am totenbett

Ich weiß: Ein Gedicht aus dem Urlaub sollte fröhlich klingen und einen vermutlich beschwingt-entspannten Titel tragen. Aber nun gut. Wenn einen die Inspiration trifft, dann trifft sie eben an den unmöglichsten Stellen und zu den unmöglichsten Zeiten. So auch bei unten stehendem Gedicht. Ich lese gerade viele Gedichte anderer, und dann habe ich eben den ein oder anderen Impuls aus einem Bild, einer Geschichte, einem Wort…Und dann kommen manchmal auch etwas unheimliche Sachen wie das raus: am totenbett

Am Totenbett

du wachst
ich seh dir
beim sterben zu.
in uns ist ruh‘
deine augen wandern durch
raum und zeit.
statt dir sehe
ich die bilder
aufzieh’n
wie zinnsoldaten.
gefühl(t)e
leben zweier
menschen, manchmal
auch eins.
bin überrascht, dass
du schon
gehen magst
sagst
adieu und
bleibst doch da.
betrug am
totenbett
denn ich wach‘
und wart‘
dass du
    starbst.

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