#frapalymo 2nov17: nebel rücken

nebel rücken

fließt nebel rücken hinab
aus köpfen fort
hinfort überall

laute
überdeckende flüsterstimmen im
sumpf des eigenen

wo mag der tag geblieben
wo sucht ich die nacht
wann wird es hell wieder hell

 

das ist gedicht no. 2 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „gespinste“ – mit dank an @reticulum für diesen schönen tweet von vor ein paar wochen, der heute zurückkehren durfte als impuls.

gestern hatten wir nach derzeitigem stand achtunddreißig (38!!!) beiträge, das ist phänomenal. tiefer tiefer dank. bitte denkt daran, eure texte möglichst selbst in den blog zu übertragen. ich schaue, dass ich abends nachtrage, was nicht eingetragen worden ist, aber wenn ihr das direkt macht, ist das eine große unterstützung für mich. danke euch!

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @fraupaulchen

44 thoughts on “#frapalymo 2nov17: nebel rücken

  1. roteFrau says:

    connectionsinfiltriert,digitalisiert,kontrolliert,Denken unwirklichkeitsverknüpft,soziopathisch vernetzt…gefangen im bitsundbytesgespinst

  2. Gerda Steger says:

    kein Gespinst

    wenn der Abendstern er
    wacht fängt der Traum
    zu leben an und

    du im Netz der Nacht
    hältst den Atem an:
    spürst und siehst Licht
    verwoben eine warme Hand

    die dich hält und trägt
    hoch und höher
    den Himmel zu berühren

  3. Gespinst

    selbst im Winkel meiner Lippen
    selbst in blaustem Augenglanz
    zwischen lächelnd ausgehauchten Silben
    selbst im güldensten Moment

    ruht dein immerschweres Schweigen
    fehlt dein Klang, ein jedes Wort
    schlummert keine Silhouette
    fehlt der Gegenwart dein Jetzt

    aus den stillsten aller Stunden
    aus dem wildesten Getös
    zwischen unbemerkten Gesten
    aus beherzt geschöpftem Werk

    quillt dein Name mir zu Tränen
    perlt dein Damals mir hervor
    legt ein Netz auf meine Wangen
    Feuchtgespinst
    als sanfter Gruß

  4. Jutta@GEDANKENTaenze says:

    Mein Beitrag zu Tag 2 von #frapalymo Impuls „Gespinste“

    Meine Worte an dich
    eingewebt in ein feingesponnennes
    zartes Stück Stoff
    für deine Schultern
    als Umarmung
    Gedanken empfindlich
    wie Spinnennetze im Spätherbst
    Glitzernde Liebeserklärungen
    an die Vergänglichkeit

  5. Aus dem schützenden Kokon
    befreit der Morgen
    nach der Nacht
    Leid und Kummer;
    sie sind zurück,
    jene Sorgen
    die nächtens verborgen
    waren in dem Glück
    vom ungestörten Schlummer.

  6. Mir ist
    als wäre ich zerfasert
    manchmal
    hätte keine Mitte mehr
    nur Ränder
    bloß ein Gespinst
    zerzaust
    befestigt an tausend Händen
    die zerren
    fremd und ohne Gefühl
    oder Gespür
    entworfen nur
    um langsam
    auszutrocknen

  7. Hina Artemon (@HArtemon) says:

    schon morgens die kleinen verzweigungen
    wohin geht mein blick will ich dort etwas sehn
    was lade ich aus was lade ich ein
    ein faden in meinen gedanken zu sein
    ich such meinen weg in einem gespinst

  8. Hina Artemon (@HArtemon) says:

    Liebe Sophie,
    das ist ja klasse, dass der frapalymo so groß ist diesmal – aber natürlich auch ein großer Aufwand für Dich. Vielen Dank!
    (Ich hab mich schon am ersten Tag verspätet, ich fürchte das wird noch schlimmer, aber es ist toll, etwas zum Schreiben „in der Hand“ zu haben.)
    LG Hina

  9. Umhüllt von einem Gespinst
    aus feinsten Spinnwebfäden
    steht das alte Spinnrad meiner Mutter
    auf dem Dachboden
    und erinnert mich an die Geschichten
    die in früheren Zeiten
    während des Spinnens der Seidenfäden
    als Traumgespinste in ihrem Kopf entstanden.

    Sie hat mich das Spinnen nie gelehrt,
    doch ihre Träume spinne ich seit langem schon
    als eigene Gespinste weiter.
    Von einem Leben am Meer
    und Reisen durch die Lüfte,
    von Musik und Klängen, die
    wie zarte Spinnenweben
    an den Gefühlen kleben.

    Von Menschen, die bleiben,
    vom Altwerden im Glück
    und Träumen, die sich erfüllen.
    Ach, schöne Hirngespinste,
    was wär ich ohne euch!
    Rettet ihr mich doch immer wieder davor,
    wie damals meine Mutter
    das Leben schon vor dem Ende aufzugeben.

  10. Andrea says:

    whisper network

    ein Netz aus fest geknüpften Knoten
    die Fäden legen sich um jeden
    der arglos ist, zu nahe kommt
    und schnüren ihm die Kehle zu

    die einen wispern was
    die andern spinnen
    verloren ist, wer’s weder
    sehn noch hören kann

    Gespinste für Gespenster hält
    die Wahrheit liegt zu tief verstrickt
    um sie daraus noch zu entwirren
    der Makel klebt ein Leben lang

  11. von @worthall_de:

    Ein feiner Kerl war Maler Mau,
    malte Wände & Bilder,
    mal zart wie Sommerblumentau,
    mal knallebunt & wilder.

    Sah man ihn an der Staffelei,
    wie er sang, pfiff und grinste,
    gelang ihm Form & Färberei,
    der schönsten Hirngespinste.

  12. – Schneebeeren –

    Feine Seide, grobes Linnen
    Der November legt sein Tuch über Stadt und Land.
    Hüllt zart die Bäume heut in Nebelgespinst
    reißt morgen rau den Rauch von den Kaminen.

    Schenk ihm dein Herz, ergib dich
    Ist wenig Zeit.
    Die Schneebeeren lassen ein kommendes Weiß erahnen

  13. schwerelos

    auf der suche nach dem faden
    der mich nicht bindet
    sich wiederfindet
    nirgendwo haftend
    nirgendwo bleibend
    hirngespinsttreibend
    frei im netz ohne netz
    aber doch frei schwebend
    wiederbelebend ins nichts

  14. yumami says:

    altweibersommer

    sie weiben wieder
    verweben erfahrungen
    zu weisheiten
    spinnen filigrane
    beziehungsgeflechte
    die alle unglücke
    und glücke dieser welt
    auffangen und tragen
    geborgen in der klarheit
    der morgentautropfen

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