah ich dieses Bild vor mir entstehen;
    Ist es erst fertig – was für eine Kunst.
    Tritt einen Schritt zurück und schau:

    Im Großen wirkt der Götter Blau,
    Oh, sie gewähren uns die Gunst,
    Noch nie hab ich was Schöneres gesehen.
    (ein Akrostichon)

  6. Ach. du liebes Bisschen, da hab ich mir gestern Abend „Malerei“ notiert und dann nicht noch einmal nachgeschaut, was die eigentliche aufgabe war. Nun denn – so sei es. Bleibt eben mein Akrostichon zur Malerei und überhaupt bestehen.
    Liebe Grüße und ‚tschuldigung.
    Margret

  7. elbée says:

    anblick

    es liegt mir nicht
    in den händen
    wie du mich siehst

    meine haut so dünn
    du legst mir ein leichtes
    kräuseln in die augen

    was hast du darin
    alles gesehen

    elbée

  8. Freundin

    Dein Blick
    ist in all den Jahren
    noch wissender geworden
    wie du mich anschaust
    jetzt
    so still und ernst
    weiß ich doch
    gleich werden wir lachen
    schallend laut
    was schert uns unser schütteres Haar
    die Erinnerungen darunter
    sind darüber erhaben

  9. Gerda Steger says:

    Liebe Frau Frog, so wohltuend heiter und beschwingt erreichen mich diese Verszeilen. Zum Schmunzeln schön mit erhabenen Gedanken.

  10. Ruth says:

    für marie

    zu deinen lebenszeiten
    hielten wir distanz
    ich die sechszehnte
    von fünfunddreissig
    eine von vielen
    die sonntags rabauzten
    und kuchen
    in die münder stopften

    du reistest mit mir
    auf einsamen wegen
    als du schon längst
    gegangen warst
    legtest deine geschichte
    vor die verschlossene tür
    meines herzens
    so wandelten wir
    dennoch
    allein

    nun endlich
    höre ich deine söhne
    deine töchter
    dein antlitz zeichnen
    ich sehe
    in ihrem lächeln
    dein lächeln

    es öffnet sich
    die tür
    zu dir weit auf
    es lichtet sich
    mein herz
    und manchmal in der nacht
    flüstern wir uns leise.

  11. blick in die zukunft

    in deinen augen kann ich
    mir verzeihen schleierbeladen
    ohne zu klagen weiter
    gedeihen angstlos vertrauen
    trotz schrundigen sands
    auf uns zu bauen
    mit allen verweilen gemeinsam
    zu teilen

  12. roteFrau says:

    Oh,Bildnis, ach,bezaubernd, schön, gemalter Pinselstrich,Spiegel, Spieglein, an der Wand,die alte Frau,Schönste im ganzen Land #frapalymo

    • elbée says:

      liebe traumspruch,
      ich finde es faszinierend, dass wir, obwohl oder weil wir das bild sehen können, häufig genauso ratlos davorstehen
      und so kommt diese unsicherheit in fast allen unseren texten zum ausdruck, egal was oder wieviel wir sehen können
      lieben gruß, elbée

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