lyrische formen von a bis z. heute: d wie dinggedicht

unter dem buchstaben d findet man einige wunderbare lyrische formen, die allerdings heutzutage und noch dazu im deutschen nicht nachzumachen sind, wie etwa der decir aus der spanischen literatur des mittelalters oder der dit aus dem französischen mittelalter. auch der dithyrambus, gattung der antiken griechischen chorlyrik, scheint mir für den buchstaben d der lyrischen formen von a bis z wenig geeignet. lust hätte ich auf die digitale poesie als form, allerdings verlangt dies einiges an vorbereitung, technischem können und sehr genauer umsetzung. und die zeit zu allen dreien habe ich gerade nicht, so leid es mir auch tut. das muss kann darf für ein ander mal bleiben.

deshalb, und um es kurz zu machen, bleibt d wie dinggedicht. das ist nun keineswegs eine schlechte wahl, denn das dinggedicht stellt, wie der name so schön sagt, ein ding oder einen gegenstand in den mittelpunkt. das muss nicht unbedingt sächlicher natur sein. rilke macht es mit seinem gedicht „der panther“ vor.

wikipedia bietet mal wieder eine schöne beschreibung eines dinggedichts: „das gedicht hat den anspruch, das ding so auszudrücken, als spräche es über sich selbst. es soll das innere und das wesen des gegenstandes ausdrücken.“

das ding kann gegenstand wie rilkes „das karussell“ sein, ein tier bzw. ein lebewesen, eine pflanze oder auch ein kunstwerk.

sicherlich ist das dinggedicht als lyrische form nicht unbedingt die herausforderung schlechthin, ist sie doch immer noch sehr nah am „üblichen“ dichten. und doch: unterschätzen sollte man die form auch nicht. viel spaß also beim dichten, wer mitdichten mag. mein dinggedicht könnt ihr am 13. april hier lesen.

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