#frapalymo 31mai16: elf

hinter den wolken ist nimmer lummer schlaraffenland
das off das sich über das ich erstreckt

jenseits

sämtlicher kausalitäten und wohlstandsfloskeln inmitten
einer scheißblühenden kapitalismusgesellschaft

zerreißt das hier das sein die
treibjagd mit fanfaren und fähnchen ist eröffnet

am ende

steht ein männlein still im walde ganz stumm
und neben ihm zehn andere

 

das ist gedicht no. 31 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „elf“. (ich meine, das ist das erste mal, dass ich in einem text das sch-wort verwendet habe. und trotz hin und her wollte es da bleiben, wo es jetzt steht – mit allem wenn und aber. ein übergang.)

das war es also wieder mal mit dem dichtermonat im mai. es hat irre viel spaß gemacht, eure energie zu spüren und eure wunderbaren texte zu lesen. für mich war der mai eine echte kleine herausforderung, denn das unverdichtete leben hatte mich ganz schön im griff. nun freue ich mich erstmal darauf, euch noch ein mal im mai zu lesen und dann hoffentlich wieder im november. wie gesagt: mein rückblick folgt in den nächsten tagen.

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @FrauPaulchen

42 thoughts on “#frapalymo 31mai16: elf

  1. Matthias Doellert says:

    mit spitzen ohren bin ich geboren
    und ich kämpfe gerne, vor allem aus der ferne.
    beweglich, geschickt, steinalt und von schlanker gestalt.
    ein elf halt!

  2. Gerda Steger says:

    wörter.leuchten

    auf dem höhepunkt unserer zeit:
    lorbeerkränze flechten, setzen
    für geschriebene gedanken.bilder,
    herzblutleuchtende,
    für atemverwobenes heute
    morgen elf-
    chen auch helfen kann
    einen tag zu retten

    elfchen

    sternblau
    meine gedanken
    auf deiner landschaftshaut
    mit fingern sie ertasten:
    kaskadenrausch

  3. flüchtig

    und sanft –
    der muttermilchfluss
    hat jeden tag
    eine andere farbe.
    obs dein kind ist
    in der birkenwiege?
    obs zwei gesichter hat
    zwischen weiß und weiß –
    ich tanze und schlürfe
    und flüster‘ dem kind
    seinen nachthunger ein.
    du atmest schwer
    im walde des schlafs
    zu schwächlich
    das licht anzuzünden –
    aber dein fremdes kind!
    das sind die mutterträume.
    flüchtig wie ich:
    der elf.

    • Gerda Steger says:

      Dein Elfchen, liebe Yumami, ist sehr bildhaft, gefällt. Nun bin ich froh bzw. hinweggetröstet über meinen ursprünglichen Morgengedanken: die elf sprachlich ins Fußballspiel zu holen, sie als „tor“ zu verdichten. Dir gut gelungen!

    • Sogar für eine Fußball-Analphabetin schön gemacht – normalerweise wandert mein Blick sofort weiter, wenn Gedrucktes mit Fußball zu tun hat, hier war die Ausnahme.

  4. Gerda Steger says:

    Liebe Sophie, dein lyrischer Text spricht mich sehr an, allein schon die hier eingefädelte Metapher „lummer schlaraffenland“, die auf die Dualität von Realität und Imagination hinweist, wie wundervoll auch dein Sprachbild im Spannungsbogen liegt. Das Leserauge weitet sich und sagt DANKE!

    Danke, liebe Sophie, auch für die Mai-Sternstunden deines „frapalymos“. Bin froh, auch täglich dabei gewesen zu sein.
    DER LORBEERKRANZ GEHÖRT DIR!
    Es waren äußerst interessante, mich bereichernde Schreibimpulse. Und jeder einzelne ein sinnlicher Magnet!

    Auch an euch allen, frapalymo-Teilnehmern, ein herzliches Danke für tägliches Lesen-Können eurer vielfältigen Texte, die mich so oft tief berührten, sowie für erhaltene Rückmeldungen. Es war schön mit euch allen in der Schreibrunde! Bis zum nächsten Mal!
    Seid alle lieb umarmt
    Gerda

  5. roteFrau says:

    Ich wünsche euch allen einen schönen Sommer wir lesen uns… Im November: 11,elf,zehn,plus,eins,zehn,bereits,keins,übersehen,überlesen,Jubel,Jubel,Jubel,allerOrten,auf ein Neues,auf die Elf *!!!!!!!!!!!*

  6. Was soll man schreiben,
    wenn die Abschiedsstunde naht,
    wenn uns nur kurze Frist gegeben ist,
    wenn die Uhr zur letzten Stunde schlägt,
    zur Mitternacht, die uns nicht schlafen lässt;
    dann ist die Zeit zurück zu drehen, und wohin?
    Das leuchtet ein und macht auch Sinn,
    denn auf dem runden Ziffernblatt,
    das außer Zeigern Zahlen hat,
    steht allein die Doppel-1
    als wunderschöne Elf.

    In diesem Sinn: Danke , Sophie, für einen kreativen Mai und da wir die Zeiger nicht zurückdrehen können (in real), warten wir aufs nächste frapalymo.
    Liebe Grüße

  7. …sodele, ein doppelt gemoppelt der Abschluss
    https://traumspruch.wordpress.com/2016/05/31/elfelfchenpluseins/

    ich danke euch allen für eure wunderschönen poetischen Werke… Ihr habt mir manchen Tag versüßt Stern lächel besonders in den letzten Tagen, wo mir die Technik wieder wilde Streiche spielte
    jetzt bleibt mir noch, der lieben Sophie zu danken, für all die Mühe, die sie sich mit uns gemacht hat… Euch wünsche ich herrliche Sommertage, nicht ganz ohne Poesie … Winkewinke… ❤️

  8. Meisterzahl

    Sie schwingt silbern
    zwischen dir und mir
    zwischen uns und der Welt
    schwingt sie frei
    die höchste Oktave
    nur wahrnehmbar
    im Wachtraum
    wenn die Herzfrequenz zittert
    kurz vor Sonnenaufgang
    dann webst du sie um uns
    wieder und wieder
    ein Klangnetz
    aus elf Millionen Silberfäden

  9. Ein Dankeschön Euch allen hier – für’s Texte-Lesen-Dürfen, für Anmerkungen, für einen schönlyrischen Mai!

    Weiterhin viele lyrische Momente wünscht Euch

    Anna

  10. Ohne Zahl kein Jahr
    beginnt bei eins
    zählt weiter
    zwei drei vier
    erreicht im Laufe dann die fünf
    vielgeliebt gepriesen
    vergeht auch sechs
    die sieben
    acht hat auch was mitgebracht
    vollendet neun
    und bringt die zehn
    weiter muss auch diese ziehen
    bis plötzlich elf zwölftel vor uns stehn
    und geht auch diese Zahl vorbei
    hat ganz schnell uns die zwölf erreicht

  11. Da schließe ich mich an. Und sende einen besonderen Dank an Sophie für alle Mühen der Organisation. Auf ein frohes Wiederlesen im 11. Monat! Herzliche Grüße von Corinna

  12. Liebe Sophie,

    herzlichen Dank für das feine, lyrische Rankgerüst durch den Mai!
    Es hat mir viel Freude bereitet!

    Ebenso Dank an alle Mitwirkenden, die den #frapalymo zu dem machen was er ist. Ein tolles Treffen und Zusammenwirken von lyrischen Momenten. Mal humorvoll, dann mit Tiefgang – immer am Impuls.

    Sollte die Idee zur #frapalywo reifen, bin ich gern mit dabei.
    Herzliche Grüße,
    Silbia

  13. Danke euch allen, die ihr dazu beigetragen habt, den Mai so zu erfüllen. Und an dich, Sophie, besonders, deren Impulse und diskrete Regie den Lyrikmonat so fruchtbar und rundum erfreulich gestalten. Ich werde auch in Zukunft nicht aufhören, eure Blogs zu besuchen und euch mit Freude zu lesen. Bis später. Tschüß!

  14. ulrike says:

    an frau paulchen und alle frapalymoisten!
    tja, mit gedichten konnte ich dieses mal nicht aufwarten – nur mit meiner abwesenheit. um es mit deinen worten, liebe sophie, auszudrücken: ich hatte einfach zu wenig ausreichend ruhige ‚meinzeit‘ und die familie schrie nach ‚fünftzeit‘; aber dafür habe ich den einstieg in die berufliche vollzeit geschafft.
    auf irgendeine weise werde ich die reizvollen impulse und eure werke nachlesen und für mich nachholen.
    euch allen eine gute zeit und bis zum herbst, ja?!?
    ciao
    ulrike

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