raunacht #12 (2012/13)

heute gibt es ausnahmsweise kein gedicht für diese raunacht. denn: mitunter dürfen texte so persönlich sein, dass sie bei uns bleiben müssen. nah. mit wenig raum zwischen ihnen und mir. zweithäutig sozusagen. so eine raunacht war dies heute. so ein text ruht in mir, streichelt meine seelenwände und tapeziert sie mit worten für dieses jahr. bis zu einem nächsten herzgenesterten text. morgen bildet eine letzte raunacht den abschluss der raunacht-reihe 2012/13. danach beginnt wieder der alltag.

raunacht #10 (2012/13)

es bleiben nur noch wenige raunächte, bis uns die „normale“ welt wieder hat und wir aus dieser ganz besonderen zeit zwischen 24. dezember und 6. januar heraustreten. gestärkt? erholt? inspiriert? bewusst? geliebt? belebt? ich hoffe, wir alle können zu allem ja sagen. zu schnell wird uns nämlich der alltag wieder einholen, und da ist es wichtig, sich auf auszeiten besinnen zu können.

raunacht #8 (2012/13)

2013. nun ist es da. selten zuvor bin ich so klar und ge“zen“t in ein neues jahr gegangen. meine raunächte sind im vergleich zum vergangenen jahr wesentlich weniger umtriebig, sondern bestärkend und kräftigend. da hat sich viel setzen und legen dürfen 2012, so dass ich nun als kiesel in meinem bachbett auf das plätschern der wellen und das blau des himmels schaue, nähe und weite spüre und inmitten allem bin. natürlich wird dieses zensein täglich herausgefordert werden, ich werde zweifeln, mich ärgern, mich (hinter)fragen, orientierung suchen, mutlos sein.

raunacht #7 (2012/13)

„es ist das ende, an dem wir beginnen“ hat t. s. elliott gesagt, und so soll euch das alte jahr nicht schwer und mütig auf den schultern lasten, sondern start- und ausgangspunkt für das neue sein. ich wünsche euch, dass ihr wünsche und träume habt, die ihr euch erfüllt und die ihr lebt. ich wünsche euch zenblicke und zensein. ich wünsche euch zeit für das wichtige – was und wer immer das für euch sein möge.

raunacht #6 (2012/13)

manchmal präsentiert sich die welt gestochen scharf. und der blick darauf ebenso. während sich das jahresende nähert, wird von raunacht zu raunacht deutlich, worum es 2013 bei mir gehen wird. und der blick auf das kommende ist schön, neu, abwechslungsreich, zeitnehmen, zeitgebend, vertraut, harmonisch, schaffend und mein. eben: blick auf leben.

blick auf leben
hat der wind den himmel leer gefegt
liegen farbenklar
die stunden im weizenfeld

und wiegen nach

raunacht #5 (2012/13)

dankbarkeit. ein kleines wort. ein tiefes gefühl. leider vergessen wir häufig, wofür wir alles dankbar sind und sein können. das sind natürlich die „großen“ dinge wie gesundheit, glück, zufriedenheit. doch es sind auch und vor allem die vielen kleinen dinge wie ein schöner tweet, das lächeln eines menschen, eine schäfchenwolke am sont blauen himmel, ein telefonanruf einer freundin eines freundes oder oder oder. leider vernachlässigen wir diese dankbarkeiten und werden uns dessen nicht gewahr.

raunacht #3 (2012/13)

das ende des jahres lädt automatisch dazu ein, rückblick zu halten, bevor die ausblicke zu viel kraft und zeit einnehmen. und doch wird gerade in diesem blick auf vergangenes deutlich, wohin die reise als nächstes gehen wird oder wohin sie gehen kann. es ist ein rückausblick: das voraus kann erst befreit angegangen werden, wenn das zurück genug raum bekommen hat. klingt vielleicht esoterisch oder abwegig oder doof oder banal oder verrückt oder wie auch immer. doch für mich passt die schlüssigkeit des rückausblicks für einen aufbruch I.