ich habe der ewigkeit ins auge gesehen
auf dem friedhof zwischen den gräbern
hier lag domin dort der ebert
die reimanns bürrlins und die
mit einem vornamen und tagessätzen
das perpetuum mobile zwischen den hügeln des auf und ab
die schlehs und gaas rümendorfs steinmanns zwischen
kies unter erde
und darüber ein himmel als wegmarkierung
dort das umgegebrabene stück land
derer die waren und waren sein werden
dazwischen schritte kies schritte stille
schritte kies schritte worte
und dort lag ich
wenn ich wiederkomme
(ach du wirst es schön haben)
und das bimmeln der straßenbahn
als zuviel an idyll und symbolik
doch so ist das
wenn das un wie das endlich vor einem liegt
Month: Februar 2018
#frapalywo tag 7, text 7 – einfinden im ich/heimatwoche
ein wunsch
seerand wasser
überschwappungsversuch
(dorthin wo es nicht versickert
da der boden längst getränkt)
dorthin
(ich setze mich auf die wunschliste)
#frapalywo heimat-impuls für tag 7
letzter impuls in dieser heimatwoche! trotz des „schweren“ themas finde ich, dass wir feine berührungen eingebracht haben und diese woche zu „unserer heimat“ gemacht haben. ich danke euch fürs mitschreiben, mitlesen, mitfühlen.
nach so manchen aspekten der heimat und hoffentlich anregender impulse dafür, gibt es zum schluss ein zitat, einen impuls und ein „auf wiederlesen“.
das zitat: martin walser sagte bei einem vortrag im jahr 1968 dies: „heimat, das ist sicher der schönste name für zurückgebliebenheit.“ in dieser zeit stand die heimat wohl noch nicht sonderlich positiv dar. heute klingt das zitat nahezu nostalgisch.
#frapalywo tag 6, text 6 – frauensicht und heimat/heimatwoche
antwort
frauen und kinder zuerst
kümmern wir uns dann
wird uns mehr zugetraut
dann kümmern wir uns
um das was uns keiner zugetraut
frauen und kinder zuerst
#frapalywo heimat-impuls für tag 6
wenig überraschend kommt nach der männersicht auch die frauensicht in der #frapalywo zum zug. der impuls für tag 6 lautet demnach: „heimat aus sicht einer frau“.
danke, dass ihr mit mir überlegt, dichtet, einbringt, ob es speziell eine geschlechtliche heimatsicht gibt. das ist sehr spannend zu lesen.
das kleingedruckte: gebt mir gerne über mail oder twitter bescheid, wenn ihr mitdichtet, dann kann ich den link zu eurem blog tweeten. oder stellt euer gedicht oder den link zu eurem gedicht an dem jeweiligen tag in das kommentarfeld unter meinem gedicht ein. kennung über twitter ist #frapalywo und ich bin @fraupaulchen.
#frapalywo tag 5, text 5 – männersicht und heimat/heimatwoche
frage
heimat
eine frage der zeit
manchmal
östlich von verdun
westlich von stalingrad
manchmal
in den oberen etagen eines wolkenkratzers
in acht wochen elternzeit
manchmal
ist heimat heimat
für jedermann
#frapalywo heimat-impuls für tag 5
heimat ist uns so nah und drückt sich so mannigfaltig aus – das beweisen wir hier aufs neueste! ich hoffe, die impulse machen euch so viel spaß wie mir – und das schreiben ebenso…!
das doppelimpuls-prinzip kennt ihr bereits vom dichtermonat, und ausnahmsweise bot sich dies auch für die #frapalywo an. denn im hindenken an die heimatwoche bin ich auf die vorstellung zweier sichtweisen gekommen, und diese möchte ich gerne als impulse und vielleicht auch als frage einbringen. und so lautet der impuls für tag 5: „heimat aus sicht eines mannes“.
#frapalywo tag 4, text 4 – erde und heimat/heimatwoche
die brücke
da war diese brücke über die gleise
das haus des eisenbahnwärters
ein bahnhof
da lebte großvater noch war er
kind als kind
ich
da gab es diese brücke über die gleise das haus
einen bahnhof
gab es längst nicht mehr
ich fuhr vorbei von tagzutagzu
schloss freundschaft mit einer idylle
die meine war
die gleise blieben
und
die erinnerung
mir heimat ist
#frapalywo heimat-impuls für tag 4
wie schön sprache heimat für uns poetisten ist! danke vor allem, dass ihr euch so fein auf diese heimatwoche einlasst! das ist für mich (mal wieder) das größte geschenk!
im zuge der vorbereitung zu den heimaten in mir habe ich eine sehr schöne wendung (angeblich) aus sibirien gefunden, die sich als „volksweisheit“ bezeichnet. leider kann ich niemanden aus sibirien fragen, ob dem so ist, aber vorstellen kann ich es mir gut. diese volksweisheit lautet: „nicht, wo du die bäume kennst, wo die bäume dich kennen, ist deine heimat.“
#frapalywo tag 3, text 3 – sprache und heimat/heimatwoche
sprache körpernah
ein paar sprachkleider
liegen im koffer
reisebereit und je nach mensch
der er ist sein möchte
wechselt er sich am tag
schlüpft in diese jene heimat
in erinnerungen zeiten reist
mit lauten wendungen betont
im satz
mitunter fehlen ihm worte
selten das gefühl
im ich ich sein
zu dürfen