wende ich mich ab hindurch in das
innere falte glieder gesicht gefühle
zusammen für das wenig ruhe das sich beim
ineinanderstapeln auseinander wo das auge
das jenseits nicht berührt nicht einmal
die eigenen wimperngrenzen tangiert so
müde geworden so müde geworden so
lyrik
#frapalymo 17mai16: situativ
jenseits der pappeln
der wind hat längst abschied genommen
kläfft ein hund
einsam und hässlich
#frapalymo 16mai15: naivdichtung
liebe kleine rote katze
komm nur her mit deiner tatze
schleck auch bald das schälchen leer
milch und futter so viel mehr
ich mag deine freundin sein
ob entscheidest du wie fein
schnurrst miaust und räkelst dich
freust beglückst begeisterst mich
bald sind wir ein festes paar
ich blick zurück: wie schön das war
#frapalymo 15mai16: standortbestimmung
ich habe sie zwischen zwei häusern gelegt
das fahlgraue neben dem frisch getünchten
feilchenblau könnte man sagen erinnert weder
an himmel feld noch blumen doch
müpft es gegen das weiß nebenan auf wie
zwei nachbarinnen in der ewigen hassliebealltagsliturgie
in diesem ewigsteiniglichen zwiespalt liegt nun
die liebe
selbst fahl geworden fad geworden geworden
das das wesentliche im perfekt
jedes mehr zu viel an äußerung
außer dass ich sie dorthin gelegt habe
zwischen zwei häusern sie
auf die aufmerksamkeit von wartet
da liegt zwischen zwei häusern die liebe
#frapalymo 14mai16: nineteen eighty five
von beginn der ersten knospung bis zur ernte, dann wenn sie mich mit den früchten vom baum holen, sitze ich oben. himmelnah. mutter bringt drei mal am tag proviant. vater rezitiert nach seinem frühstück die meldungen, die er zuvor in der zwischenzeitlich zusammengefalteten und weggeworfenen tageszeitung gelesen hat. tom spielt fußball. meine welt hat seinen mikrokosmoszustand erreicht. weggeborgene zeit. das war 1985. seitdem sitze ich oben.
#frapalymo 13mai16: spätsommer
ich habe die leintücher herausgelegt
auf den holztisch in der küche
sobald die sonnenblumen geerntet sind
geben wir das haus der unmenschlichkeit zurück
und lassen die formlosigkeit der zeit* raum greifen
allein das licht
das durch die ritzen der fensterläden scheint
lächelt milde
#frapalymo 11mai16: das gesetz der herzlinie*
entlangspuren in der tiefen rille immer und immer wieder
bis der abdruck festgepappt wie die loipe über flachland
die schläge gegen das vergessen gegen die erinnerung
das eine das andere in einer kammer getrennt vereint
unerbittlich unerbittlich unerbittlich
führt sie sich an ihren anfang und beginnt
#frapalymo 10mai16: zehn-wörter-text oder absurdistan
den fluss hinauf die füße
im wasser treiben buntspechte
taufrisch
die füße im wasser
frische buntspechte
im fluss treibend
hin
treibt der fluss füße
tauwasserfrisch hinauf
spechte auf bunt
im buntwasser spechtfüße
treiben hingetaut
auf frischfluss
gespechtetes flusswasser
frischt bunt den tau
auf die füße
flussfrischfuß treibt
taubunt
den specht im wasser
#frapalymo 9mai16: ausflug
auf dem weg zurück
sonnen gesichter eis münder
den tag
im handschuhfach verstaut
fahren
bis die welt kippt
#frapalymo 8mai16: die gesänge der frühe
in der dachkammer
eingetaucht ins nachtblau
ist die baumkrone unmittelbar
windspur zwitscherpfade gedankenwege