#frapalymo 1nov16: anfang

ich bekam eine nachricht die*

auf einem einkaufszettel geschrieben unendlichkeit
versprach du
stand da
musst zwischen sternen fliegen fangen seitdem

stelle ich mich
unter den nachthimmel
stelle ich mir
vor wie man nachts fliegen fangen kann verstehe

ein paar tage ein paar
jahrhunderte später
die nachricht lautete
du

 

das ist gedicht no. 1 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „die ersten wörter sind eure ersten wörter“. ich habe die erste zeile (*kursiv gedruckt) aus herta müllers gedichtband „vater telefoniert mit den fliegen“ gewählt. spannend, wie sich das fremde ins eigene mischt – und sich sogar die fliegen aus dem buchtitel einbringen wollten…!

ich freue mich aufs lesen eurer texte – auch wenn ich vielleicht erst gegen abend dazukommen werde.

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @FrauPaulchen

24 thoughts on “#frapalymo 1nov16: anfang

  1. Keksreicher says:

    Nippend an Worten
    ein kurzes
    Inhaltsreich von allem
    Bewahrt im ganzen Sinn
    Schweigsam und Gedankenvoll
    VorWort Schluck für Schluck
    nährt Neugier
    schmeckt verheißungsvoll

  2. ge(h)zeiten

    diatonisch geschäumt verwegen
    verlegen verträumt
    in roberts wind
    als kind zu den sternen
    enfernte sich hoffnung vom lernen
    gefangen im häut

    „Jahre später, sie waren längst erwachsen …“
    aus Daniel Kehlmanns „F“

  3. Wen es trifft*

    dem bricht der Boden

    der hängt in der Luft

    und zappelt

    klammert Strohhalme

    die Welt muss neu

    erschaffen werden

    nach dem freien Fall

    der noch nicht

    der letzte ist

    * erste Zeile aus dem gleichnamigen Gedicht

    von Hilde Domin

  4. Matthias Doellert says:

    “Ach, was kann man oft von bösen
    Kindern hören oder lesen.“
    Schreien treten beissen
    an den Haaren reissen
    Schwänzen schummeln
    an Verbotenem fummeln
    Alkohol Nikotin Drogen
    die Eltern gern belogen
    Streich auf Streich
    folgen sogleich.
    Aber später dann im Leben,
    hat’s doch noch was gegeben.
    Also ist die Moral von der Geschicht,
    traue bloß deinen lieben Kindern nicht.
    *frei nach Wilhelm Busch*

  5. Ich nestelte an meiner Perlenkette*
    perlmuttern, traumhaft, wunderschön –
    ihr Widerschein.
    Mein Eigen wird sie morgen
    wohl nicht mehr sein;
    denn Zacharias Siebenböhn,
    Pfandleiher seines Zeichens,
    ließ sich erweichen
    und
    mir im Austausch
    tausend Taler borgen.
    Wenn ich sie doch nur schon hätte.
    Und obendrein die Perlenkette!

    Jeannette Walls: „Schloss aus Glas“

  6. roteFrau says:

    am Anfang war das Wort… und irgendwas mit: die Würde des Menschen…unantastbar…beides schien…unantastbar und unwirksam zugleich

    * Die beiden Zitate, die ich hier verwendet habe, kennt sicherlich der eine oder die andere…
    Ich freue mich, dass ich auch diesen Monat mit meinen kurzen Beiträgen etwas beitragen darf. Herzliche Grüße an euch alle

  7. *Es war ein besonders windiges Jahr:
    die Stürme wollten nicht enden
    sie schäumten bis in den Herbst
    grollten und fegten
    abgerissene Worte
    klebten sie auf den Asphalt –
    und wir
    laufen den täglichen Weg
    unter verletzten Schirmen
    suchen wir Reste
    der Wind brüllt von allen Seiten

    *1. Satz aus: Gisèle Prassinos, Der Mann mit den Fragen, München 1963

  8. yumami says:

    die ersten wörter
    werden worte
    die ersten
    sind die letzten
    zuerst die sinne
    dann die wörter
    erst sinnwörter
    sind innenworte

    inspiriert von:
    „Es ist die Stille, die ich hier in Worte zu fassen suche.“
    Stella, das Ohrenmädchen von Maria Aurin

  9. yumami says:

    was für ein Datum: am 1.11. startet der 11. frapalymo

    Danke, liebe Sophie, für Deine Beständigkeit 🙂

    schön, euch alle hier (wieder) zu treffen …

  10. Auch wenn ich diesmal nicht mitdichte, gönne ich mir die Freude, euch wenigstens zu lesen.
    Was für ein großartiger Auftakt!
    Ich wünsche euch einen erfüllten Lyrikmonat und grüße euch herzlich.

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