Ich habe dir nach und nach Puderzucker unter dein Koks gemischt. Und du dachtest, du wärst selbst clean geworden und hättest den Stoff einfach nicht mehr gebraucht. Schön.
(Post Secret)
Ich habe dir nach und nach Puderzucker unter dein Koks gemischt. Und du dachtest, du wärst selbst clean geworden und hättest den Stoff einfach nicht mehr gebraucht. Schön.
(Post Secret)
Das Heu sagt zum Stroh: Bald ist es wieder soweit.
Was meinst du, fragt das Stroh zurück.
Na, erwidert das Heu, das ganze Jahr werden wir nicht beachtet, auf uns wird herum getrampelt, wir werden lästig aus Wollpullis gezogen und achtlos weggeworfen, aber nie wieder bekommen wir diese Aufmerksamkeit wie zu Weihnachten.
Hm, grummelt das Stroh. Ich weiß nicht. Wenn mich sonst keiner beachtet, warum soll ich mich über dieses eine Mal so sehr freuen?
Aber, so das Heu ganz energisch, das ist doch unsere Chance, ganz groß herauszukommen!
In den Kernen liegt die Kraft, heißt es, nicht wahr?! Ein Mandelkern bietet die Möglichkeit, dass daraus etwas Großes entsteht – ein neuer Baum, das Herz eines Weihnachtsplätzchens oder vielleicht auch nur die geschmackliche oder augenscheinliche Verzierung von Speisen. Egal, was wir daraus machen. Das Geheimnis liegt im Kern. Und ebenso liegt unser Geheimnis in unserem Kern, in unserem Innersten. Jeder Mensch trägt seinen ganz persönlichen Mandelkern in sich und kann daraus Großes entstehen lassen. Wenn wir nur wollen. Wenn wir nur wollen.
Tief innerstes Glück.
Sich die Seele erwärmen.
Ganz weit nach oben.
(Haiku)
Das Wachs tropfte von der brennenden Kerze und erhärtete auf dem Tisch. Sein Blut tropfte auf den Teppich. Sein Licht war bereits erloschen.
(Tiny Tale)
Es sollte ein gelungenes Festmahl werden. Barbara hatte an alles gedacht. Dachte sie. An die Blumen auf dem Tisch, das polierte Silber von Oma, die neu gekauften Sektgläser, weil die alten ja schon Kratzer hatten oder von der Spülmaschine blind waren. Der Tisch war gedeckt, der Braten schmorte im Ofen und ein herrlicher Duft nach Weinsauce, Rosmarin und Pfeffer zog durch das Haus. Und sah Barbara nicht selbst auch besonders hübsch aus, heute Abend? Dachte sie. Auch sie hatte sich aufpoliert und sich ähnlich wie den Tisch mit allerlei Schmuck und Tand dekoriert.
Vorbote
Freudiger Zeiten.
Den erwartungsvollen Blick
auf das Himmelszelt gerichtet,
Innehaltend.
(Elfchen)
„Gib es mir“, sag’ ich. „Du willst es doch gar nicht.“
„Doch. Es ist meins. Meins. Meins. Meins.“
Ich schau sie an. Mein Blick sagt ihr zwar viel, doch sie bleibt stur. Auch wenn sie es aus dem Sack hat? Na und? Ich kann ihr meins geben. Das macht mir nichts aus. Und was soll sie auch mit dem Buch? Sie liest nicht und kann es auch gar nicht. Ich wohl. Ich bin im Geist gern weg. Und sie? Sie lebt hier in der Welt, ist da, nur da und macht sonst nichts. Die Welt ist fies.
Das Beste verpackt
zu einem kreisrunden Glück
Und ratzfatz verspeist.
(Haiku)
Eine leise Weise zieht durch die Straßen, nistet sich in Hauswände ein, erklimmt Fenstersprossen und dringt durch die Ritzen so mancher fest verschlossenen Tür. Sanft berührt von den Noten, die sich zu einem Band formen, von den Lauten, die aus zarten Kehlen fließen und dem Sinn, der in den anmutenden Worten steckt, erwärmt sich das ein oder andere gefrorene Herz. Und weint in seinem Schmelz. Und weint in seinem Schmelz.