meine stimme

meine stimme ist eine andere geworden. sie ist ruhiger, schweigt viel. sie sieht die welt, und doch sieht sie sie weniger in worten. vielleicht hat meine stimme auch ihre stimme verloren. die verdichtungsstimme. und die wiederum ihre stimme. die empfindungsstimme. und die wiederum ihre. die betrachtungsstimme. vielleicht ist es die zeit, die eine andere ist. für all diese stimmen. vielmehr sind es bilder, die entstehen wollen. wo sich das eine mit dem anderen nicht trifft. in diesem leerraum „wo“ bin ich gerade. ob ich gefangen bin oder mich nur aufhalte – wer weiß das schon. womöglich ist allein die frage bedeutungslos. denn hier bin ich. read more

die gezähmte stille

es ist so viel stille in mir, habe ich neulich getwittert. und irgendwie habe ich das gefühl, als hätte ich diese stille zwischenzeitlich gezähmt. wie beim fuchs, der den kleinen prinzen bittet: "zähme mich". der fuchs erklärt dem kleinen prinzen, zähmen bedeute, sich vertraut zu machen. es bedeute, einander zu brauchen und füreinander einzig zu sein in dieser welt.

zwischenstand

fotos anschauen und in der erinnerung eines tages weilen. das lachen von vor einem jahr heraufbeschwören und es diesen raum jetzt füllen lassen. das was sich geändert hat spüren und merken wie die zeit einzug gehalten hat. die freude der stolz das miteinander sehen. mehr als nur spüren. das was nie wieder so sein wird ziehen lassen. es darf andere häuser finden in denen es zu einem so ist es wird. das kleid die ringe die blumen das anschauen schauen angeschaut werden. das zentrum sein und neues zentrum bekommen.

was mir nachts so einfällt

vieles geht mir gerade durch den kopf. und was sich in und aus der schwammzeit herausgelöst hat, werde ich kommende woche mal in einem blogeintrag zusammenfassen. es zumindest mal versuchen. heute gibt es jedoch für euch einen einblick in ein paar gedanken meiner letzten nacht. dunkel sind manchmal die worte in einem sonst gerade so hellen sein. und da weiß ich wieder: die nacht gehört zum tag, auch wenn sie mal länger oder kürzer ist. und: in den wenden des sommers und des winters liegt das vertrauen der zeit. und: gedanken nehmen unseren raum ein und wir stecken irgendwo dazwischen fest.

raunacht #2 (2012/13)

die zweite raunacht bringt einen text hervor, der ein neues lieblingsverb von mir enthält: verlanden. ich finde, dieses verb ist sehr passend für den impuls der zweiten nacht, denn es steckt viel von dem drin, was mich gerade bewegt.

was mich auch bewegt, ist die strophenbildung des textes… hier sehe ich einige möglichkeiten und bin selbst noch unschlüssig, welche form, welche lesart, welche betonung richtig ist. vielleicht darf es gerade in diesem fluiden bleiben und muss eben in seiner form nicht verlanden… ich überlege noch.

herbst zeitlose suche

ich sammle heute wörter
wie kastanien
von meinen gedankenbäumen herbst
hat sich in seelenwände genistet für das etwas
das kommt
irgendwann vielleicht schon
bald noch suche ich
die einzelnen buchstaben
die schönsten unter den gefallenen
aus hebe sie
auf trage sie
nach hause
ein innerlichst arrangement
schwarz an den ecken leicht gewellt
die erde ist ja immerzu feucht
da kräuselt sich so manches
setze sie zu wortgebilden zusammen
entkörperlicht
zum beispiel
verunglimpftlichkeit

raunacht 13 – ein ende ein anfang

die letzte raunacht liegt hinter mir. ein ende. ein anfang. für das neue jahr. es waren 13 erstaunliche, bewegende, ergreifende, gelungene, anzweifelnde, erkenntnisreiche nächte. ein weg liegt vor mir.

das leben und so
jetzt und immer das leben

sag ich ja im licht
er glanz er strahlt
macht sich ein
wir auf den weg schon

wartet der sommer auf uns
und die blätter rauschen
aus der
tiefe sehn

sucht sie die liebe.