über kreativität, meinzeit und schwammzeit

in den vergangenen und in diesen wochen habe ich sehr viel über kreativität gelesen und über die schönheit von raum und leere. ich merke, dass vor allem die themen raum, leere, das dazwischen, die stille, die ruhe in gedanken und das daraus er/schaffen mich sehr beschäftigen und mich gut begleiten. wie wird kreativität gefördert, wie kommt sie zustande, wie können wir sie in unser leben lassen –für ideen raum schaffen und diesen raum entsprechend gestalten? spannende fragen und schön, sich damit überhaupt in meiner zeit auseinanderzusetzen.

bislang habe ich die schreibfreie zeit schwammzeit genannt. sie schien mir vor allem dann wichtig, wenn ich eine schreibintensivere phase abgeschlossen hatte wie bei frau paulchens lyrik monat (#frapalymo) oder nach dem kunstsommer in irsee im vergangenen jahr. dann schienen mir die speicher irgendwie leer gepumpt, die hand in ruhe verharrend und die wörter einen anderen schreiber suchend.

dank der bücher, die ich gelesen habe, habe ich nun für mich entdeckt (und nein – das muss nicht für andere ebenso gelten…ich teile hier lediglich meine erkenntnisse mit euch; und vielleicht hat der ein oder andere für sich genau die gleichen schlüsse gezogen), dass ich mitunter anders an mein tägliches tun herangehen muss:

  1. kreativität basiert auf routine, auf regelmäßigem raum und zeit. aus dem steten entsteht neues, nicht aus dem unsteten. sprich: meine tägliche meinzeit morgens ist genau der richtige weg. und davon gibt es keine ausnahme. es geht eben nicht darum, darauf zu warten, dass die muse einen küsst, sondern sie zum küssen zu bringen. und dazu benötige ich regelmäßigkeit, zeit, raum und leere. und ja, gewiss: nicht immer ist zu einer bestimmten uhrzeit eine gewisse menge an zeit (auf die dauer bezogen) möglich. zumindest bei mir ist das derzeit schwierig. doch wichtig ist, dass es eine routine bleibt und ein machen, sobald und solange es geht. und sich ebenso raum und zeit zu einem bestimmten zeitpunkt zu verordnen und dann zu arbeiten. an der kreativität und mit der kreativität – auch wenn ich mich dann womöglich nicht unmittelbar inspiriert fühle. nicht darauf warten in einem wenn/vielleicht/später, sondern es tun, jetzt/hier/zu dieser bestimmten zeit.
  2. das aufgeräumtsein, das schlichte, die leere ist notwendig, damit der blick und die gedanken ins nichts gehen können und aus dem nichts oder aus dem wenigen neues erschaffen können. ein überfüllter schreibtisch, ein zugestopftes zimmer, ein zugestelltes fenster lenkt ab, bricht das freie im blick. es bedarf der schlichtheit und dem raum zwischen den dingen. es ist mehr die ästhetik des minimalistischen, die raum zulässt und gibt als die überkonsumierung durch dinge und gegenstände. ich suche also auch die befreiung von gegenständlichem, um das verborgene und das versteckte des fragilen und des ungegenständlichen entstehen zu lassen. 
  3. schwammzeit ist absolut notwendig und erforderlich, aber nicht als dezidierte zeit, getrennt von der meinzeit oder dem üblichen tag. der clou ist, sich täglich schwammzeit zu verordnen, aufmerksam durch den tag zu gehen und in dieser aufmerksamkeit ideen zu notieren, bruchstücke, wortfetzen, eindrücke. sie aufzuschreiben, dazu alle seine sinne zu benutzen, die linken und rechten gehirnhälften zu verknüpfen durch visuelles, durch haptisches, durch gedachtes etc. – und es geht darum, sich im täglichen eine zeit zu verordnen, in der ganz andere dinge angegangen werden, um aus dem völlig anderen zu fischen und daraus für sich zu profitieren. schwammzeit werde ich also nicht mehr als getrennte zeit des üblichen ansehen, sondern sie wesentlich enger in den alltag integrieren.

natürlich sind da noch viele weitere eindrücke, die sich beim und nach dem lesen in meinem gedankenschlick abgesetzt haben. doch diese drei punkte sind momentan das wesentliche für mich.

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