#frapalymo 27nov17: ein mädchen

ein mädchen

es war einmal ein mädchen
das lebte ihr leben mal laut mal leise
tagaus tagein ob fern ob nah
ein gesicht in der menge

da öffnete sich eine tür
kein goldenes licht kein getretener pfad
kein ausblick auf leicht sorglos und heiter

und doch schritt es hindurch
und doch nahm es den weg

es war einmal ein mädchen
das lebte ihr leben mal laut mal leise
in fern in nah
sich selbst ein gesicht
und schaute gespannt auf das ende

 

das ist gedicht no. 27 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete: „alle texte starten mit ‚es war einmal…‘“. ich bin gespannt auf eure wendungen, märchen und realitäten, kurz: auf ein neues lesevergnügen!

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @fraupaulchen

73 thoughts on “#frapalymo 27nov17: ein mädchen

  1. es war einmal eine graue stadt

    schau: dort oben
    bin ich gestorben.
    wie eine burg
    throhnt der betonbrocken
    immer noch über der stadt.
    gibt es auch seelenraubritter?
    fragst du –
    ja. und sie geben sie
    (sagen sie)
    stück für stück
    an mich zurück:
    auf rosentellern
    oder in goldenen schalen.
    wenn ich zugreife
    ziehen sie sie weg –
    die wiederräuber.

  2. Es war einmal
    und ist nicht mehr (denkt man)
    aber das ist falsch (fühlt man)
    denn
    was einmal wa(h)r
    spurt Herz und Seele
    kleine Furchen tiefe Rillen Narbenstraßen
    solange man nicht gestorben ist
    lebt Gestern noch im Heute

  3. von @twollitter:

    Wie Märchen beginnen

    Und wie sie enden

    Das Leben ist kein Märchen
    Es beginnt „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute
    und endet „Es war einmal“

    Und doch erkennen wir in der Rückschau
    dass die glücklichen Zeiten des Lebens märchenhaft sind

  4. Es war einmal
    ein Knabe
    und ein Irrtum
    die sich fanden

    im Kinderzimmer
    eines Tages oder nachts

    der Irrtum mächtig
    der Knabe schmächtig
    konnte sich nicht wehren
    ließ den Irrtum von sich zehren

    doch eines Tages
    erhob er sich, der Knabe
    ganz mutig und entschlossen

    nur half ihm keiner
    er wurde wieder kleiner
    er blieb allein
    mit einem großen Irrtum

    einsamer als zuvor
    verpackte der Knabe die Freude
    und wartete am Klavier
    auf seine Prinzessin „Stärke“

    und wenn er nicht gestorben ist
    so musiziert er auch noch heute

  5. Gerda Steger says:

    Herz schau

    es war einmal
    in einer bildfüllenden Julinacht da
    verzauberte mich ein Licht

    ein bewegtes Blau tanzte auf der Seelenbühne,
    gereifte Gedanken perleten in
    der Muschel deines Wortes: Liebe!

    es (war) ist einmal(ig)
    die tausendundmehr Märchen
    Bilder mit deinem Stempel:
    sternewig!

  6. Kurze Mär vom ängstlichen Ich

    Es war einmal ein Über-Ich
    gebärdete sich fürchterlich
    Das Ich, zutiefst davon verschreckt,
    lief weg. Unter dem Es versteckt
    ist es vor Schwäche eingepennt
    und träumt bis heut’ vom Happyend

  7. von @tauscher57:

    es war einmal
    die zeit aus kindertagen
    hinter jeder ecke
    eine neue welt
    neue abenteuer
    dann kommt die zeit der realität
    sie nimmt dir diese unbeschwert zeit
    auf reisen begegnet sie dir wieder
    die zeit aus kindertagen
    holst nach die abenteuer
    in fremder welt

  8. Es war einmal
    eine in ZWEI Teile
    gerissene Seele
    die hörte,
    aller guten Dinge
    seien DREI
    Ihre kläglichen
    Versuche
    sich in Drei zu teilen,
    mussten scheitern
    weil Stellen
    hinter dem Komma
    nichts wert sind
    Dieses begreifend,
    zog sie sich zurück
    und wurde EINS.

  9. @MaremmaUrlaub says:

    Entzauberung
    Es war einmal……..
    ein Märchenschloss
    eingesponnen und umrankt
    drinnen träumt Prinzessin
    Brombeerblau
    vom Prinzen,der sie kuesst
    doch leider ist es gar kein Schloss
    vom Prinzen keine Spur
    innen wächst ein Feigenbaum
    und Brombeern gibt es nur
    Foto dazu auf Twitter

  10. Es war einmal
    vielleicht auch zwei-, dreimal
    wer weiß das schon genau

    Wintertag, Schnee halb und halb
    Wolken in der Sonne
    Da ist es gescheh´n

    Du warst dabei, und du und du
    habt es geseh´n
    Bezeugt!

    Es war einmal
    Und keiner hebt den Blick
    wer weiß das schon genau

  11. Joachim Kügler says:

    Unerschöpflich ist die Fantasie zum Thema: Es war einmal !
    Wenn‘s nicht so wäre, das wäre doch wirklich fatal !
    Die „frapalymo“-Spielwiese der Sprache
    ist eine sehr, sehr gute und kreative Sache !
    Sie führt uns heraus aus der Enge,
    das bedeutet mir ‘ne ganze Menge !
    Künstlertum ist nicht nur wen’gen vorbehalten,
    das Internet hilft allen beim Gestalten !
    Joachim Kügler

  12. Es war einmal ein armer Tropf
    der saß am Rand mit aufgestütztem Kopf
    und seufzte tief und klagte weh:
    „ach jemine, ach jemine!“

    Sein Herz war schwer, er weinte fast
    der Rücken krumm von all der Last.
    Es war zu spät, er konnt‘ nicht mehr
    obschon er flehte gar so sehr.

    Die Hülle gab schlussendlich nach
    und platzte auf mit Donnerkrach.
    Der Tropf verwandelt sich, ach welch ein Segen
    in einen höchst willkomm’nen Sommerregen.

    https://fantasiafragile.de/es-war-einmal/

  13. roteFrau says:

    ‪es war,einmal,ist keinmal,überhaupt,alles geflunkert,grauslich,märchenhaft…und wenn sie nicht bezweifeln,erleben sies noch heute

  14. von @katkaesk:

    Es war einmal
    nichts und wieder nichts
    nichts was es hätte
    werden können
    nicht hier und nicht da
    nichts was man sagen
    nichts was man wünschte
    nichts was man erklärte
    und doch: es ist etwas.

  15. von @absurdistante:

    Es war einmal Mord.
    Dann kamen die Tode.
    Zwei oder vier.
    Dahinten im Dritten Bezirk.
    Einmal mit Mond und zweimal mit ohne.
    Im Hellen, im Dunkeln aber immer mit Rabe.
    Es interessiert nicht nicht die Bohne.
    Doch drehen sich Dichter im Grabe.

  16. lose_gedanken says:

    Es war einmal ein
    kleiner, grauer Montag.

    Mit seiner Freundin, der Phantasie
    plante er eine Rundreise.
    Bis zum Mond und allen Sternen!

    Und wenn die beiden
    nächste Woche nicht zurück sind,
    dann… 🙂

    (Text/Bild auch auf Twitter…)

  17. Andrea says:

    Ein Märchen

    Es war einmal ein tapf’rer Jüngling,
    ein Prinz von gar schöner Gestalt.
    Er hörte von einer Prinzessin,
    die lebte im Drachenwald.

    Man sagte, die garstigen Viecher
    setzten ihr fürchterlich zu,
    belagerten fauchend das Schloss –
    nie komme das Fräulein zur Ruh.

    „Wohlan denn“, dachte der Jüngling,
    „der Job ist wie für mich gemacht:
    Die Jungfrau in Not wird gerettet,
    als Held kehr ich wieder heut Nacht!“

    Mit seinem Ross ritt er geschwinde
    und gelangte schon bald an sein Ziel,
    doch auf des Waldes Lichtung
    beschlich ihn ein zweifelnd Gefühl.

    „Ich seh ein Schloss, doch keine Drachen,
    die drohen und Feuer speien,
    und auch keine Spur von der Dame,
    die ich kam zu befreien.“

    Da hörte der Prinz ein Rumoren,
    das hinter den Schlossmauern grollte,
    und plötzlich erschien die Prinzessin
    plus Drache, den sie verfolgte.

    Der Prinz rief: „Mylady, verzagt nicht,
    die Rettung naht!“, und macht Kotau.
    Die Dame, sie lächelt ironisch:
    „Nicht nötig, denn selbst ist die Frau.“

    Mit wehendem Rock lief sie weiter –
    „Verzeihung, dürfte ich mal?“ –,
    sie griff sich sein Schwert ohne Zögern,
    ihr Hieb für den Drachen fatal.

    Der Prinz war stumm vor Erstaunen,
    solch Frau hatte er nie gekannt!
    „Ihr seht“, sprach forsch die Prinzessin,
    „als Held seid Ihr hier nicht verlangt.“

    „Doch eurer Anblick gefällt mir,
    drum halt ich an um eure Hand.“
    So heiratet schließlich der Jüngling
    die wackerste Heldin im Land.

  18. Schnell noch mein Gedicht reingehext:

    https://www.morast.eu/2017/11/27/frapalymo-27-im-wald/

    im Wald

    es war einmal zur weihnachtszeit
    im tiefen Dunkelzauberwald
    die Hexe, gruselig und alt
    zu einem Leckersnack bereit

    Lockend schmücken ihren Pfad
    letzten Brotes trockne Reste
    doch kein Weinen streift die Äste:
    Kinder gamen, fahren Rad

    Die Hexe hat sich unterdessen
    ein bisschen Ablenkung erhext:
    einen zeitschriftigen Text
    (der Hexenmagen knurrt nach Essen)

    Fleischgenuss sei out of date
    steht dort riesengroß und bunt:
    Kohl’nhydrate? Echt gesund!
    Die perfekteste Diät!

    Die Hexe seufzt in sich hinein
    setzt den Kessel auf den Herd
    während Kaffewasser röhrt
    reißt sie lecker Mauern ein.

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