nacht ist wie ein stilles meer
auf dem ich formlos treibe
aufgelöst die silhouette wellt
und der mond in weiß verebbt
nichts erreicht mich nichts
berührt mich körperloses ich
nur die feinen leisen weisen
fischgesang aus einer nacht
nacht ist wie ein stilles meer
auf dem ich formlos treibe
aufgelöst die silhouette wellt
und der mond in weiß verebbt
nichts erreicht mich nichts
berührt mich körperloses ich
nur die feinen leisen weisen
fischgesang aus einer nacht
vermutlich werden wir alle den nächsten urlaub nach grönland buchen – jedenfalls wären unsere gedichte eine tolle ergänzung in reiseführern und urlaubsportalen…!
beim impuls für das #frapalymo gedicht für den 18. mai geht es wieder recht klassisch zu: „die erste zeile wird euch geschenkt: nacht ist wie ein stilles meer“. wir wollen alle mit dieser anfangszeile („nacht ist wie ein stilles meer“) von joseph von eichendorffs „die nachtblume“ in unsere texte starten, und ich bin schon sehr gespannt, was unsere nachtblumen ausgehend von derselben anfangszeile alles an tagescharme hervorbringen werden!
es ist mir nicht vorstellbar
wie sich so wenige menschen auf
so viel raum nicht verlieren und auf so viel weiß und doch
tun sie es die freitoten zahlreich der missbrauch
unter frauen bis fünfzehn ein paar zeilen
in der langen ausführlichkeit der ergativsprache
und des dreivokalsystems womöglich verstummt
verschwiegen versagt dieser fakt der haftet
wie der geschmack von lebertran und das arglose
tausendfache schreiben von weihnachtsmannwunschzettelbriefen
als wohnte dort gerade dort gerade dort
das glück und ich denke wie groß wie weiß wie un/schuldig
muss ein land sein damit ich mich
nicht darin verliere
wie schön so ein salongeflüster doch war. ich habe alle salons sehr genossen und wäre gerne in dem ein oder anderen verweilt… im #frapalymo no 17 geht es jedoch weit und hoch hinaus – zumindest, wenn man die geographische lage deutschlands berücksichtigt.
denn der impuls für das gedicht am 17. mai lautet: „grönland“. wie um alles in der welt kommt sie nun auf grönland, werdet ihr euch fragen. nun, kann ich antworten, ich gar nicht, aber ich greife gerne tolle impulse anderer menschen und noch lieber anderer #frapalymoisten auf. in diesem fall kam die anregung von @Reticulum, und ich folge gerne in dieses für mich völlig fremde land. ich bin gespannt, was mir dazu einfallen wird – und vor allem, was ihr alles mit grönland in verbindung bringen wird. so schön, dass es auch solches neuland zu betreten gilt!
vor gobelinsofakissen und hinterm nierentischchen aus
kirsch mit umlaufender aluumrandung
sitzt frau p. und wartet
frau stein ging bereits ein und aus und stellte
noch vor ihrem ableben die frage nach der frage
während andere vom kaliber ihresgleichen länger blieben
ein salonnachmittag lang rankte das gespräch
um die verlorenen künste wuchs über
die verständnisköpfe hinaus und schlug wurzeln
woanders
im allgemeinen
der staub
des neuen blieb unangerührt und das dagewesene
sonnte sich im licht einfach verglaster fensterscheiben
hinter denen frau p. sitzt und wartet
halbzeit bei frau paulchens lyrik monat! ich gratuliere allen, die jeden tag mitgedichtet haben, freue mich mit denen, die immer wieder einen impuls zum schreiben genommen haben und danke allen, die so eifrig mitlesen und mitfiebern!
lasst uns also gleich die zweite hälfte beschreiben und bedichten. der impuls für das gedicht am 16. mai lautet: „salongeflüster“. wie genau ich zu diesem wort gekommen bin, weiß ich gar nicht, aber als ich vorhin an lyrik und künstler und künstlergemeinschaften dachte, musste ich unweigerlich auch an die früheren salons denken und dabei kam mir salongeflüster in den kopf. ob ihr aber das wort in eurem text aufgreift oder ein eigenes flüstern in den salon legt, ist wie immer euch überlassen.
von oben meint man unter
wasser wäre es still nur hie und
da ein zärtlicher austausch unter buckelwalen
die sich der submarinen strenge und ihren ausgeburten
entziehen dabei
tönt rauscht singt schallt es nur der dumme hält es für
la grande silence im grand bleu
und sehnt sich
ach, ich danke euch sehr für euer feedback zu meinem und zu euren gedichten – und, dass euch dieser vierzehnte impuls ebenso gut gefallen hat wie mir. es gibt mitunter einfach diese besonderen tage, und das muss einer davon gewesen sein.
der impuls für das tolle datum 150515 kommt als wiederholungstäter daher. anlass ist die neuigkeit, dass der kleist-preis im november an meine lyrik-meisterin des vergangenen kunstsommers irsee monika rinck verliehen werden wird. da sage ich mal glückwunsch und wohl verdient. ich denke dabei gerne an die woche chaosmose und bildhafte poetik oder poetische bildhaftigkeit zurück. jedenfalls ist der kleist-preis bzw. monika rinck anlass, dass wir uns ihrem begriffsstudio zuwenden.
gezogene grenzen eines abgesteckten landes
mitunter feld genannt
nicht von belang wenn
woanders im wind himmel im nichts
materienlos sans limites augenblicke
weiter tragen als bis vor
die grenzen gezogene eines abgesteckten
mitunter mensch genannt
nach diesen schönen doppelimpulsen gibt es heute für euch wieder ein ganz besonderes schmankerl aus meiner twitter-timeline – und zwar ein tweet von frau_wolke. kennt ihr das auch: es gibt so menschen, die fallen einem irgendwann in die eigene timeline (oder in die eigene ganz unvirtuelle welt), und man fragt sich, warum sie da nicht schon immer waren. so geht es mir mit den tweets von frau_wolke. sie sprechen mir ins herz und malen sich auf meine seelenwände. hach.
und deshalb lautet der #frapalymo impuls für das gedicht am 14. mai: „ich trage seit heute wieder mohnrot in meinem blick.*“ – mit innigstem dank an frau_wolke fürs schreiben und fürs überhaupt einfach dasein!
und ich bin nun gespannt, welche aspekte diess impulses ihr euch für das neue gedicht bei frau paulchens lyrik monat herauspickt. viel vergnügen!