#frapalywo tag 7, text 7 – verankert/wasserwoche

jenseits

auf grund
denkst du bist du
das verstörerische zerstörte als kompagnon deiner selbstverständlichkeit
(die eltern hatten recht als sie dir davon abrieten wohin kind
hatten sie gesagt soll das führen wohin hattest du erwidert
es mich treibt)
und nun
bist du denkst du
an diesem ort jenseits des wünschens
wo die nacht den tag gefressen
und die ratten nehmen den rest
(und das gefühl des treibens ein stück unangenagte erinnerung auf einem häufchen das keiner will)
auch die eltern nicht denn die hatten recht

 

 

das ist tag 7, text 7 der #frapalywo zum impuls „verankert“. hauptthema der woche lautet „wasser und weite“. welcher text hat sich aus euren worten ins denken verankert?

mit diesem impuls und diesen texten beschließen wir die wasser-und-weite-woche. ich danke euch von herzen für so viel tiefgehendes und angeschwemmtes, für so viel weitsichtiges und berauschendes! diese woche war sehr besonders, sehr stark, sehr kraftvoll – wie wasser und weite eben sind und was sie mit uns und aus uns machen. habt dank für all euer mitwirken!

ich freue mich, wenn wir uns spätestens im november wiederlesen beim nächsten dichtermonat oder #frapalymo (frau paulchens lyrik monat), und wenn es wieder heißt: 30 tage, 30 texte, no excuses. wasserweiten dank!

7 tage, 7 texte, 1 thema: wer bei der #frapalywo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalywo und @fraupaulchen

43 thoughts on “#frapalywo tag 7, text 7 – verankert/wasserwoche

  1. Rona Duwe says:

    #frapalywo
    Tag 7

    Verankert

    Wie ich
    in alten Zeiten
    meines Lebens
    Anker in anderen Menschen suchte.
    Gleichzeitig doch frei
    im Meer sein wollte
    und jedem Netz entwich.

    Am Ankerseil
    hing schwere Last
    von gestern
    und von morgen.
    Es zog nach unten
    dieses Seil.
    Ich lag am Meeresgrund
    nicht selten.

    Heute und jetzt
    ist dieses Ankerseil
    ein leichtes Band.
    Es flattert in den Wellen.
    Der Anker liegt als feine Nadel
    schillernd über unseren Herzen
    und tut nicht weh.

    Ein Band,
    das jeden Tag ein Stückchen
    weiter webt
    im Hin und Her
    unserer Worte
    und Deiner Hand
    auf meiner Haut.

    So ist es zwar
    aus dünnem Faden Zukunft
    doch das Gewebe
    wird ein großes, buntes Tuch
    aus vielen Schichten Faden
    und wird so fest und dick,
    das es dich tragen kann
    zwischen zwei Bäumen
    oder am Abend zudeckt
    für eine warme Nacht.

  2. Angekettet

    treibe ich gerne leinenlos
    über glatte große See (manchmal ist sie auch rau)
    in meinem Boot
    das keine Nussschale aber auch
    kein Dampfer keine Yacht ist
    ein Hausboot
    selbst gezimmert und betrieben
    gehalten vom starken Anker
    meiner Vorfahren

    bin ich nicht

  3. Oh, sorry, da ist beim Kopieren und Senden etwas komplett schief gelaufen. Liebe Sophie, bitte alles bis auf die letzte Version – so soll es sein – löschen. Herzliche Abschiedsgrüße nach dieser wie immer schönen fraplywo-Runde!

  4. Gerda Steger says:

    dein Ankerplatz

    im Schwall der Zeitenflut du
    suchst das Mehr das
    dich mehret & lieb ummeeret

    Tiefseeblick strandentlang du
    irrst, siehst im Wellengang dann
    das große Meeer das dich still berührt

    und fühlst ein Mehr du
    schwimmst im Lichtregen und
    Tränen der Liebe dich umperlen sieh:

    das weite Meer trägt die Stirn des Himmels
    tief in dir verankert!

  5. @Maremmafotos says:

    Verankert und doch Aufbruch
    zu neuen Ufern Horizonten
    zu neuen Seen Bergen Tälern
    im Nebel noch verschwommen
    im Kopf beginnt es
    braucht Halt
    Verankerung

  6. Sie sprechen
    mal von Grund und Boden,
    von einem Elternhaus,
    ja, schön,
    und manchmal
    von der Hände Arbeit.
    Mein Haus, mein Boot,
    mein….
    schau, was ich noch alles habe.
    Doch das Herz,
    das Herz ist austauschbar –
    meines und deines –
    und treibt wie Blätter
    im Herbst auf einem
    Lebensfluss
    ohne Ankerplatz.

  7. Gerda Steger says:

    Liebe Sophie, merke jetzt meine Fehlstellung in der letzten Zeile, d. h. richtig: tief in dir verankert. Vielleicht kannst du es mir verbessern!? Dankeschön schon im Voraus!
    Gleichzeitig erreicht Dich auch ein ganz großes DANKE für eine sonnig schöne Meerzeit mit so wundervollen Impulsen!
    Es war ein Genuss, im Schreibfluss zu sein, ein virtuelles Sommererlebnis mit Meeresfrüchten: Sonne, Sand und Salz, das Meer tief in Brandung zu spüren, auch tief unter der Haut!
    Deine Impulse, liebe Sophie, fühlten sich mir diesmal wie ein leichter Sommerwind in meinen Schreibflügeln an!
    Herzlich
    Gerda

  8. spüre den Sand unter deinen Füßen
    die wohltuende Wärme
    spüre die Kraft deines Körpers
    standhaft und locker zugleich
    wiegt er sich im Wind
    deine Augen sind geschlossen
    deine Nase erinnert sich an die salzige frische Luft
    des Meeres
    deine Gedanken sind Möwengeschrei
    das näher kommt
    und dann mit geselligem Flügelschlag
    wieder davonfliegt
    du hörst die Musik der Wellen
    das Rauschen
    das sanfte ausebben eines vertrauten Tones
    die Luft ist frisch
    sie strömt in dich
    deine Arme recken sich überkopf
    du streckst deine Glieder
    lockerst dein Befinden
    du atmest bewusst und geräuschvoll aus
    und dann atmest du wieder tief ein
    und erfüllst deinen Körper
    erfrischst deine Seele
    du stehst da
    wie der Leuchtturm für deine eigene Reise
    und bist
    fest verankert
    fest und vertraut in dir

    Das Bild zum Beitrag gibt es wie immer auf meiner Seite:
    https://traumspruch.wordpress.com/2018/08/12/verankert/

  9. liebe Mitschreibende, liebe Poesierende… danke euch für die vergnügliche Woche für eure schönen Gedichte, die mir viel Lesevergnügen bereiteten. Ich hoffe, dass meine Texte inzwischen auch alle online sind, für euch erreichbar, vielleicht sogar lesenswert. Ja es ist nicht einfach, alle Seiten blind zu bedienen. Haben sich doch auch wieder neue Barrieren eingefunden. Aber was macht das schon… Neue Barrieren, neue Herausforderungen. herzliche Grüße Dagmar alias Traumspruch

    • liebe dagmar, vielen dank, dass du trotzdem stets dabei bist und deine stimme erklingen lässt. ich schaue gleich, ob ich alles habe, ansonsten ergänze ich, wo ich noch fehlendes sehe. tut mir leid, wenn sich neue barrieren aufgetan haben. bis zum nächsten mal.

  10. Meernotizen says:

    Unter dem Stampfen ihres Herzens
    waren es die unperfekten, wilden Wege,
    auf denen sie schwach sein durfte,
    angelehnt an den Fluss des Lebens
    mit der rinnenden Zeit
    und den verankerten Zwischenräumen,
    in deren Atem sie ohne Rückhalt
    lieben lernte.

  11. Wenn Du ahntest
    wie oft Du mir Halt warst
    im Alleinsein
    am fernsten Ort
    in Kälte und Sturm
    dabei
    schreiben wir nur
    gelegentlich
    auch einander
    kennen uns kaum
    sind wir nur
    nebeneinander

    • yumami says:

      Danke, lieber Klaus <3
      es ist immer wieder faszinierend, wie nah wir uns hier im Schreiben kommen … Dank an Sophie und die frapalyWo/frapalyMo !

      (in meinen Augen) fühlt sich in der Einsamkeit
      "nebeneinander" schon nach sehr viel an …

  12. Verankert

    In eines anderen Menschen Herzen
    so fest verankert sein
    dass nicht Sturm noch Flaute
    uns zerreissen könnte
    und doch genügend Spielraum bleibt
    um zu tanzen mit Wind und Wellen —

    Ich treibe hinaus
    ins Meer meiner Sehnsucht

    ________________________________
    Wie immer bebildert auf meiner Seite: https://fantasiafragile.de/verankert/

  13. FrauFrog says:

    Am Schilfgürtel
    wo sich die Maränen verstecken
    wo der See die alte Luise
    in den Schlaf schaukelt
    liege ich auf dem Holzsteg
    lausche dem Knirschen der Planken
    Seevogelkino
    Eintritt frei
    die Mücken tanzen
    da bleibe ich liegen
    in Gedanken
    jeden August
    fest verankert

  14. von @katkaesk:

    Fest im Sattel sitzen
    mit seinen Überzeugungen
    und harten Werten
    den Lebensplan nicht vergessen
    der im Prinzip sogar aufgeht
    nie aus den Fugen gehend
    weil man so leblos und leer
    wie eine Titanic 2.0 verankert
    ist aber das Träumen,
    versäumen

  15. von @lose_gedanken:

    Mancher Anker eine Wurzel,
    eine Nabelschnur
    ins Präteritum.

    Mancher Anker ein Stift
    und Worte auf Papier.

    Mancher Anker ein Pfeil ins Futur.
    Ein Wunsch, ein Traum
    von hier und jetzt und bald.

  16. von @giselheid22 sieben auf einen streich:

    Fangfrisch die Worte der Frühe
    aus Träumen der Tiefsee.
    Brandung ultramarin, nie uferlos.
    Da ist ein See am Himmel!
    Ein Strandläufer singt ein Muschellied,
    verankert es,
    in Wasser und Weite.

  17. von @tauscher57:

    im schützenden hafen verankert
    dümpeln träumend vor sich hin
    noch ein großer fang
    bevor es in rente geht

    die farben blättern ab
    ein neuen anstrich
    gibt es nichtmehr
    ihre tage sind gezählt

  18. von @gabrieldewinter ein limerick:

    Ein Mann, der war in seinem Leben
    haltlos, benahm sich oft daneben.
    Er wünscht sich ein
    Bett, Tisch und Heim,
    verankert will er sein jetzt eben.

  19. von @sabbeled:

    Verankert, fest verzahnt
    im Hier und Jetzt.
    Raum und Zeit gleiten weiter,
    zu guter Letzt.

    Die Tage gehen,
    doch bleiben stets am Ort.
    Erinnerungen haften,
    doch tragen uns nicht fort.

    Wir stehen fest, beugen uns nur. Wir sind der Sperrmüllrest am Ende vom Flur.

  20. von @nichterfasst:

    Ruhig liegt das Boot
    Windstill auf Reede,
    Noch schweigen die Trosse
    In den Ankerklüsen.
    Der Anker pflugt Grund,
    Halt zu erkunden,
    Fest zu verankern.

    Schlaff zieht der Palstek
    Am knorzigen Poller,
    Erwartet den Sturm
    Nach langer Flaute.

  21. elbée says:

    das schöne ist
    es bewegt sich und uns
    mit dem wind

    manchmal schaukelt es sehr
    manchmal wiegt es uns
    sacht in den schlaf

    wir wissen es ist
    gut vertäut und somit
    fest verankert

    unser luftschloss

  22. vorfreude

    freie silben geboren
    im spiel der gezeiten
    sieben tage verlesen
    einzigartig gewesen
    freuen sich beizeiten
    im schutz der novemberstürme
    in @fraupaulchen’s hafen

  23. von @brennesselkraut:
    Verankert –
    nein, da ist kein Bleiben
    verfahren, verirrt.

    Die Leinen wieder los
    die Segel in den Wind
    Du musst dir selber Hafen sein

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