#frapalymo 20nov18: inmitten ii

inmitten ii

inmitten der freunde
familie nachbarn kollegen unbekannten
inmitten der umarmungen worte fürsorge
des daseins ohne dasein
des berührten ungefühlten
überhaupt sämtlicher gefühlsbekundungsschwälle
mit vermeintlichem interesse echtem auch
inmitten des ständig und zuviels
senkst du den blick

bodennah

 

 

das ist gedicht no. 20 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „einsam“ – und ist teil 2 des doppelimpulses. der erste teil von gestern lautete „allein“. einsam ist kein einfacher impuls und geht nah. ich bin gespannt, welche art der einsamkeit ihr in euren texten gefunden habt.

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @fraupaulchen

44 thoughts on “#frapalymo 20nov18: inmitten ii

  1. von @brennesselkraut / johann:

    Der Schwanz des Friseurs an meiner Schulter

    Herrgott, es ist ein Männersalon
    Mit keins der jungen Dinger, Rasur nur intim.
    Nasenhaare auch und Ohren, Nackenflaum!

    ist mir Schulter, ein Anlehnen
    für die einsamen Herzen mit den Scherenhänden

  2. Rona Duwe says:

    Einsam ist,
    wer Verbindung erlebt,
    wer sich Nähe getraut
    und wer Trennung erlitten.

    Getrennt
    sind wir alle
    von unserem Ursprung
    als Gemeinschaft,
    als Gruppe,
    als Sippe.

    Wir Vereinsamten
    suchen Verbindung.
    Hängen sie
    an einen Menschen
    (als Liebe).
    Spielen
    damit
    immer neu
    das uralte Schauspiel
    der Spaltung.

    Was wir suchen
    als tiefste Sehnsucht
    ist nicht zu finden
    in einem
    oder einer.

    So sind wir
    oft einsamer
    zu zweit,
    als wir es
    allein
    je waren.
    Und verbundener
    allein,
    als zu zweit.

  3. Meernotizen says:

    „Eene meene muh.
    Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm,
    vorwärts, seitwärts, ran.“

    Könnten wir wie als Kinder
    hüpfend Welten erobern,
    die Zeit vergessen und
    im Jetzt sein,
    wir hielten das Leben
    gemeinsam in Händen und
    machten uns glückssatt leicht.

    Kommst Du mit?

  4. Gerda Steger says:

    einsam?

    räumlich getrennt viel
    zu viel im Alleinsein
    im Alleingang wir
    durch Gefühlsschluchten ziehen:
    Höhen- oder Sturzflug erleben ver
    bindet uns das Unsagbare tief
    Tiefgreifende das Einsamkeit nicht kennt
    wie ein Licht.Stern ohne Worte
    Himmel und Erde verknüpft

    • Gerda Steger says:

      Oh, mir ist das Wörtchen „uns“ aus Versehen abhanden gekommen: 6. Zeile, d. h. ver//bindet UNS das Unsagbare….
      Wäre Dir, liebe Sophie, sehr dankbar, falls du es noch einschieben könntest.

  5. Die Einsamkeit der Mütter

    Vorbei die kostbare Stunde.
    Nun gehst du –
    um in der Fremde
    zu blühen wie eine Rose.

    Ich bin ein alter Strauch
    mit Narben am Holz
    und kratziger Stimme
    im Herbst.

    Staubiges Grau legt sich
    in deine verlassene Höhle
    die Kindheit ist fortgeräumt –

    manchmal noch schaue ich
    traurig hinein
    wie in einen Spiegel.

    • Oh! Da bin ich ja nur froh, dass ich noch nicht so weit bin. Die Kinder bluehen zwar schon, sind aber noch fest verwurzelt… Nie vergessen werde ich den Blick, den meine Mutter mir schenkte, als ich ins Ausland ging…

    • Vielen Dank für deine Zeilen, liebe Marlies. In allen Punkten 100fache Zustimmung. Und die Töchter – auch wir als Töchter? müssen hinter uns lassen – sonst wird es keine Rose.

  6. yumami says:

    draußen lockt das bunte leben
    menschen reden schäkern lachen
    drinnen nur die grauen töne
    unendlich leise und gedämpft

    einer gläsernen kugel gleich
    trennt und schützt dich deine aura
    nur durch deiner augen blicke
    bist du verbunden mit der welt

  7. von @tauscher57:

    einsam verlassen liegt die socke da
    alle anderen sind ein paar
    verschollen im bermuda dreieck waschmaschine

    warten hoffen bis wieder eine verschwindet
    damit sich bildet ein neues gleiches paar

  8. @Maremmafotos says:

    La solitudine dentro di te….
    die Einsamkeit in dir
    traurigschoen und bittersüß
    Klingt sie wie ein Lied
    wie Meeresrauschen am
    leeren Strand
    Fußspuren und Novemberträume
    von Einsamkeit Zweisamkeit

  9. Nach „allein“ das „einsam“

    Hinter dichten Nebelschleiern
    von der Sonne kaum durchdrungen
    zieht einsam Kreise, hoch und weit,
    der letzte von den grauen Reihern –
    zu spät hat er sich aufgeschwungen;
    fallen wird er aus der Zeit.

    Wenn Seelen, erdgebunden,
    ohne Schwingen lahmen Fußes
    kläglich scheitern Schritt zu halten,
    kann ihr Dasein nicht gesunden.
    Entbehrend selbst des kleinsten Grußes
    werden Herzen bald erkalten.

  10. Getöse
    einsam bin ich nicht
    das Stadtgetöse
    die Menschenschar
    der Straßenverkehr
    undefinierbare Dazwischentöne
    Hundegebell
    Maschinen
    Autos Straßenbahnen
    die Flugzeuge in der Einflugschneise

    einsam bin ich nicht

    Tür auf Tür zu

    endlich allein

    Ruhe

    die Gedanken ziehen lassen
    endlich allein
    einsam
    einsam bin ich
    bin ich

    ich

  11. roteFrau says:

    ‪ ‬
    ‪eine einsame Blume ein Weg ein Haus eine Katze‬
    ‪Lattenzaun Obstbaumwiese Hollerbusch an der Ziegelwand Holzscheite akurat aufgestapelt Buschbohnen Zwiebelzöpfe Vogelgezwitscher Quellwasser im steinernen trog…Einsamkeit die schöne rote Blume am Dornenstrauch‬

  12. von @gedankentaenze:

    Manchmal sitzt die Einsamkeit mit der Hoffnung auf der Mondschaukel. Die Einsamkeit schaut in die Unendlichkeit der Nacht. Die Hoffnung greift nach den Sternen, bringt Schwung in die Schaukel. Plötzlich sieht die Einsamkeit die Mondsichel leuchten.

  13. von @justme_hh:

    Tief unten im großen
    Bauch des Schiffes
    sass derweil Herr Otto
    und fühlte sich so
    einsam und allein
    wie nie zuvor.
    Er hoffte sehr das er
    Paula bald wiedersah.
    Wenn nur ihr Plan gelänge,
    wären sie nie wieder
    getrennt. Er nickte
    wie zur Bestätigung.

  14. @lose_gedanken says:

    Hinter all‘ den Tagesmasken
    —— stark retuschiert…
    —— bloß nicht auffallen…
    —— was denkt sonst er/sie/es…
    —— Lächle!

    Hinter all‘ den Tagesmasken
    wohnen die vielen Gesichter
    der Einsamkeit.
    Ist es deines?
    Ist es meines?

  15. von @springvogel:

    man erntet, was man sät
    was man pflegt, was gedeiht
    und ich? ich säte aus das all
    ein ding und mich darin ein
    samenkorn sterngeschnupp
    die einsamkeit des sterns
    inmitten vieler sterne ach
    wie gerne wäre ich und
    sei’s von ferne ein sternbild
    deiner nacht

  16. von @nichterfasst:

    König Einsamkeit
    Du trägst eine fremde Krone
    Über den Dächern Raureif
    Der Einsame teilt keinen Schlaf
    Wartet auf Schnee in der Dunkelheit

    König Einsamkeit
    Du trägst dein Schicksal
    Wie jeder von uns – allein
    Die Tragödie deiner Einsamkeit
    Der Mensch

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