durch auslegung vorgesehen verhersagbar:
das versagen
häufig entscheidend einfach abzutrennen
verbraucht und stumpf rasch
ausgetauscht
(industriell wird bruchtrennen als moderne methode eingesetzt)
zur förderung zweier menschen
durch auslegung vorgesehen verhersagbar:
das versagen
häufig entscheidend einfach abzutrennen
verbraucht und stumpf rasch
ausgetauscht
(industriell wird bruchtrennen als moderne methode eingesetzt)
zur förderung zweier menschen
danke für ganz neue wunderbare töne und stimmungen, die in euren übersetzten und nachgedichteten gedichten zu spüren und zu erlesen waren. diese neuen stimmen sollen unsere eigenen ja nicht ersetzen, sondern anreichern. und ich zumindest beschäftige mich dadurch anders mit der sprache und dem aufbau eines textes.
nun aber zu unserem nächsten impuls. der #frapalymo-impuls für den 28. mai lautet: „sollbruchstelle“. wieder so ein wort, das mir heute im alltag begegnet ist und mich beschäftigt hat. und nun teile ich mein glück oder leid, und so darf die sollbruchstelle auch euch beschäftigen…! ich bin gepannt auf eure interpretation dieses terminus technicus.
wenn die nacht durch die straßen zieht
von schiefen dächern tropft
spielen meine gedanken
in blauen chinesischen gärten
vor heidnischen tempeln
zwischen geriffelten säulen in weiß
sie tanzen mit gelbvioletten krokussen im haar
ihre füße benetzt durch tauperlen im gras
wie leicht meine gedanken
wenn menschen die lichter gelöscht
die stadt still
lachen sie
die letzten fünf impulse, ihr lieben! wie schnell dieser mai geflogen ist! für das #frapalymo gedicht no 27 wage ich mich etwas hinaus und hoffe, dass ihr mitgeht, und euch dieser impuls ebenso viel spaß macht wie mir. es geht um übersetzungen!
und so lautet der impuls für den 27. mai: „übersetzt, verdichtet, nachdichtet ein gedicht“. es geht bei dieser art übersetzung nicht um eine klassische literarische übersetzung, sondern um ein beschäftigen mit sprache, bilder, wörter. basis ist ein fremdsprachiges gedicht eurer wahl. ihr könnt dabei eine sprache oder auch einen dialekt wählen. ihr könnt wählen, ob ihr die sprache beherrscht oder nicht – ihr seid komplett offen in eurer wahl. wenn ihr die sprache sprecht, ist die herausforderung, das eigene hineinzubringen in die nachdichtung. wenn ihr die sprache nicht sprecht, geht es vermutlich mehr um klang und assoziationen. hauptsache, ihr verkrampft euch nicht und habt spaß daran und lasst einen ganz eigenen text entstehen. (und gebt bitte an, welchen ausgangstext ihr gewählt habt, damit wir anderen die gleiche freude beim nachlesen wie ihr beim nachdichten haben.)
ich habe die luft von meinem großvater geerbt
sie neben die sammeltassen in die vitrine gestellt
und vergessen
wie das so ist mit erinnerungsstücken
beim umzug fiel sie mir in die hände
und ich dachte sie könne hübsch aussehen
im neuen glasschrank in der küche
danke euch für diese sinnlichen texte, die ganz im hier und jetzt standen. wundervoll – ich habe das lesen sehr genossen!
für den #frapalymo-impuls für den 26. mai ziehe ich (mal wieder) den fragebogen von max frisch heran: „wem gehört ihres erachtens beispielsweise die luft?“. eine gute frage, der wir uns in unseren texten morgen widmen wollen. wem, ja wem gehört die luft und was macht sie für uns so besonders, so eigen, so einzigartig? wollen wir überhaupt, dass sie jemandem gehört oder teilen wir ausnahmsweise die luft (als kostbarstes, da lebenserhaltendes gut) sehr großzügig? und was passiert, wenn die luft knapp wird? sind wir dann immer noch so generös? ihr dürft philosophisch, profan und alles dazwischen sein. ich freue mich auf luftige gedichte!
stehe ich am offenen fenster
die kühle als mantel umgelegt mit
gänsehautgedanken:
über den soloflug des haustaubenpärchens
und seiner bedeutung für den artenschutz
die machbarkeit heißer milchhaut
beim menschen in extremsituationen
und wer würde in diesem vorbeifahrenden
auto an einem feiertag sitzen wohin die reise und
wer freut sich wenn er angekommen
umklammere ich
das warm eines lächelns
schweigen die gedanken
auch nach dieser pantun-runde bekräftige ich: ich liebe pantuns…!
wenden wir uns einer anderen, ganz wunderbaren twitterin meiner timeline zu, der lieben @e_mm_e1. sie twittert kleinode aus wort und bild und bereichert meinen tag mit viel lächeln. danke dafür, du liebe! und so lautet der impuls für den 25. mai: „eine blaue blume, erdbeeren, schokolade, kaffee und ein kleines lied. worte verbannen – sinne zulassen.*“. auch wir wollen (zunächst) worte verbannen und eintauchen in unsere ganz eigene sinnenwelt. viel spaß mit allem fühl-, hör, schmeck-, riech- und sehbaren in und um euch herum! und ein gutes wiederauftauchen in und mit euren texten! und dir, liebe @e_mm_e1 danke für diesen impuls, der mich sehr auf das jetzt und hier konzentrieren lässt!
in den nassen straßen von lissabon
schleicht sehnsucht umher
aus den hinterhöfen hinausgesungen
malt sie sich auf kacheln in blau
schleicht sehnsucht umher
die ferne nähe das meer und ich
malen uns auf kacheln in blau
worte finden kein echo
die ferne nähe das meer und ich
die welt ist nur ein gefühl
worte finden kein echo
das ich leidet
die welt ist nur ein gefühl
aus den hinterhöfen hinausgesungen
das ich leidet
in den nassen straßen von lissabon
nach so vielen reiseeindrücken habe ich jetzt richtig lust bekommen, die koffer zu packen. aber vielleicht darf es erstmal die innere reise sein. die geht immer…! danke für eure wunderbaren texte zum letzten doppelimpuls bei diesem #frapalymo im mai.
der impuls für den 24. mai lautet: „schreibt ein pantun“. die wiederholungsfrapalymoisten kennen den impuls bereits, und die anderen werden die form vielleicht/vermutlich auch schon kennen. ein pantun ist eine, wie ich finde, ganz wunderbare und sehr mächtige form und birgt großes potenzial durch die wiederholung einzelner zeilen. am anfang fühlt es sich etwas kopflastig an, aber dann irgendwann kommt der „flow“ und die schönheit der sprache spiegelt sich in den texten. hach. bevor ich nun aber allzu sehr ins schwärmen komme: habt spaß dabei. und für alle, die nochmals eine auffrischung zur form benötigen, geht es hier zum wiki-eintrag ‚pantun‘.