#frapalywo tag 4, text 4 – geräusche im alleinsein

wo du bist

da wo du bist ist nicht still
ist nicht ruhig friedlich leise
gelassen sanft mild als synonym
wird auch lau gelinde angegeben
das ist nicht da wo du bist
da ist gelinde gesprochen (also doch)
schweigen
in der verweigerung
der eigenen stimme zu antworten
die da wo du bist und das unaufhörlich
unaufhörlich unaufhörlich unaufhörlich da
wo du bist
ist nicht
still

die stimme ist noch da

nach dem kunstsommer in irsee ist es ruhiger bei mir geworden. es waren einige wochen des schweigens, des still denkens notwendig, um die eindrücke zu verdauen und im inneren den verhallenden kunstommer-stimmen nachzugehen. das tut gut, doch lässt es mich auch immer etwas ängstlich zurück, und nach einer weile dieses schweigens frage ich mich: kann ich es überhaupt noch? habe ich überhaupt noch eine stimme in mir, die ich zum ausdruck, zum erschallen bringen kann? ist mir vielleicht meine muse abhanden gekommen, weil auch sie zur stille gezwungen war?

kunstsommer-rückblick 8. august: halbzeit

unglaublich, dass die hälfte des kunstsommers schon vorbei ist. hach, die zeit rast einfach – vor allem, wenn man so ganz in ihr aufgehen kann. wir blicken mit spannung auf die kunstnacht und tasten uns an inszenierungen, an das sprechen von texten weiter heran. einen dialog sollten wir als aufgabe für gestern vorbereiten und haben wir dann zu zweit jeweils eingeübt. eine gute vorübung, um sich auf die inszenierung eines gedichts vorzubereiten, lässt es doch eine andere person zu, es definiert einen schauplatz, eine handlung, ein wie.