#frapalymo 22nov15: worte

im übermaß suchen fliegen
hierhin dorthin im kreis
verfehlen wirkung vermelde vollzug
verpasst andeutungsweise
eine frage der

über das chaos
selten so klar
gibt es gründe


das ist gedicht no. 22 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „dichtet zu purcells toros can various grounds and rounds“ – nochmals mit seelenwändigstem dank an Klaus / @Reticulum!

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @FrauPaulchen

31 thoughts on “#frapalymo 22nov15: worte

  1. Ganz Paris träumt von der Liebe denn
    dort war sie mal zuhaus

    Siehst du die Regentropfen springen
    wie kleine Kugeln
    von den Markisen der Bistros
    hart wie Blei schlagen sie
    auf das Pflaster in
    ganz Paris
    weint rote Tränen

  2. Verschlafen
    lauschen
    traumumwoben noch der Abschied
    Nacht flieht aus dem Winterweiß
    kahler Äste
    Schattenrisse im Morgen
    dämmert Bewusstheit wolkig herauf
    wohlig im Zwischenraum
    beklungen von Melodie
    und Stille meine Zeit

  3. Die Laute bleiben draußen,
    doch der Klang der ersten Flocken
    dieses Winters –
    ich höre ihn wie den zarten Anschlag
    ganz rechts auf den Tasten
    und ich lausche
    und staune
    und freue mich,
    dass ganz bald
    der graue Novembergarten
    in Weiß erstrahlt.
    Und dann ist es die Nachbarin,
    die Etüden übt.

  4. Ruth says:

    der tag breitet sich aus vor mir
    weckt in den hintersten ecken
    dort ist’s im moment noch unbeschwert
    es rieselt leis die zeit

    es locken die begehrlichkeiten
    ich will ich kann ich muss
    der ton gesetzt
    kreist um mich rum
    zieht sich die flügel an

    ich schaff mir boden
    die schwere hält
    mich nah
    die zeit wird zeit
    wird sehnsuchtsort
    flieg ruf ich und flieg doch nicht
    in gedanken nur ist in gedanken nur
    das leben ein ganz anderes

  5. Gerda Steger says:

    Gefühlsgeschenk*

    Suiten- Klänge piano
    wie Sehnsuchtsregen mir
    ins Herz flattern ins

    nostalgisch triefende still
    fein wie Regenfäden
    diese Orpheus-Töne im Tropfentanz

    mich umnetzt der Traum
    aus Licht und Glas
    herbstblätterbunt

    * Purcell. Toros Can various grounds and rounds

  6. @sandrastrazzi says:

    Auf dem Parkett der Leichtigkeit
    Ton an Ton gereiht
    ein Tanz von Werden und Vergehen

    Ein jeder lässt
    durch seinen Klang
    den Ton zuvor ersterben

    Der Nächste vererbt
    durch sein Verstummen
    dem Ton danach sein Leben

    Dazwischen liegt,
    kaum wahrgenommen,
    ein einziger Takt Gemeinsamkeit

  7. der flügel

    er blieb ein fremder
    freund
    tautropfen-
    töne forderte er
    und perlierende tränen
    wenn meine finger schwer
    auf die tasten fielen
    ich bin nicht
    aus rohem holz
    (warfen wir uns beide vor)
    nur einmal waren wir
    fröhlich gestimmt
    als ich mein erstes und einziges
    lied schrieb

  8. Erde,
    warm trägst du meinen Schritt.
    Du drehst dich und drehst dich
    und du drehst mich mit
    vom Abend zum Morgen
    in gemessenem Schritt.

    Meine Schritte
    tänzeln und trippeln unruhig daher,
    suchen nach Wegen, suchen woher
    und wohin der Tanz mich schwingt.
    Und warum.

    Abend und Morgen gleiten im Takt,
    drehen die Bahnen im Weltall mit dir.
    Nimm mich mit, halt mich warm.
    Lass mich atmen im Takt
    des Alls und der Welten.
    Sie sollen als Mass
    meiner Schritte gelten.
    @alilicj

  9. roteFrau says:

    Schritte,Stufen,Treppen,Tanzgewirbel,Mauersims,übers Dach,welterobern,wolkenwärts,himmelweit…liebste Lichtprinzessin tanz mit mir

  10. philosophina says:

    nun gehe ich fort
    nehme mit ein Herz
    nehme mit den Schmerz

    lasse mich nicht halten
    fröhliche Gestalten
    auf meinem Weg

    ohne Pause von Ort zu Ort
    Schmerzen verfliegen
    ich sehe sie im Grase liegen

    die Entfernung wächst
    das Herz nehme ich mit
    bis zum Ende nur ein Schritt

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