#frapalymo 15nov18: sanft

sanft

was ist
das zarte unsichere
in deiner stimme deine haut
spricht vom mürben

ein leben
wo du auch
immer in dir
gefangen sein magst weg sein da
sein magst
du hast dich verloren in einem wald aus moos

das brüchige
kannst du nicht leugnen
es ruht neben dir

 

 

das ist gedicht no. 15 von frau paulchen für den #frapalymo, und der impuls lautete „dichtet zur musik“ – zum largo aus der dritten sonate von frédéric chopin. ich freue mich zu lesen, wohin euch die töne getragen haben. danke dir nochmals, lieber klaus, dass du uns diese musikvorgabe geschenkt hast!

30 tage, 30 gedichte, no excuses: wer beim #frapalymo mitmachen mag, kann dies entweder für sich tun und die impulse für die eigene schreibstube nutzen. oder im unten stehenden kommentarfeld seinen blog/webseite verlinken. oder das gedicht selbst über das kommentarfeld hochladen. oder auch einfach sonst einen kommentar hinterlassen. ähnlich über twitter mit link und kennung #frapalymo und @fraupaulchen

30 thoughts on “#frapalymo 15nov18: sanft

  1. von @giselheid22:

    Das Fenster öffnen: So atmet die Nacht tief ein und aus. Ein Sichelmond hängt im Traumgeäst. Laternen lächeln leise. Schritte im Zimmer nebenan. Das Hotel schläft noch nicht. Die Augen schließen zur Nachtmusik: langsame Buchstaben in b-Moll.

  2. Meernotizen says:

    Zwischen leise und laut,
    nah und fern,
    schwarz und weiß,
    heute und morgen
    ist das Leben
    ein Klang, der
    im Atemzug
    dieser Rhythmik
    Dich ein- und auffordert,
    und Du bestimmst die
    Schrittfolge.

  3. Gerda Steger says:

    Bilderwelten
    (Frederic Chopin, Largo aus der 3. Sonate)

    blaudunstig still ent
    flieht die Zeit ver
    schwimmt der Tag in
    melancholisch süßen Stunden:
    Erinnerungsnebel die Nacht
    harft Zwischentöne
    piano pianissimo
    die alles beleben mir
    ins Fenster schwebt ein Blatt
    das deinen Namen trägt:
    schweigendes Flüstern!

  4. @Maremmafotos says:

    Verbindungsweg zwischen Leben….
    Tod
    Windgeräusche in den Kammern
    Augen schauen tief auf mich
    Ohren hören
    Melodien der Vergangenheit
    von Kulturen die vergehen
    Herzschläge Schritte
    weiter gehen im Hohlweg

  5. Rona Duwe says:

    Durch‘s Leben
    geholpert
    und gestolpert.
    Gehüpft
    und getanzt.
    Gegangen
    und gerannt.
    Und manchmal
    nur gelegen
    in den Himmel geschaut
    den Wolken nachgesehen
    oder Wellen gelauscht.
    In einem Arm
    voller Glück.
    Oder allein.
    Meist allein.

  6. yumami says:

    wenn die welt leise anklopft
    die klarheit gehört werden will
    die wahrheit mitunter taumelt
    wie eine welle über einen stein

    wenn die melodie mich trägt
    schritt für schritt bergauf bergab
    die tage sich aufreihen wie perlen
    alle gleich und doch wieder anders

    wenn die pause die stille auslotet
    ein halbton aus der reihe tanzt
    die musik kaum hörbar verklingt
    in der dunkelheit des meeres

  7. von @gedankentaenze:

    Melancholisch langsam trägt
    der Tag die Töne
    Verbirgt sein Antlitz
    klingend dahintreibend
    im Fluß der Poesie
    Zufriedenes Dahinplätschern
    Perlendes über Worte stolpern
    Silbe für Silbe
    in die Tiefe fallend
    bis zum Grund
    des Verstehens

  8. Gehst Du mit mir noch zu
    Orten der Stille der
    Weite und hältst meine
    Hand schaust mich an in mir
    ruht noch mehr Liebe für

    Dich

    in ruhendem Glanz rot
    über eisigem Grund

    – (siehst Du es?)

    Gehst Du mit mir noch zu
    sandigen Flüssen den
    Bergen versunken im
    Meer unter Lichtern mit
    schwarzblauen Tiefen für

    Dich

    in ruhendem Glanz rot
    über eisigem Grund

    – (fühlst Du es?)

    Gehst Du mit mir noch zu
    Eistaucherfjorden mit
    bunten Bergen im Dunst
    Nebelwassern Gänsen
    Mitternachtssonnen für

    Dich

    in ruhendem Glanz rot
    über eisigem Grund

    – (bist Du es?)

  9. wieviele tasten eine keine viele
    klimperzart hart bisweilen träumen
    eilenauf und ab tastend auf der Tastatur
    Melodeien Töne
    nur
    schwelgen bis zum letzten Schlag oder Wohlklang schweigen Schweigen

  10. Zuversicht

    Müde wandere ich
    durch die engen Gassen der alten Stadt.
    Der Tag war lang,
    die Gedanken sind schwer.
    Wo geh ich hin, wo komm ich her,
    was ist der Sinn und warum bleibe ich?

    Durch die verwinkelten Häuser
    blinkt immer wieder
    der ruhige große Fluß
    und glitzert im abendlichen Sonnenlicht.
    Die Luft ist sommerweich
    und duftet nach frischer Wäsche.
    Mein Schritt wird leichter,
    ein Lächeln huscht über mein Gesicht.

    Auf dem kleinen Platz vor der Kirche
    verweile ich einen Moment,
    lausche dem Rufen aus einem der Häuser –
    – Você está vindo? (Kommst du?)
    – Não, não posso. (Nein, ich kann nicht.)
    – Então vou sozinha! (Dann geh ich alleine!)
    – Sim, apenas vá. (Ja, geh nur.)
    und mache mich dann wieder auf
    dorthin, wo ich zuhause bin.

    Der Weg, den wir wählen,
    er wird uns schon passen.
    Mit Absicht und Zufall
    und allen Entscheiden:
    am Ende sind wir doch die,
    die wir sollten sein.

    ____________________________
    https://fantasiafragile.de/zuversicht/

  11. roteFrau says:

    ecxspiration dünner als ein After Eight laut leise Einsatz Abbruch Seitenweggeschleiche krawehlkrawehl Je ne sais pas dziekuje bardzo

  12. von @sprachspielerin:

    der ernst der lage und
    manchmal weiß man nicht,
    weil es dunkler wird, doch
    wenn ich mit dir tanze
    hauthaut, ohne luft dazwischen,
    an den fingerspitzen der nacht,
    wir wiegen uns in zärtlichkeit,
    bleibt die dunkelheit draußen

  13. @lose_gedanken says:

    Immer saßt ihr am Ufer.
    Ein Klavier hattet ihr nie dabei.

    Eine Melodiendecke wärmte euch.
    Ihr Muster, gewebt aus dunkel- geerdeten und hell-luftigen Tönen.

    Ihr wart euch Dialog.
    Ihr wart euch Musik.

  14. von @tauscher57:

    hart der anschlag beginnt
    immer sanfter
    wird die melodie
    dahin träumen
    gedanken fliegen
    einer feder gleich dahin
    auf und ab tanzen sie
    gemeinsam im wind
    bis sie einen platz gefunden
    im schlaf versunken

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