#frapalywo tag 1, text 1 – zuhause versus heimat

vier wände vier augen

hier lebe ich
sagt sie selbstgewollt in dieser stadt
die wände gelb innen
blass und pflanzen
sucht man vergebens
dafür den blick

links neben der tür auf elf uhr
das kreuz
in jedem zimmer
gewissheit
ein vieraugenprinzip

dort
hier

starre ich
mich alleine an

 

 

das ist tag 1, text 1 der #frapalywo zum impuls „zuhause versus heimat“. hauptthema der woche lautet „so viele heimaten in mir“. ich freue mich auf eure abgrenzung zwischen zuhause und heimat – oder auf eure abgleichungen.

da ich heute und morgen viel unterwegs bin, werde ich nicht sofort zum lesen und twittern kommen. ich danke für euer verständnis und werde die texte definitiv in intensiver nachlese herzen und tweeten.

7 tage, 7 texte, 1 thema: wer bei der #frapalywo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalywo und @fraupaulchen

53 thoughts on “#frapalywo tag 1, text 1 – zuhause versus heimat

  1. sandrastrazzi says:

    Ich hatte damals
    ein Zuhause,
    eines,
    in das ich immer
    wieder einkehrte
    ähnlich einer Gaststätte
    jedoch,
    auf jedes Ankommen
    ein Fortgehen

    Aber du,
    du hast es in jenem Sommer
    zu meiner Heimat gemacht

  2. Meernotizen says:

    Kisten verpackt und entsorgt.
    Türen auf- und abgeschlossen.
    Räume gefunden und gestaltet.
    Zurückgelassenes und Wiedergefundenes.
    Herzlich Willkommen und Auf Wiedersehen.
    Hier und Dort.

    Jetzt.

    Himmelszelte vermessen und immer wieder
    gelandet.
    Im Heimathafen.

  3. Gerda Steger says:

    ein Glanzgefühl

    dort im Duft der Rosen
    Worte flimmernder Augenblicke liegt
    verliert sich mein Herz und

    ich halte still
    die brennenden Worte aus
    mir sich schreiben über die Welt

    voller Schönheit und Wunder der Himmel
    lieb mir blüht dort
    in der Sternenbarke Worte finden mich

    heimatet dein Atem
    Duft die Essenz der blauen Blume
    die mich hält und trägt

  4. Carmen (Jutta)@GEDANKENTaenze says:

    Kinder ohne Heimat
    Wie sollen sie sich
    zuhause fühlen?
    Ohne Mutter und Vater
    und Geborgenheit
    In ihren Herzen
    Splitter der Zerstörung
    Mit Herzblut geschriebene
    Sehnsucht
    tropft ins Meer
    der Flüchtenden
    Träume zerstört
    im Sand fremder Strände
    mischt sich mit dem Blut
    der niemals Ankommenden

  5. Moin, ihr Lieben,
    ich freue mich, dass es wieder soweit ist. Frapalywo. Was sonst.
    Hier also mein erstes für diese Woche.

    Feierabend
    Dies schönen Tages Abend kehrt‘ ich müde
    in meine Heimstatt, erreichte mein Zuhaus;
    die Tür, sie hing verschlossen in den Eisen,
    als wollte sie mir Schlüsselkraft beweisen
    und schickte ohne Not mir den Garaus.

    Ja, wäre ich nicht jene, die ich bin,
    wäre ich ein haltlos Leben ohne Sinn,
    so nützte mir ein Schneiderkleid nun doch;
    ich kröche, zwängte meine ganze Gänze
    durch ein verängstigt Schlüsselloch.

    Im Dunkel sähe ich die Heuchler stehen,
    die sich auch dann noch Rosenkränze
    um den Spalt der Zungen züngelnd winden,
    mit Giergeblick in jenen Abgrund sehen,
    in dem sich ganze Völkerscharen schinden.

    Dem Schreckensbilde wäre ich gern entflohen;
    allein – es bleibt mir nur das eigene Verrohen,
    bleibt vielleicht die Prise voll gesunder Wut.
    Wird so, was unterging, dann wieder gut?
    Was, wenn die Erde sich dem einst entlüde?

  6. @MaremmaUrlaub says:

    Zuhause versus Heimat
    Arm beide und Wein wird angebaut,
    liegen in Dreiländerecken
    Land hier,Stadt dort, Etrusker, Römer,Schwefelquellen versus
    Kohlehalden
    Hier duften Lindenblüten,dort steht das Elternhaus….

  7. Stephanie says:

    Zuhause ist
    Wo alles darf
    Von quatschgelacht
    Bis ausgeweint
    Mit Toastgeruch
    Und Schnellnochkuss
    Zu Einfachda
    Und Ohneangst.

    Heimat ist
    Dakommichher
    Bei Flussgeruch
    Mit Sprachmusik
    Zu Kindgefuehl
    Und Wurzelkraft –
    Bilderflut und
    Tiefstvertraut.

    Zuhauseheimat klingt
    Wenn ich sing
    Zwischen Bauch
    Und Haut
    Und drumherum.
    Irgendwo.

    Überall.

    • …und gleich der Einstieg mit einem so schwierigen Versmaß – das spornt an, liebe Heike. Sehr passend,so ein Pantun. Verzögert wiederholt sich alles – bei jedem Umzug.

  8. Zuhause bin ich überall.
    Wo ich mich an einen Tisch
    setzen kann,
    den Stift in die Hand nehme
    und zu schreiben beginne,
    Da bin ich zuhaus.

    Meine Heimat,
    eng und alt,
    will mich festhalten.
    Ich strecke ihr die
    Zunge raus : Ätsch!
    Zuhause bin ich überall.
    Ich schreib mich frei.

  9. Ohne Klavier oder Buch
    bin ich traumlos
    bin ich zu Hause nicht daheim

    nicht im Keller oder der Bude
    der Stadt leider
    auch nicht bei Dir

    ohne Nähe
    wieder und jetzt

    Heimat fand ich
    woanders
    in nachtblauer Tiefe
    beim Forschen

    in kargen Bergen
    Laboren und Wüsten
    Zeilen und Zeichen

    fand ich
    im Augenblick

    fand ich
    beim Lachen

  10. Andrea says:

    keinort

    mein zuhause sind
    fünfzig quadratmeter

    einzelzelle und
    das gedankenecho

    erschüttert die erde
    unter meinen füßen

    mein herz ist wie
    ein heimatloses kind

  11. „Wo die Weser einen großen Bogen macht“
    da mach ich inzwischen einen Bogen drum
    „Wo der Kaiser Wilhelm hält die treue Wacht“
    das Denkmal wird beim Vorbeifahren immer kleiner
    „Wo man trinkt die Halben in zwei Zügen aus“
    ich trinke kein Bier mehr
    „Da ist meine Heimat, da bin ich zu Haus“
    zu Haus war ich da mal
    lange her

  12. von @lose_gedanken:

    Das Äußere
    hat sich verwandelt
    – so scheint es –

    Das Innere
    ergänzt sich permanent
    – so ist es –

    Heimat und Zuhause
    trage ich stets in mir.
    Ich bin ein Puzzle
    meiner selbst.

  13. yumami says:

    auf der flucht
    geboren
    aufgewachsen
    ohne nestwärme
    unfähig zu fühlen
    vagabundiert er
    durch die welt
    besetzt fremde herzen
    hat sich selbst verloren

  14. Heimat Wort, wie Weihnachten
    sensitiver Ballast
    Heimatlos bin ich die Heimat los

    Zwischenweltbürger
    Zuhausschneckenhausschnecke
    Omnia mea und Home und Castle

    Ja, Sehnsucht
    Fluchtursachenbekämpfung passee

  15. Meine Heimat ist nicht mein Zuhause
    Mein Zuhause ist nicht meine Heimat
    Meine Heimat ist in mir zu Hause, doch
    bin ich zu Hause, bin ich unterwegs, noch
    bin ich nicht zu Hause, wo meine Heimat
    ist.

  16. von @sabbeled:

    Ein Heimchen zirpt sein Liedchen
    fürs heimliche Liebchen.
    Zuhaus, o graus,
    ists mit dem Zirpen aus.
    Dort tönen nur noch harsche Klänge,
    gepackt in dröge Alltagszwänge.

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