#frapalymo 24mai15: lissabon

in den nassen straßen von lissabon
schleicht sehnsucht umher
aus den hinterhöfen hinausgesungen
malt sie sich auf kacheln in blau

schleicht sehnsucht umher
die ferne nähe das meer und ich
malen uns auf kacheln in blau
worte finden kein echo

die ferne nähe das meer und ich
die welt ist nur ein gefühl
worte finden kein echo
das ich leidet

die welt ist nur ein gefühl
aus den hinterhöfen hinausgesungen
das ich leidet
in den nassen straßen von lissabon

#frapalymo no 30: noch

noch
ist das licht da
die zeit in den minuten
das ich am fluss

die einzelnen töne
und das brüchige ihrer stimme
tragen über die terrasse bis der fluss
sie schluckt und das schiff
auf dem weg zum meer
nicht
die geschichte der an der hafenmauer abgelegten blumen
nicht
die melancholie in den kaffeelöffelbewegungen einer leergetrunkenen tasse
sieht nur das weißgestrahlte seemannsdenkmal am quai

noch
ist das sehnen da
das sehnsuchtsvolle sich selbst
am liebsten weit am liebsten

#frapalymo impuls 7

Hier kommt der Impuls für Tag 7 beim #frapalymo. Auf diesen Impuls bin ich heute gestoßen, weil ich wunderbares Akkordeonspielen von Musikern gehört habe: melancholisch, traurig und mit einer unglaublichen Tiefe. Und dabei musste ich unweigerlich an den portugiesischen Fado denken und an die saudade - diesen Weltschmerz, diese Sehnsucht und den Wehmut, der in der saudade liegt und mit ihr in die Welt getragen wird.