#kuso14: wortentdeckung werkstattführung wirkungsgrad

der erste tag in den meisterklassen. ein kennen lernen, einhören, sich annähern. worte, die wir gegenseitig entdecken, und bilder, die wir an die wand zum begutachten stellen. es ist kopfarbeit an diesem ersten tag. ich kenne es aus den jahren zuvor und doch überrascht es mich, wie anstrengend es ist. wissen schützt demnach nicht vor ermüdung.

die diskussion in der gruppe ist ein annähern an die eigenheiten und die aufstellung der charaktere. mit dreizehn plus meisterin sind wir eine sehr große klasse. da kann man leicht aus der diskussion aussteigen, sich nicht beteiligen, nur konsumieren. vor allem kann das sprechen über texte davonlaufen, sich in nischen verirren und im unendlichen verlieren. und doch: das potenzial der gegenseitigen inspiration ist enorm. wir führen uns durch unsere eigenen werkstätten. das wie gewinnt fokus vor dem was und jeder notiert sich ideen als impulse für das eigene wirken. es ist noch zu wenig, die zeit zu knapp, aber der prozess ist in gang gesetzt. und gut, wenn ein hunger bleibt.

eine erste übung mit vierzehn: ein halber sonettenkranz, und jeder fügt eine zeile versteckt für die anderen hinzu. ein spiel mit bildern und worten. ein absurdes ergebnis mit potenzial für weitere entdeckungen und lyrikarbeit. die chaosmose, die monika rinck vorschlägt, hat einzug gehalten. wir sind noch erstaunt und baff und wissen nicht, wo uns diese chaosmose hintreibt und wie wir damit gut umgehen. auch das ein lernprozess.

dann die erste abendwerkstatt und die lesung von monika rinck. wunderbar wie sich geschriebenes in gehörtes, in gemalte bilder in der luft verwandeln und sich sprache über zuhörer legt. samtteppich, der kratzt. weil sprache auch kratzen soll, an der oberfläche des üblichen und das darunter zum vorschein bringen mag. wunderbarer stil und weise von rinck. ich mag das vermeindlich leichte und harmlose in der sprache und das aufgewühltsein bei der entdeckung, dass es nicht so ist. dass da so viel mehr dahinter und darunter und daneben liegt. räume. dreidimensionalität. und freue mich über diese wirkung und freue mich auf das mehrbeschäftigen damit. und schauen, was es mit mir macht.

und schauen, was es mit mir macht….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO