#kuso19: ich bin hier

[achtung, dieser beitrag könnte wohl unter neuen gesichtspunkten sowas wie werbung für den kunstsommer enthalten. wenn das so gesehen wird, ist das gut. richtig. ich mache gerne werbung dafür. unbezahlt unbeauftragt und unsonstwas. alleine ich.]

ich bin hier. hier im blog. hier im kunstsommer. hier in irsee. das achte mal. alles auf dauer. die dauer der nächsten acht tage. ich nutze den blog damit als das, was er ist. ein logbuch. wider des eigenen vergessens.

erneut bin ich nicht in der lyrik-meisterklasse. ich habe mich für das textile, haptische entschieden. werde versuchen, meine worte für mich zu verstofflichen. text textur zu geben. read more

#kuso18: einstieg

[achtung, dieser beitrag könnte wohl unter neuen gesichtspunkten sowas wie werbung für den kunstsommer enthalten. wenn das so gesehen wird, ist das gut. richtig. ich mache gerne werbung dafür. unbezahlt unbeauftragt und unsonstwas. alleine ich.]

das siebte mal in irsee beim kunstsommer. ich beziehe mein zimmer. ein neues in diesem jahr nach vielen jahren im selben eckzimmer bei vorangegangenen kunstsommern. ich bin völlig durcheinander. die routine bricht. was? will ich rufen. gerne. sage ich und denke, dass es auch ein bild ist für gerade. wie alles ist. dass manches anders wird und nicht gleich bleibt. nicht so wie immer. wie gut. veränderungen geschehen nicht im großen. denke ich und lege womöglich zuviel bedeutung in die zuweisung eines zimmers. womöglich.

der abend mit wiedersehen, neu sehen, das erste mal klosterküche. der auftakt im plenum im großen festsaal. es wird ein erstes mal über die geschichte irsees berichtet. auch ein novum. das andere im kleinen. denke ich erneut. lächle. vermisse dennoch die bilder und wörter der klösterähnlichen enklave und künstlerkolonie auf zeit. denke sie mir selbst.

kennenlernen im kurs. auch hier ein wiedersehen, neu sehen. ich habe mixed media gewählt, um meinen weg fortzusetzen. meine texte mag ich anders einbetten und einbinden. weg vom schwarz-weiß auf papier hin zum gestalteten und anders sichtbaren. also bin ich hier. gehe den weg weiter, den ich vor ein paar jahren begonnen habe.

der erste richtige meisterklassentag ist ein guter einstieg ins material, in farben, in überraschungen. play and celebrate limitations. zwei punkte, die ich vermerke und einkreise. ein guter tag. ein warmlaufen. ankommen. auf andere art.

abends die abendwerkstatt lyrik. martina hefter spricht und liest aus ihrem neuen band „es hätte auch schön werden können“. ein berührendes thema. ganz viele bilder im kopf. viel gefühl in einem saal und bei jedem für sich individuell auf erfahrungswerten zugeschnitten. ein berührtwerden. feine sprache und sprechen. gefällt und rundet den tag ab.

abschluss ausklang in der orangerie. leichtigkeit unter sonnenschirmen mit funkellichtern gegen die nacht.

#kuso16: vom vertrauten und von ungewohntheiten

zurück. mal wieder. immer und immer wieder möchte ich dieses ankommen feiern. jedes jahr verändert es sich. bringt das vergangene und das unmittelbar zurückgelegene mit. war das wirklich schon wieder ein jahr? natürlich. da waren menschen stimmen wörter texte kreatives in diesem einen jahr. da war abbruch aufbruch umbruch. ein neues tun.

also bin ich zurück. ich beziehe mein gewohntes zimmer. irgendwann muss ich erwähnt haben, dass wir uns angefreundet haben. das zimmer und ich. oder ich bekomme dasselbe, weil es die raumverteilung einfacher macht. egal, wie. wir sind zwei miteinander vertraute.

vertraut ist das haus, sind einige menschen darin, die abläufe eines kunstsommers. ganz und gar unvertraut die situation, nicht hier zu rufen, wenn es um lyrik geht. ich bewege mich auf neuen wegen mit dem wunsch nach text/ur. nach vertexturlichung. nach text/ile art.

dieses jahr bin ich die neue und bin es doch nicht. das sind ungewohntheiten. ich bin aufgeregt, fühle mich etwas klein gegenüber den anderen und denke mir: ich konzentriere mich einfach auf mich und auf das, was ich in dieser woche vorhabe. wege zu erkunden und meine texte auf eine andere materialebene zu bringen. genau das. nicht mehr. nicht weniger.

#kuso15: alles nur nicht dramatisch

der erste ganze tag in irsee. immer etwas besonderes. der erste impuls am morgen direkt mit dem chor und einem ganz bezaubernden stück, in dem sich stimmen finden, auflösen, überall in der kirche verteilen und einzelne wortfetzen in den hohen räumen und zwischen barocken säulen hängen. sich wiederfinden in einer harmonie und uns in den tag hineinbegleiten.

der erste gemeinsame vormittag in der meisterklasse. die anderen beschnuppern, besser kennenlernen, einblicke bekommen. viel information, viele geschichten. ich bleibe etwas übermannt an diesem vormittag. menschlichkeit. menschlichkeiten. und auch das wieder-in-einer-gruppe-sein will neu angelernt werden.

statt eines mittagsgesprächs gibt es die klassische klosterführung und für mich von daher länger zeit für eine pause, die ich willkommen heiße. um nachmittags bei der ersten aufgabe gestärkter und wieder mehr bei mir zu sein. eine „übersetzung“ des textes elbanaff von else lasker-schüler ist gefragt. wir setzen uns daran. ein jeder ist frei, die übersetzung so anzugehen, wie er mag. verspielt, ernst, nah am, weit vom text, als bedienungsanleitung, kürzer, länger. unsere entscheidung. die „richtige“ übersetzung von else lasker-schüler selbst bekommen wir erst, nachdem wir unsere geschrieben und dann in der gruppe vorgelesen haben. unsere texte sind wunderbar, sehr unterschiedlich, sehr berührend und auch sehr witzig. der leichte nachmittag versöhnt mich mit der schwere am morgen.

abends ein highlight. mein highlight. theresia walser berichtet über ihre dramatik und liest aus einem ihrer stücke. faszinierend. tolle stimme. eine sehr charismatische meisterin und autorin. ich muss unbedingt eines ihrer stücke auf einer bühne sehen. vorhaben für eine schwammzeit in der zukunft.

und zum abschluss des abends, des ersten tages, ein wundervolles gespräch. draußen vor der klosterkirche. drinnen in einer nische, die für uns beide geschichte trägt. und die wir damit gestern fortgeschrieben haben. mein dank.

der erste tag also. sehr besonders. und wie es aus der ausschreibung für die meisterklasse dramatik hervorgeht, habe ich kein großes drama daraus gemacht. ein kleines vielleicht nur…