#kuso15: die große nacht

der letzte tag in irsee. der kunstsommer geht zu ende. man kann nicht weiter darum herum reden. in den gängen zimmern und treppenhäusern huschen gestalten hin und her. laut leise überlegend lachend. die weiße wand wird zunehmend kunst. herausputz. es gibt abbauten aufbauten generalproben durchläufe abstimmungen kurzfristige planänderungen. alle tragen das besondere in sich.

um 17 uhr große versammlung im treppenhaus. es ist ja doch nur für sechs stunden. es ist ja doch für immer. wie in jedem jahr habe ich in momenten tränen in den augen, die eigentlich gar nichts mit mir zu haben. weil sich in diesen momenten die frage nach dem weiter und bittebitteja auf die seele legt. vielleicht gehört das zum großen finale dazu. read more

abschied mittendrin

und dann nehme ich abschied
mittendrin im noch vollen

und trinke wein den weißen
fruits de mer und habe alles
nur kein salz auf der haut lippen zunge
zwischen den zähnen knirscht
nur das endlich

endlich

das auch im freiraum frei
stehen ganz groß sich freuen
mit viel drum herum ganz viel und vor allem und
dann

nehme ich abschied von einem abschied
der noch keiner

fühlbar trinke ich viel zu schnell nicht schnell
genug ist es mittendrin und ich
endlich

endlich

auch ich

#frapalymo impuls 30

Hier kommt der letzte Impuls für Tag 30 beim #frapalymo. Dieses Mal heißt es, Abschied zu nehmen.

Und so lautet der Impuls für das Gedicht am 30. November: "abschied" - und danke euch allen für die wunderbaren Impulse und Inspirationen.

Und nein: Ihr müsst nicht diesen Impuls nehmen, sondern könnt auch einfach mit eigenen Ideen und Impulsen in euren Gedichten beim #frapalymo mitmachen - alles darf, nichts muss.

vertrauen ist eine gabe gib

lass los los halte nicht fest was du nicht festzuhalten vermagst ein abschied winken gerne auch mit papiertaschentuch sieh nach sieh ihm nach melancholie kommt mit dem abschied erst jahre später erleichterung stellt sich auf leisen sohlen ein legt sich katzengleich in deinen schoß und schnurrt was du weglässt kommt zurück eines tages irgendwie du musst nur daran glauben dass du gewinnst was du nicht mehr hast verlierst was deins ist vertrauen ist eine gabe gib

Tag 5: das Ende

Ich habe kapituliert. New York, diese große Stadt, hat mich geschlagen. Ich kann nicht mehr, bin völlig ausgelaugt, fühle mich schwach und klein und nach wie vor elendig. Also habe ich meinen Flug umgebucht und fliege bereits heute (Donnerstag) wieder zurück. Es ist beschämend, dass ich mich habe so unterkriegen lassen. Aber so ist es nun mal. Schwächen muss man sich wohl auch eingestehen, wenn erforderlich. Und ja, diese Entscheidung war erforderlich. Nach dem Orangensaft gestern ging es ja von Neuem los.