nachdichtung von rimbaud: sensation

empfindung
an blauen sommerabenden begehe ich wege
an deren saum weizennähte und das grün unter mir

ich träumer, ich fühle die frische
an meinen beinen meinen kopf
lasse ich im wind baden

ich spreche nicht ich denke nicht
doch liebe ich fühle endlose liebe
meiner seele raum einnehmen

ich gehe weit sehr weit zigeunerweit
durch die natur, glücklich
wie mit einer frau

©sophie paulchen; nachdichtung von rimbauds „sensation“

[ja, ich weiß: das ist weit davon entfernt, eine übersetzung zu sein. soll es ja auch gar nicht. zum prozess: rimbauds text habe ich übersetzt und dann nachgedichtet im sinne von „dichterisch so verändert, dass es meinem lyrischen auge gefällt“. mit übersetzungen/nachdichtungen beschäftige ich mich mit dem schreiben und wörtern anderer. das finde ich sehr reizvoll und bereichert in folge mein eigenes schreiben. unten stehend noch das wunderschöne original.]

Sensation
Par les soirs bleus d’été, j’irai dans les sentiers,
Picoté par les blés, fouler l’herbe menue :
Rêveur, j’en sentirai la fraîcheur à mes pieds.
Je laisserai le vent baigner ma tête nue.

Je ne parlerai pas, je ne penserai rien :
Mais l’amour infini me montera dans l’âme,
Et j’irai loin, bien loin, comme un bohémien,
Par la nature, heureux comme avec une femme.

Arthur Rimbaud, 1870

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