#kuso19: lichtpunkte

lichtpunkt 1: der impuls am morgen mit vier sängerinnen. feinste frauenstimmen füllen licht in den kirchenraum. hohe töne. trotzdem eine große wohltat zu lauschen.

lichtpunkt 2: konzentriertes arbeiten an der textur. fertigstellung des zweiten projekts. durch das transparente kann man die nacht sehen. indirektes licht. für den, der es versteht.

lichtpunkt 3: mittagsgespräch mit unserer meisterin britta ankenbauer. berichte über bekannte und unbekannte gesichter. über transfers. über schichtungen. wo das licht nicht immer durchkommt. und doch licht erzeugt. read more

#kuso19: knotenbrechung

nach hadern kommt knotenbrechung. der mitte-der-woche-tag lief. im fluss. wie ein fluss. geschmeidig.

morgens feine musikeinbettung mit querflöte und cello eines gelesenen textes. morgenberührung auf ganz vielen ebenen.

die arbeit in der klasse. am morgen noch die idee zur fortsetzung und rettung des werks. mit elan an die textur gegangen. nun besteht ein dialog zwischen text und textur. zumindest für mich. alle anderen augen mögen alles andere lesen. sichtfreiheiten.

zweite textur begonnen und den richtigen weg gespürt. sehr fein. flüssig. fließend. kein knoten in sicht. read more

#kuso19: hadern

der dritte tag in den meisterklassen. ich kämpfe. der zeitpunkt, der meist am dritten oder vierten tag kommt. ein alter bekannter. das große hadern.

das, was hinaus möchte als textur, sucht den weg. mit biegungen. abzweigungen. neuanfängen. eben wie ein text, der gestalt annimmt. im doppelten sinne. zwei kämpfe. zuerst der textliche. dann der text-zu-texturliche. in der hoffnung, dass ich „danach“ zufrieden sein werde. wann immer das danach kommt. manchmal nie.

zwischen hadermomenten ergreifende momente. morgens wundervollste beethofenklänge mit geige in der klosterkirche. berührung auf allen seelenwandebenen. tränen. read more

#kuso19: berührungen

die erste berührung. meinzeit am morgen. ich nehme mir zeit für mich. pause nach schlaf, vor tag.

die zweite berührung. töne, worte, gespielt, gesagt. der impuls am morgen mit querflöteneinbettung und gedichten. die innenwendung. gefüllt.

die dritte berührung. mit farbe. mit dem zufall. mit der zerstörung, dem wiederaufbau. der haptischen sprache, dem intuitiven tun. morgenzeit in der meisterklasse.

die vierte berührung. im mittagsgespräch. mit maler hartmut neumann. seine bilder sprechen mich weniger an. für mich zu voll, zu gepackt, mein auge findet zu viel. seine worte einblick gebend. manchmal zum schmunzeln. read more

was nun eigentlich

der sommer ist bald vorbei, der kunstsommer längst. wie jedes jahr hat er nachgeklungen. klingt noch. einzelne begebnisse, erlebnisse, gespräche kommen zurück in der erinnerung. andere vorhaben stehen im raum. warten. noch habe ich nicht gezeigt, was ich in der textilkunstklasse an texten von mir umgesetzt habe – oder vielmehr: wie ich es umgesetzt habe. das größte werk wartet noch auf die video- und tonaufnahme. auch das steht noch an.

heute der blick auf ein kleines projekt, das zwischen dem einen und dem anderen in irsee entstanden ist. eine kleine idee und ein gefallen. gefallen vor allem daran, texte nicht im einzelnen und in gänze (also wort für wort und als summe) umzusetzen – was ich bei den anderen beiden projekten getan habe – sondern mich in der „inszenierung“ lediglich auf den titel und/oder ganz wenige textzeilen zu beziehen. alles andere darf als begleitung gelesen und verstanden werden. oder auch nicht. und bleibt damit einzelstück unabhängig des textes. oder auch nicht. verstanden oder unverstanden. wer kann das schon sagen.

hier also das kleine projekt. das doch mehr ist für mich. bedeutungsträger. ha.

der titel lautet: nebel für anfänger – nach dem gleichnamigen gedicht von sophie paulchen.

brille_nebel für anfänger_1

 

nebel für anfänger

das geräusch eines wimpernschlags
im flug

ich hauche das fensterglas an
mühe mein sehen in
das diffuse

die welt
weggeschützt

vor der verlangsamung meines
leerraumdenkens

aus den augen fliegen worte
und das knistern
schweigt

(c) sophie p.

 

 

#kuso16: seelenwandanstrich

der morgen macht den auftakt mit gesängen des chors. die kirche erhallt. ein perfektes zusammenspiel von morgenlicht und seelenklang. das innere bewegt sich. begrüßt den tag.

donnerstag ist immer ein sehr langer tag beim kunstsommer. abends besprechen sich die meister für die anstehende kunstsommernacht. also fällt die abendwerkstatt weg, dafür gibt es zeit für die eigene arbeit. die zeit ist willkommen. und so hat sich der tag von den ersten stunden am morgen bis zu den letzten am abend mit der arbeit an der nächsten vertexturlichung gestaltet. der text „der fuchs und die fremde“ bekommt textur und wird als buch umgesetzt. ein wunderbares projekt, das mich sehr begeistert. intensive arbeit und detailgestaltung. gutes vorankommen. weitergrübeln noch am späten abend im zimmer. kurz vor dem einschlafen. sehr erfüllend und ein absolutes flowgefühl.

das mittagsgespräch findet statt und gibt mit zwei meistern ausreichend gedanken- und kreativfutter. #schwammzeit intensiv. zunächst erzählt unsere meisterin mirjam pet-jacobs über textilkunst. sie bezeichnet sich als „bildende künstlerin, die mit textil arbeitet“. finde ich äußerst gelungen in der charakterisierung. erzählt vom prozess des schaffens, von den materialien, von ihren themen. zugegebenermaßen nicht viel neues für uns kursteilnehmerinnen, aber dennoch schön, ihr zuzuhören. wiederholungen schleifen. es folgt volker lehnert, der die meisterklasse drucktechnik leitet. diese klasse hätte mich ja auch gereizt, aber ich bin sehr froh, dass ich textilkunst gewählt habe – die teilnehmerinnen sind wirklich spitze und mirjam ist sehr interessiert und hilfreich in der eigenen prozessbegleitung. volker lehnert berichtet ein wenig über die ausgestellten werke und die serien, denen sie entnommen worden sind. darüber, dass er werke ungern „druckfrisch“ aus der hand gibt, dass sie noch etwas abhängen müssen und sich dadurch ggf. nochmals weiter verändern. über die drucktechnik selbst spricht er auch, aber nur kurz. ich muss unbedingt nochmal vorbeischauen, bevor morgen das große packen beginnt.

alles in allem also ein arbeitsintensiver und vermutlich gerade dadurch sehr befriedigender tag. die seelenwände streicheln ihren neuen anstrich.

was ich euch noch erzählen wollte (teil 1)

am 30. juli startet der kunstsommer in irsee – zum 29. mal an sich und zum fünften mal für mich. ja: ich bin wieder mit dabei, und darauf freue ich mich schon sehr sehr sehr. auch wenn mich lyrik dieses jahr sehr gereizt hat und ich mich auch dafür beworben habe, so hat mich eine weitere meisterklasse noch mehr gereizt. ich habe mich beworben. sie haben mich genommen. ich bin glücklich. glücklich. glücklich. und sowas von aufgeregt.

so werde ich zum ersten mal in irsee nicht lyrisch an den start gehen, sondern mit der meisterklasse „textilkunst“ von und mit der meisterin mirjam pet-jacobs.

seit dem ersten jahr irsee hat mich der gedanke umgetrieben, lyrik auch anders zugänglich zu machen als „nur“ über das wort, den klang, die schrift. an sich genug. weit mehr als genug. für mich dennoch mit der aufforderung verbunden, dem einen weiteren raum zu geben. nun wage ich einen schritt und werde versuchen, texte mit textur zu verknüpfen.

für die bewerbung habe ich TEXTiles erabeitet. oder auch texTILES. oder auch textiles. oder auch text/tiles. vermutlich nichts überraschendes, diese wortspielerei, aber für mich ein schritt in eine neue richtung. eine, die ich ausprobieren mag. für die nächste ebene. und so.

unten seht ihr ein stück davon als auszug. in wenigen wochen geht es los. ich freue mich. und was mich noch mehr freut, ist, dass petra auch wieder dabei sein wird. bei lyrik. und durch den wunderbaren austausch mit petra werde ich gewiss auch lyrikluft zu schnuppern bekommen.

ach ja…

kuso-irsee_textiles-1

#kuso15: eine übersetzung wird text

der fünfte workshoptag. der impuls am morgen startet mit textumlautmalung und eben – text. wundervoll das zusammenspiel von stimme und stimme, von inhalt und klang. „ich finde mich“, hieß es. ja. mochte ich antworten.

in der meisterklasse lyrik besprechen wir am morgen texte und am mittag übersetzungen von lewis carrolls „jabberwocky“. es gurgelte und gischte, gierte und graulte. wie geht man an eine übersetzung heran, wie nah wie weit wie rhythmisch gleich klanglich verwandt metrisch identisch soll sie sein? und von welcher art übersetzung sprechen wir überhaupt? literarisch mit anspruch, in einen kanon aufgenommen zu werden ähnlich wie das original? oder doch in einer über-setzung, einer nach-dichtung, einer ver-dichtung in die eigene ganz eigene ganz persönliche sprache – und damit ins empfinden, ins bebildern, ins erfühlen? ersteres reizt mich überhaupt nicht, finde ich allerdings bewundernswert und bin dankbar, dass es literarische übersetzungen gibt. das zweite ist für mich die art übersetzung, die mich verzaubert. wie übersetze ich einen text so, dass es mein text wird und sich trotzdem ein feines band zwischen beiden spüren lässt? in dieser woche habe ich einige ideen bekommen, neu an übersetzungen heranzugehen.

das mittagsgespräch mit britta ankenbauer. textilkünstlerin. ganz wunderbar sind ihre arbeiten und sprechen mich mit dem verweben von stoffen, verarbeiten von diversen materialien und einbinden von text sehr an. wir diskutieren über die stellung der textilkunst innerhalb der kunst und darüber, wie die werke bezeichnet werden. wandbehang mit sicherheit nicht, bild wird ihm womöglich auch nicht gerecht. (art) quilt trifft es dann wohl am besten und geht in den sprachgebrauch ein. wundervoll. ich habe es sehr genossen.

der abend ist ganz ohne abendwerkstatt. wir genießen den lauen sommerabend in der orangerie. dramatiker und lyriker an einem tisch und sprechen über ich-rollen, szenenaufbau, literaturzeitschriften und das vorankommen im eigenen tun. lau hängen worte über unserem tisch. bis die nacht spricht.