#frapalywo tag 5, text 5 – uferlos/wasserwoche

er

er ist abgefahren
du starrst hinaus siehst ein stück see vor dir
er ist abgefahren
die zweite kuhle im kopfkissen als einziger beweis einer früheren präsenz er war er ist
abgefahren
das konzept liebe mit stillstand auf der vorstufe (zum wiederholten male, was ein konzept eine bloße theorie werden lässt)
er ist abgefahren
er wie die anderen und du allein du allein du allein (die kuhle hast du längst glatt gestrichen)
er ist abgefahren
der see (ebenso glatt gestrichen) offeriert heute nicht viele möglichkeiten außer der des endgültigen
er. ist. abgefahren.
du bleibst uferlos zurück

 

 

das ist tag 5, text 5 der #frapalywo zum impuls „uferlos“. hauptthema der woche lautet „wasser und weite“. ist uferlosigkeit segen oder fluch, schön oder erschreckend, gut oder bedrohlich für euch?

7 tage, 7 texte, 1 thema: wer bei der #frapalywo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalywo und @fraupaulchen

33 thoughts on “#frapalywo tag 5, text 5 – uferlos/wasserwoche

  1. Rona Duwe says:

    #frapalywo
    Tag 5

    Uferlos

    Wage es,
    die Grenze nicht zu kennen,
    ganz im Hier zu sein,
    das sich ausdehnt,
    nicht von Morgen
    zu wissen.
    „Wo ist Dein Plan?“
    wird gefragt
    „Wo Dein Ziel?“
    „Wie soll das gehen?“
    Höchstes Ziel ist,
    das Ist zu erleben,
    auszukosten
    bis in die Fingerspitzen,
    zu genießen,
    wie wir miteinander sind,
    beieinander sein
    ohne Uhr.
    Sich in die Strömung
    trauen,
    treibenlassen,
    den Raum ausdehnen,
    bis wir nicht mehr wissen,
    welche Tageszeit,
    welcher Tag,
    welcher Monat,
    welches Jahr?
    Es zählt alles wenig
    im Gegenüber
    zweier Menschen,
    die sich gefunden haben
    und verbunden fühlen.
    Wage es,
    uferlos zu sein
    das Wasser bis zum Rand zu füllen
    und darüberhinaus.
    Wage die Überschwemmung,
    das „Kannst Du nicht aufpassen?“,
    die Schweinerei auf der Tischdecke.
    Wage es, hier zu sein,
    nicht von Morgen
    zu wissen.

  2. yumami says:

    uferlos

    unsere diskussionen
    deine ausflüchte
    meine versuche brücken zu bauen

    laß endlich los
    bei mir kannst du
    nicht mehr landen

    ich breche auf zu neuen ufern
    ohne jemals zu vergessen
    wo mein heimathafen ist

  3. Gerda Steger says:

    ausgefranst

    verliere ich die leuchtkraft
    deiner augen deinen sommer
    atem der durchs weite land
    der seele zieht mir grenzen
    lose freiheit flutträume im
    tanzenden lichtkreis zeigt dein
    brennendes geheimnis einmal fern mir
    bleibt dein überfließender himmel ent
    zogen verloren ich weiß um
    orgeln regentöne mir
    die niemandsaugenblicke ufer
    los der schrei meiner
    geriffelten seele
    bleibt

  4. Meernotizen says:

    Am silbernen alten Ufer
    brechen sich neue Wellen.

    Wir kannten unsere Grenzen,
    ahnten die der anderen
    meilenweit entfernt.
    Das Herz voll mit glückssattem Lachen.

    Für diesen still goldenen Atemzug
    tauche ich tief.

  5. FrauFrog says:

    Erinnere dich an die Reise
    die du nicht machen konntest
    nimm die Luftmatratze mit
    lass dich treiben
    auf dem uferlosen Fluss
    stößt du an Ränder
    bette dich unter dem grünsten Blatt
    es ist deins

  6. von @gabrieldewinter:

    Uferlos durch die Nacht

    Des Fischers Frau aus Emden,
    die wollte so gern in die Fremden.
    Nachts segelt sie fort,
    doch fand sie kein Ort.
    Wie wird die Geschichte wohl enden?

  7. uferlos

    das weite Meer

    wo wollen die hin

    wo kommen die her

    die Hoffnung stirbt

    und große Not

    sitzt mit im Boot

    Mein Ufer hier verlassen

    wo Menschen Menschen hassen wo Elend ist und Krieg verbrennt wo jeder um sein Leben rennt wo groß die Not wo Hunger droht wo herrscht der Tod

    ins Rettungsboot…

    hinaus aufs uferlose Meer…

    das würd ICH… könnt ICH… muss ICH… nie

    ICH DOCH NICHT!

    und überhaupt

    wer sind denn die

    sind selber Schuld das weiß man doch

    und ach wieviele kommen noch

    zurück! wo die sind hergekommen
    WIE ? wer hat wem was weggenommen…???

    was geht’s mich an

    ach…was solls – gewöhnt man sich schon dran

    ihr Pech wenn niemand helfen kann…

    so uferlos die Ironie

    Niemals! Nie!

    Nein!

    die Würde des Menschen

    stirbt durch die Menschen allein

    das geht uns alle an

    erinnern wir uns jetzt daran

    wir haben nur die EINE Welt

    was uns zusammenhält!

    das ist in dieser Zeit

    die Menschlichkeit!

    denkt immer dran:

    wenn Barberei verschiebt das Lot

    wenn Hass entsteht und Dummmheit droht

    wir sitzen alle mit im Boot

    und wie immer findet ihr die Zeichnung zum Beitrag hier:
    https://traumspruch.wordpress.com/2018/08/10/uferlos/

  8. von @sabbeled:

    Uferlos
    treiben wir dahin.
    Gedankenfrei ist unsere Fahrt.

    Zwanglos
    ist die Reise.
    Kein Plan der führt und lenkt.

    Ziellos
    gehts in die Ferne.
    Nur das Sein begleitet uns.

  9. Andrea says:

    mein herz kannte nur
    norden oder süden
    osten oder westen

    einfachste topografie –
    wer hier ist, ist nicht dort
    wer dort ist, ist nicht hier

    es gibt seiten
    und man kann nicht
    auf beiden stehen

    dachte ich
    bis es keine seiten mehr gab

    ich bin ausgeufert
    bin uferlos und lasse mich treiben

    wohin die strömung mich haben will

  10. von @katkaesk:

    Wir haben keine Körper
    nur mehr durchlässige
    Membrane aus Text und lautem Ton
    wir sind Gewässer
    und hundertmal gewaschen
    wir ufern aus,
    bewegen uns komplett
    uferlos aufeinander zu

  11. von @lose_gedanken:

    Ein Meer sein.
    Uferlos.
    Im steten Wandel.
    In steter Bewegung.
    Sturm sein.
    Und glatte See.
    Kein Festland, kein Hafen in Sicht.
    Alles fließt.
    Und dennoch.
    Inseln in sich tragen.

  12. elbée says:

    greif

    er nimmt dir die luft kein ende
    zum atmen in sicht
    er kreist um sich selbst
    über dir her
    dich haltend in seinen fängen
    wann fing das an
    nicht mehr aufzuhören gar nicht
    auszudenken wo es noch
    hinführen
    soll

  13. von @nichterfasst:

    Gedanken ufern
    Unendlichkeit aus
    vergessen in Wind
    und Weite

    Träume
    angeschwemmt
    mit der Zeit
    schäumen über die Ufer
    verstranden
    in Unkenntlichkeit

    uferlos
    atmet Stille
    Ränder aus Nichts

Schreibe einen Kommentar zu Rona Duwe Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO