Als die Gedichte vom Himmel fielen

Heute war einer jener Momente, an dem man erstaunt, fasziniert, baff, vertränt da steht, weil die Welt so schön ist. Weil es uns gibt. Weil es Literatur, Epik und - Gedichte gibt. Weil heute bei der Langen Nacht der Museen in Berlin ein Gedichterregen über die Stadt niederging. Zur blauen Stunde wurde der Regen eingeläutet. Es war dieser Moment zwischen Tag und Nacht, wenn die Welt eh uneins mit sich ist, ob sie nun lieber Licht oder Dunkelheit bevorzugen soll. Wo die Menschen inne halten vor dieser Zögerung und selbst in sich zerrissen sind. Hin- und hergerissen.

So wie du bist

Traurig. Leer. Ausgesogen.
Das Leben ausgezogen.
Aus dir.

Eine Hülle.
Ein Hauch von Nichts.
Bleibst zurück.

Vergessen. Ausgelöscht.
Aus dem Gedächtnis der anderen.
Die Erinnerung. Dahin.

Existierst noch. Atmest.
Noch.
Bist auf dieser Welt.
Theoretisch.

Einseitig. Einfaches du.
Ohne Tiefenwirkung.
Ohne Reflexion.
Ohne.

Mal wieder Berlin

Seit wenigen Jahren schon bin ich mehrmals im Jahr in Berlin und habe auch in meinem Blog hier schon davon berichtet: hier ich als Landei, dort Berlin, die Große und Schöne. Beeindruckend, omnipräsent, anders, vielfältig, einschüchternd, kompakt. Heute bin ich wieder hier angekommen mit dem festen Vorsatz, mich Samstag in eines dieser zahlreichen Cafés zu setzen und zu schreiben. Denn das kann man in Berlin wirklich ganz außerordentlich gut. Hier fließt die Tinte sozusagen aus der Hand in den PC. Hier saß ich schon während des NaNoWriMos und habe fleißig an Clara geschrieben.

Ergriffen

Ich habe am Samstag zum ersten Mal einen selbst geschriebenen Text vor einem etwas größeren Publikum von ca. 70 Personen vorgelesen. Sie hatten keine andere Wahl als mir zuzuhören, da ich den Text bei der kirchlichen Trauung von Freunden vorgelesen habe. Sie mussten mir also alle zuhören 😉 Es war sehr schön und hat Spaß gemacht, das eigene Werk zu hören und zu merken, dass viele - insbesondere das Brautpaar - sehr ergriffen waren. Und ich großes Lob im Anschluss ernten durfte. Das war echt klasse.

Vermutlich

Vermutlich liebe ich dich.
Ein wenig.
Ein bisschen.
Ganz und gar.

Atemberaubende Kopfspülung.
Verzweifelte Tat.
Möchte dich bei mir haben.

Sag doch was, mein Liebster.
Bist so.
So.
Ich weiß auch nicht.

Was drängt dich nach vorn?
Weg.
Drängen.
Ein Kampf.

Vermutlich wärst du.
Du.
Anders.

Aber du bist es nicht.

Und Ines malt (Kurzgeschichte zum Thema Blau)

Sie geht am Meer spazieren. Allein. Der Sand rieselt zwischen ihren Zehen durch. Er ist noch kalt von der Nacht. Am Himmel ziehen bereits die ersten Möwen ihre Bahnen. Sie sind die Ersten. Immer die Ersten. Auf der Suche nach Fischen, die ihren glänzenden Kopf und die dunklen Augen etwas zu vorlaut, ja geradezu dumm aus dem blauen Tief stecken. Einmal nach Luft schnappen und dabei ihr Leben verlieren. So schnell kann es gehen. Zack und vorbei. Verschluckt von etwas Größerem, das sie in diesem Moment ihres Sterbens noch nicht einmal begreifen. Ines fröstelt.

Buchtipp für Krimischreiber: Von Arsen bis Zielfahndung

Noch bevor ich mich auf Wanderschaft begebe, habe ich gerade noch in der aktuellen Ausgabe der Federwelt eine sehr interessante Rezension zum Buch "Von Arsen bis Zielfahndung" von Manfred Büttner und Christine Lehmann gelesen. Scheint sehr hilfreich für alle Krimiautoren zu sein, denn in dem Buch würden kleine und größere Geheimnisse der Kriminalistik aufgedeckt und offene Fragen beantwortet.