#frapalymo 25nov17: glitzer

glitzer

am schluss legt sie den silbergürtel um
vortäuschung einer mitte
das letzte spiegelbild bleibt unbeantwortet

auf der brücke die menschen
schwarzscharen in einer nacht
deren dunkelrecht vertrieben worden ist

sieben sechs fünf vier
beim glockenschlag himmelsblicke

über ihr

funkellichter
die das wasser verschließt

 

 

das ist gedicht no. 25 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete: „doppelimpuls, teil 2: glitzer“. ich freue mich auf eure glitzertexte!

wie geschrieben, werde ich heute offline sein und abends nachlesen und texte in den blog nachtragen, aber nicht twittern. danke für euer verständnis!

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @fraupaulchen

59 thoughts on “#frapalymo 25nov17: glitzer

  1. du kommst aus dem Schatten
    siehst vor dir
    das Wasser –
    wie ein riesiger Diamant
    von der Landschaft gefasst

    Licht
    das vom Himmel sticht
    lässt sämtliche Farben
    in deinen Augen
    tanzen und blinken

    du legst dich ins Grün
    atmest die quellende Luft
    unter tiefblauem Dach –

    sagst: ein Glitzertag

  2. roteFrau says:

    ‪Er wollte glänzen,wollte funkeln,strahlen,hell,erleuchtet…stattdessen schillernd glitzernd, Rampensau im Rampenlicht, ein Blender

  3. Stephanie says:

    Einsammeln
    möchte ich

    den Lichtperlentanz
    auf Meereswellen
    den Schneeglitzer
    in der Mittagssonne
    grosse Eimer voll

    und zärtlich ausgiessen
    über weinenden Seelen
    und einsamen Kindern
    überall auf der Erde

  4. @MaremmaUrlaub says:

    Glitzer glitzer
    heile Weihnachtswelt
    früh schon reingeschneit
    in die Tempel des Konsums
    Weihnachtsbäume stehen stramm
    Euros rollen Scheine knistern
    Buntes kugelt
    glitzer
    magic winter wonderland

    Fotos dazu auf Twitter

  5. Asphaltglitzer
    glänzend
    der schwarzgraue Asphalt
    feuchtglänzend
    das Anthrazit der Straße
    granitgrau
    Beton
    schiefergrau zwischen den Häusern
    das Mondlicht fällt fahl

    aschgraue Gedanken
    rauchgraue Schwaden
    nachttiefddunkel

    klack klack
    die Absätze deiner Schuhe
    klack klack klack
    klack klack

    dann stehst du vor mir
    dein Mund
    dein Kuss
    eine silberne Strähne umschmeichelt dein Gesicht

    und es
    glänzen
    funkeln
    tausend
    glitzerstrahlendhelle Sterne
    in deinen
    dunkelgrauen
    Augen

  6. liebe frau paulchen, ich las gerade auf deinem twitter-account, dass du das gefühl hast, nur noch banalo-gedichte schreiben zu können. ein bisschen geht es mir auch so. ich merke, dass das tägliche schreiben unterschiedlich leicht bzw. schwer von der hand geht. manchmal kommt eben nur ein banalo-gedicht heraus, das ist manchmal genug und in ordnung. die anderen gedichte warten ja nur, bis sie befreit werden, von dir, von mir, von den anderen. das wird schon wieder kommen, keine sorge. einen entspannten samstag wünsche ich. liebe grüße auch an alle anderen teilnehmer und teilnehmerinnen. danke für deinen unermüdlichen einsatz und die tollen ideen.

    • … Ja, dies geht uns wohl allen so, ab und an, hin und wieder, das sind die blauen Stunden der Poesie…
      und liebe Sophie, dein heutiges Gedicht ist alles andere als banal
      … Das was ich da heraus lese, ist die absolut geniale Beschreibung eines… S.

      so und nun euch allen ein wunderschönes Wochenende gewünscht
      herzliche Grüße Dagmar

    • danke, liebe großstadtpoetin. wer kennt sie nicht, diese schreibkrisen… ich weiß, dass es beim #frapalymo nicht darum geht, perfekte texte zu liefern. die meisten von mir dürfen weiter abhängen, reifen, sich ändern oder vielleicht auch bleiben und in den schubladen ihr dasein fristen. es geht vielmehr darum, täglich zu schreiben und zu verstehen, dass alles, wirklich alles impuls sein kann, wenn wir uns dem öffnen. und genau das ist wunderbar und das andere fast schon nebensächlich. aber dennoch lebe ich mit mehr oder weniger zweifeln (wer kennt sie nicht…) und an manchen tagen sind sie lauter als an anderen. danke für deine worte, großstadtpoetin, und ebenso vielen dank für deine, liebe dagmar. darüber habe ich mich sehr, sehr gefreut. lieben gruß. sophie

  7. Fern von
    jenem Gestern
    wo das Glück
    verfestigt schien
    in der heimeligen
    Sippe
    sind alle fort
    verewigt nun
    die Salzkruste
    auf meinen Wangen
    übernahm einzig noch
    glitzernd
    das Licht der Freude;
    ein böser kleiner Mann
    mit Oberlippenbart
    stahl nicht nur
    ein rosa Kaninchen

    als Doppel-Impuls von gestern zu sehen

  8. Im matten Licht des halben Mondes
    unter den Schritten das Laub
    dumpf und klebrig
    mir fehlt
    das klirrende Glitzern 
des Schnees

    Im ersten Licht des Tages
    an den Fenstern
    die Regentropfen
    grob klopfend
    mir fehlt
    das stille Glitzern
    der Eisblumen

    Im grellen Licht der Kaufhäuser
    auf den Weihnachtskalendern
    Sterne auf Einhörnern
    kühl glänzend
    mir fehlt
    das warme Glitzern
    von Sternenstaub

    Bleibt
    mit geschlossenen Augen 

    mir ein Glitzern zu reiben von tausenden Sternen
    wie in den eisigen Novembernächten
    als ich ein Kind war

  9. Andrea says:

    Flitterwerk

    Im Winter
    glitzern auf den
    Tannenspitzen
    filigrane Schneeflocken.

    Im Frühling
    reihen sich Tautropfen
    funkelnd an den Zweigen
    zu Perlenketten auf.

    Im Sommer
    wird der Baum vorm Fenster
    zum Kronleuchter
    behangen mit Grünkristall.

    Im Herbst
    schimmert am Morgen
    Raureif silbern
    auf den Wiesen.

    Die Natur hat einen
    unfehlbaren Sinn
    für Deko und Effekte.

  10. schein bar

    wir sehen einander nur
    aus der ferne gerne
    nur im netz befangen
    mit likes und clicks
    abgehangen
    wir denken alles sei echt
    im hier und im jetzt aber
    digital virtuell gerecht
    analog sind wir glitter

  11. von @twollitter:

    Tränen kitzeln und glitzern
    ihr Salz ist kostbar
    sie machen Erde zu Humus

    Es mir schönreden
    kann ich

    und doch tut es mir leid

    Es tut mir
    Leid

    es regnet

  12. von @tauscher57:

    im schein des lichts glitzern
    nur an der oberfläche wahrgenommen

    die schönheit bleibt in der tiefe verborgen
    im fluss wie in manchem leben

    still im äußerem schein
    hinab tauchen in die tiefe

    um die schönheit zu bergen
    der lohn für mutiges tun

  13. von @katkaesk:

    Was will man schon
    über glitzernde Tränen
    oder Tropfen schreiben
    oder was einem noch
    so ins Gesicht steht
    oder Schneeflocken
    Seidenschimmer auf
    der bloßen Haut
    wenn man nichts sieht

  14. von @lose_gedanken:

    Manchmal.
    Manchmal glitzert
    die Stimme
    vor Ungesagtem.

    Lautlose Töne.
    Gedachte Gedankentropfen
    perlen zu Boden.

    Widerspiegeln.
    Schwere oder Leichtigkeit.

    Manchmal.
    Beides zugleich.

  15. Streu Glitzer auf die Maske
    dann hören sie deine Schreie nicht

    Streu Glitzer auf die Pflaster
    dann sehen sie deine Narben nicht

    Streu Glitzer auf das Dornenkleid
    dann spüren sie deinen Schmerz nicht

    Doch du
    hörst deine Schreie
    siehst deine Narben
    spürst deinen Schmerz
    und kein Glitzer kann all das
    jemals zudecken

    Sie streuen Glitzer auf deinen Sarg
    dann sehen sie das Elend nicht.

    https://fantasiafragile.de/streu-glitzer/

  16. https://www.morast.eu/2017/11/25/frapalymo-25-am-rand/

    am Rand

    als die Welt zum Himmel schoss
    an Firmamenten Blüten gleißten
    als Gelächter tosend grellte
    und Glitzer durch die Blicke stach
    als Farben alle Sinne rissen
    und Klang mich wuchtend niederwarf
    als der Boden wonnend bebte
    und mich ein Menschenmündersumpf verschlang

    da hielt ich inne zwischen Zeiten
    und atmete ein Ich in mich
    und fand am Rand
    in zartem Netz
    ein Krabbeln
    und ein Lächeln mir

  17. Nachts unter Wasser
    sehe ich Glitzer
    flirrende Farben
    der tänzelnden Sepien
    im zarten Liebesspiel

    der Mond selbst
    beim Blick nach oben
    wie ein Juwel
    schwimmt und schillert er
    auf den Wellen

  18. von @tauscher57:

    im schein des lichts glitzern
    nur an der oberfläche wahrgenommen

    die schönheit bleibt in der tiefe verborgen
    im fluss wie in manchem leben

    still im äußerem schein
    hinab tauchen in die tiefe

    um die schönheit zu bergen
    der lohn für mutiges tun

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